Von Naabbrücken bis Schlesierplatz: An allen Ecken in Schwandorf ist 2023 gebaut worden

Von Jan Lange · 7. Januar 2024 um 11:14

Die Baukrise scheint Schwandorf noch nicht erreicht zu haben: 2023 wurde an vielen Ecken gebaut, auch einige Großprojekte. Ein Teil konnte abgeschlossen werden, ein Teil wird 2024 fortgesetzt. Die MZ gibt einen Überblick über die größten Maßnahmen.

Langzeitprojekt Naabbrücken ist endlich gestartet

Lange wurde gerungen, 2023 ging es los mit der Sanierung der Naabbrücken. Als erster Schritt wurden zwei Behelfsbrücken errichtet, eine von der Fronberger Straße in die Wöhrvorstadt und eine von dort nach Krondorf. Die Ersatzbauwerke, über die seit dem 8. Dezember der Verkehr rollt, entstanden in gut drei Monaten. Mittels einer Ampelregelung werden die Fahrzeuge – erlaubt ist ein Gewicht bis 7,5Tonnen – über die Behelfsbrücken gelenkt. Während der Verkehr nun umgeleitet wird, beginnt der Abriss der alten Brücken in dieser Woche. An der Stelle werden dann neue Brücken errichtet. Fertig sein soll alles Ende 2025 – auch der neue, breitere Geh- und Radweg. Oberbürgermeister Andreas Feller (CSU) ist optimistisch, dass der Zeitplan eingehalten wird. 20 Millionen Euro sind für die Gesamtmaßnahme vorgesehen.

Auch bei Bubach werden Brücken über die Naab erneuert

Nicht nur im Schwandorfer Zentrum werden derzeit die Naabbrücken neu gebaut, auch auf der Kreisstraße SAD 2 zwischen Klardorf und Bubach laufen seit März 2023 Brückenbauarbeiten. Der Landkreis investiert hier rund drei Millionen Euro in die Erneuerung von zwei Spannbetonbrücken, die im Jahr 1969 errichtet wurden. Die Arbeiten sollen mindestens noch bis September 2024 andauern – bis dahin bleibt auch die Kreisstraße in diesem Bereich voll gesperrt.

Berufliches Schulzentrum bekommt neues Werkstattgebäude

Im Juni 2023 erfolgte der Spatenstich für den Neubau des Werkstattgebäudes, in dem Räume für die Bauberufe wie Maurer, Fliesenleger und Maler sowie für die Friseure entstehen. Es ist der sechste Bauabschnitt bei der Sanierung und Erweiterung des Beruflichen Schulzentrums Schwandorf, die bereits seit zehn Jahren andauert. Für den sechsten Abschnitt werden die Kosten auf mehr als 13 Millionen Euro geschätzt. Im Oktober wurde die Bodenplatte betoniert. Geplant sei laut Landkreis, den Stahlbeton-Rohbau bis zum Frühjahr 2024 fertigzustellen. Im Anschluss soll in diesem Jahr die Gebäudehülle mit Dach und Fassade sowie die Rohinstallation der technischen Ausbaugewerke noch fertig werden. Für 2025 ist der Innenausbau vorgesehen.

Barmherzige Brüder haben eine neue Förderstätte errichtet

Drei Jahre wurde gebaut, seit September 2023 läuft der Betrieb in der Förderstätte der Barmherzigen Brüder in Schwandorf. In dem Neubau, der für rund neun Millionen Euro in direkter Nachbarschaft zum Landratsamt entstand, werden 36 geistig und mehrfach behinderte Menschen sowie Autisten betreut. Die Barmherzigen Brüder Reichenbach sind damit nun an neun Standorten aktiv, Schwandorf ist neben Nittenau der zweite im Landkreis.

Rathaus wurde um ein Geschoss aufgestockt

Im Mai 2023 begannen die Arbeiten am Rathaus und schritten seitdem gut voran. Der Ostflügel wurde um rund 1,70 Meter angehoben und damit ein weiteres Geschoss geschaffen, in dem zwölf zusätzliche Arbeitsräume für insgesamt 18 Beschäftige entstehen. Der Umbau kostet mehr als zwei Millionen Euro und soll im Frühjahr beendet werden. „Die Aufstockung des Rathauses hat hervorragend funktioniert“, lobt OB Feller. „Alle Gewerke werden rechtzeitig fertig.“ Dass die Räume im Februar bezogen werden können, daran hat Feller keinen Zweifel. „Das war schon ein ambitionierter Zeitplan, den wir im Übrigen immer haben“, so das Stadtoberhaupt. Er sei von allen Firmen beeindruckt, die wie ein Räderwerk funktionieren müssten. Fehle ein Rad, könnten die anderen nicht weitermachen. Beim Rathaus-Umbau hätten alle an einem Strang gezogen.

Grundschüler können neue Ganztagsbetreuung nutzen

2021 wurde ein Teil des alten Krankenhauses abgerissen, um Platz für den Neubau der Ganztagsbetreuung der Gerhardingerschule zu schaffen. Seit diesem Schuljahr können die Räumlichkeiten in den vier Stockwerken genutzt werden. Etwa drei Millionen Euro hat die Offene Ganztagsschule gekostet. „Auf jeden Fall ist jeder Euro für unsere Jüngsten richtig angelegt“, hatte OB Feller im Sommer bei einem Baustellentermin erklärt. Während die Räume im Haus genutzt werden können, müssen die Grundschüler auf den umgestalteten Pausenhof noch ein bisschen warten. Der frühe Wintereinbruch hatte die Fertigstellung bis Ende 2023 verhindert. Auch am künftigen Stadtarchiv, das im verbliebenen Teil des alten Krankenhauses untergebracht werden soll, wird noch gewerkelt. OB Feller rechnet aber damit, dass im Februar die ersten Mitarbeiter einziehen können.

Schlesierplatz wurde umgestaltet

Rechtzeitig vor dem Jahresende wurden am 12. Dezember der Schlesierplatz und die Bahnhofstraße wieder für den Verkehr freigegeben. Innerhalb von sieben Monaten wurden der nördliche Abschnitt der Bahnhofstraße, die Schwaigerstraße und der Schlesierplatz saniert und neu gestaltet. „Für einen Gewerbetreibenden ist es niemals schön, eine Baustelle vor der Tür zu haben. Aber jetzt ist es schön und jetzt passiert die nächsten 30 Jahre auch nichts mehr“, sagt Schwandorfs OB. Die Gesamtkosten belaufen sich laut Stadt auf rund 1,6 Millionen Euro. Bis auf kleinere Restarbeiten ist diese Baumaßnahme abgeschlossen.

Bauland in Fronberg und im Krankenhausviertel geschaffen

Um die hohe Nachfrage nach Bauland zu befriedigen, schuf die Stadt zwei neue Baugebiete: eines in Fronberg (Haselbuckel Ost) und eines unweit des Krankenhauses (Rothlinde). Bereits im Frühjahr konnte die Erschließung von Hasenbuckel Ost – Gesamtkosten: rund 1,75Millionen Euro – abgeschlossen werden. Von den 50Grundstücken konnten bereits 37 Kaufverträge verbrieft werden. Einige Bauherren haben hier schon mit dem Bau begonnen. Anfang Oktober war dann auch die Erschließung von Rothlinde abgeschlossen. Die Kosten lagen hier bei etwa 1,3 Millionen Euro. Der Bau der ersten Häuser wird auf dieser Fläche voraussichtlich im Frühjahr beginnen.

Neue Seniorenwohnanlage nimmt immer mehr Gestalt an

Die Arbeiten an der neuen Seniorenwohnanlage Schwanenhof an der Regensburger Straße würden gut voranschreiten, hatte Claudia Donhauser von der Gebrüder Donhauser Bau GmbH, die mit der Bauausführung beauftragt ist, bei der feierlichen Grundsteinlegung im Oktober 2023 erklärt. Im vergangenen Juni begannen die Arbeiten. Die Übergabe ist im Frühjahr 2025 geplant. 50barrierefreie Wohnungen entstehen an diesem Standort.

Der Schlesierplatz wurde gepflastert und etwas umgestaltet. Das hatte eine mehrmonatige Vollsperrung zur Folge. Foto: Jan Lange
Neben dem Schwandorfer Hospiz ist ein weiterer Neubau entstanden: die Förderstätte der Barmherzigen Brüder. Foto: Jan Lange
Zu einer Ganztagsschule wurde dieses Haus gegenüber dem Rathaus ausgebaut. Foto: Jan Lange
Zu den größten Bauprojekten des Landkreises gehört die Erweiterung des Beruflichen Schulzentrums in Schwandorf. Anfang Juni war Spatenstich, heuer soll es weitergehen. Foto: Jan Lange
An der Regensburger Straße wächst die Seniorenwohnanlage Schwanenhof in die Höhe. Im Frühjahr 2025 sollen die Bewohner in den Neubau einziehen. Foto: Jan Lange
In Rothlinde wurde ein neues Baugebiet erschlossen, um die Nachfrage nach Flächen zu stillen. Der erste künftige Bewohner hat mit den Vorarbeiten bereits begonnen. Foto: Schuierer
Sie liegen im Zeitplan: die Arbeiten am Rathaus. Im Februar soll der Einzug erfolgen. Foto: Jan Lange