Wilde Gestalten hatten großen Auftritt: Perchten und Hexen kamen zur Rauhnacht nach Pfaffenfang

Von Theresia Luft · 3. Januar 2024 um 12:00

Es war wieder Rauhnacht in Pfaffenfang. Der Dorfplatz beim Feuerwehrhaus verwandelte sich in einen mystischen Ort. Ein Feuer loderte, Nebel stieg auf, die Arena füllte sich mit Perchten, Hexen und weiteren Rauhnachtsgestalten.

Wer einen Stehplatz in der vorderen Reihe hatte, der wurde schon mal von den Perchten erschreckt. Unzählige Masken gab es zu bestaunen, jede davon individuell gestaltet. Eines hatten alle Perchten gemeinsam: Sie trugen gruselige Masken vorm Gesicht, Fell-Bekleidung und Glocken um die Hüften gebunden. Die Feuershow der Perchten war beeindruckend, Sie schwenkten die Feuerstäbe bis die Funken flogen und die Perchten in einen Feuersturm hüllten.

Schwefelgeruch in der Luft

Einige Gruppen hatten ihren Auftritt in eine Geschichte verpackt, andere stellten ihre Rauhnachtsgestalten einzeln vor. Die Hexen teils ausgerüstet mit Besen, teils beleuchtet und ebenso gruselig anzuschauen, tanzten ums Feuer und manchmal glaubte man, ein wenig Schwefelgeruch wahrzunehmen, wenn sie ihre Zaubersprüche über dem Feuer sprachen. Gut drei Stunden Programm war geboten und jede Gruppe hatte ihre eigene Geschichte.

Den Auftakt machten die Pfaffenfanger Wolfsauslasser. unter der Regie von Christian Doblinger, der als Hirte die Wolfsauslasser anführte. Die 25 Pfaffenfanger Wolferer ließen lautstark ihre Glocken erklingen. Selbst drei Kinder schwenken die Glocken. Doblinger war in einen schwarzen Pelzmantel gehüllt und hatte das Fell eines Wildtiers über den Schultern. „Mit unserem Läuten wollen wir die wilden Tiere vertreiben“, erklärte er, bevor er mit seinem Stock zur nächsten Läut-Salve das Kommando gab. Die Glocken wiegen bis zu 30 Kilo, sind mit breiten Ledergürtel um die Hüften der Wolferer gebunden und werden mit dem Oberschenkel in Bewegung gebracht.

Die Glocken sind Unikate und selbst gebaut. Wobei immer wieder neue Wolferer dazukommen. Theresa und Theresa sind zwei junge Damen Mitte Zwanzig und neu dabei. Sie fassten ihre Eindrücke so zusammen: „Einfach super schee, aber scho a wengerl anstrengend“. Mitgewirkt haben die Auwald-Deifln aus Pfatter, das Doana-Gsindl aus Regensburg, die Pfaffenfanger Perchten und Hexen, die Labertaler Höllenteufel und das Gäuboden Gschwerl. Hexe Tanja, beschrieb ihren Auftritt so: „Durch die Maske sieht man nicht viel, es ist ein bisschen anstrengend und unter einigen Masken bekommt man nicht so gut Luft, aber es macht wahnsinnigen Spaß.“ Zwei Freunde, aus Schwabelweis, beide sechs Jahre alt, hatten ihre eigenen Masken auf und erzählten: „Die hat der Papa während der Corona-Zeit für uns gemacht.“ Voller Stolz beobachteten sie das Geschehen und meinten: „Wir haben keine Angst, es gefällt uns“.

Eine gute Stimmung

Helga und Hartmut Schrödl aus Donaustauf waren das erste Mal bei der Pfaffenfanger Rauhnacht und sie fanden: „Es sind wahnsinnig viele Leute da“. Auch Manuela Hatzl, vom Gäuboden Gschwerl fand die Veranstaltung gelungen. „Es ist einfach ein gute Stimmung bei der Pfaffenfanger Rauhnacht“, beschreibt es Hatzl, die mit dem Gäuboden Gschwerl von November bis Januar unterwegs ist. Organisiert wurde das Spektakel von den Böllerschützen Pfaffenfang. Böllerhauptmann Christian Bachmeier führte durchs Programm, stellte die Gruppen vor und erklärte das Brauchtum, das hinter den Rauhnächten steckt. Heuer gab es erstmals eine Leinwand, auf der auch die Besucher, die auf der Tribüne keinen Platz mehr fanden, das Geschehen mit verfolgen konnten.

Viele der Perchten traten mit Fackeln auf.
Aufwändig gearbeitete Masken waren zu bestaunen.
Viele furchteinflößende Gestalten waren in Pfaffenfang anzutreffen. Fotos: Theresia Luft