Die Kreuzkirche ist verkauft: Im Osten Regensburgs sollen Sozialwohnungen entstehen

Von Daniel Pfeifer · 3. Januar 2024 um 17:00

Jahrelang war die Zukunft der Kreuzkirche im Stadtosten von Regensburg eine Zitterpartie. Schon 2018 feierte die evangelische Gemeinde dort ihren letzten Gottesdienst, 2022 wurde sie von Regionalbischof Klaus Stiegler endgültig entwidmet. Doch potenzielle Käufer sprangen ab. Nun aber ist die Kreuzkirche offiziell verkauft.

Dies teilte Klaus Stiegler dem evangelischen Pressedienst (epd) mitteilt. So schmerzhaft die Entscheidung zur Aufgabe des Gotteshauses einst gewesen sein mag, so freudig blickt Stiegler auf die Zukunft. „Einen guten Tag für die evangelische Kirche in Regensburg“ nennt der Geistliche den Verkauf. Der Grund: In Zukunft sollen hier Sozialwohnungen und eine „Familienstätte“, wie Klaus Stiegler es gegenüber unserer Zeitung nennt.

Kirche will sich nicht zurückziehen

„Wir wollen im Stadtosten präsent bleiben“, sagt er, „nicht in Form von Gottesdiensten, sondern indem wir Menschen in Notlagen unterstützen. Dafür gibt es einen großen Bedarf.“ Konkret sollen eine Kita und Beratungsmöglichkeiten entstehen. Vor allem der Regensburger Dekan Jörg Breu steht hier in engem Kontakt mit der Stadt und dem Käufer, einem großen Regensburger Bauunternehmen mit 180 Mitarbeitern.

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Ob die rund 60 Jahre alten Kirchengebäude abgerissen werden, Teile davon bleiben oder wie dicht die künftige Bebauung werden sollen, liegt nun einerseits an dem Unternehmen und andererseits an der Stadt, die die Baugenehmigungen erteilen muss. Das Grundstück ist 4650 Quadratmeter groß.

Erlös fließt in die Kirche am Neupfarrplatz

Dass sich der Verkauf so lange hinzog, habe laut dem damaligen Kirchenverwaltungs-Verantwortlichen Klaus Neubert vor allem damit zu tun, dass man sich über den Kaufpreis nicht einigen habe können. Dies sagte er dem evangelischen Pressedienst. 2022 hatte das Evangelische Siedlungswerk geplant, dort 40 Sozialwohnungen zu bauen. Neubert nannte die Verzögerung weiterhin „nervig“, da das Grundstück zur damaligen Zeit einen höheren Erlös erzielt hätte.

Schlussendlich war der Verkauf eine finanziell pragmatische Entscheidung des evangelisch-lutherischer Kirchenkreises Regensburg. „Es ist natürlich schmerzhaft, solche Entscheidungen zu treffen, aber wir sind sehr realistisch“, sagt Regionalbischof Stiegler. Vier Innenstadtkirchen seien inzwischen einfach „zu viel des Guten“. Nun wolle man sich auf Dreieinigkeitskirche und Neupfarrkirche fokussieren.

Den Verkaufserlös werde in großen Teilen nun in die Neugestaltung der Neupfarrkirche fließen. „Ohne den Ertrag könnten wir sie nicht zukunftsfähig halten“, betont Stiegler.