Nach sechs Jahren: Florian Hierl hört als Kreisbrandinspektor für den Bereich Roding auf

Von Oliver Hausladen · 2. Januar 2024 um 15:00

Er habe sich die Entscheidung alles andere als leicht gemacht, letztlich sei sie aber alternativlos gewesen: Florian Hierl gibt das Amt des Kreisbrandinspektors für die 45 Feuerwehren im Inspektionsbereich Roding auf.

„Ich hätte beruflich bedingt einfach nicht mehr die nötige Zeit gehabt, um das Amt so auszuführen, wie ich es mir vorstelle“, erläutert der engagierte Feuerwehrler, warum er seinen Posten zur Verfügung stellt. Die Suche nach einem Nachfolger läuft bereits. Ziel ist es, diesen im ersten Halbjahr zu finden. So lange bleibt Hierl noch im Amt.

Schreiben an Wehren und Kommunen

Am Wochenende informierte Hierl in einem Schreiben die Führungskräfte aller 45 Feuerwehren in seinem Bereich als Kreisbrandinspektor von seiner Entscheidung, ebenso habe er sich eng und vertrauensvoll mit Kreisbrandrat Michael Stahl abgestimmt. In seinem Brief bedankt er sich auch für die Unterstützung, vor allem bei den vier Kreisbrandmeistern, den Verantwortlichen bei den Wehren und den Vertretern der zehn Kommunen im fast 400 Quadratkilometer großen Bereich mit rund 30 000 Einwohnern.

„Die Zusammenarbeit war stets gut funktionierend und vertrauensvoll." Der Grund, warum ich das Amt abgebe, ist rein beruflicher Natur“, betont Hierl. Auch die Stadt Roding als sein Arbeitgeber hat stets die Ausübung des Ehrenamtes möglich gemacht und auch jetzt hätte man die Weiterführung des Amtes neben der beruflichen Weiterbildung unterstützt, betont er.

„Sehr gerne gemacht“

Er habe die Aufgaben bei der Feuerwehr sehr gerne angenommen und werde auch bei seiner Heimat-Wehr in Mitterdorf aktiv bleiben, erläutert der scheidende Kreisbrandinspektor. Beruflich macht Hierl, der im Personalamt der Stadt arbeitet, bald eine Weiterbildung und Qualifizierung. Auch danach werde er im Job sehr eingebunden sein, sagt er, deshalb könne er nicht mehr die nötige Zeit aufbringen, um das verantwortungsvolle Amt eines Kreisbrandinspektors so wahrzunehmen, wie es sein eigener Anspruch sei. „Wenn ich es zeitlich nicht mehr 100-prozentig und gewissenhaft machen kann, ist es besser, aufzuhören und einen Nachfolger zu suchen“, erläutert Hierl.

Er ist schon viele Jahre bei der Feuerwehr aktiv: Am 1. Januar 1995 trat er als damals 14-Jähriger seiner Heimatfeuerwehr Mitterdorf bei. Mit 16 Jahren folgte der Wechsel in die aktive Truppe, wo er alle Leistungsabzeichen bis zur Stufe Gold/Rot absolviert hat.

Schon lange dabei

Auch die sechs Stufen der Leistungsabzeichen „Technische Hilfeleistungen“ hat Hierl abgelegt. Neben den Prüfungen engagierte sich Hierl schon in jungen Jahren in der Vorstandschaft der Mitterdorfer Wehr, seit 2000 gehört er der Vorstandschaft an – zunächst neun Jahre als Schriftführer, von 2009 bis 2015 als Beisitzer, von 2015 bis 2018 als Erster Kommandant und seit 2018 wieder als Beisitzer. Auch im Kreisfeuerwehrverband ist der Verwaltungsfachangestellte der Stadt sehr engagiert: Zunächst von 2000 bis 2007 als Vertreter für den KBI-Bereich Roding im Fachbereich Ausbildung, dann anschließend bis 2015 als Fachbereichsleiter für den Bereich Wettbewerbe. Im September 2007 wurde er als Kreis-Jugendfeuerwehrwart gewählt und Anfang 2008 zum fachbezogenen Kreisbrandmeister für die Jugendarbeit im Landkreis Cham ernannt. Weiter war er von 2014 bis 2021 stellvertretender Bezirksjugendwart der Jugendfeuerwehr Oberpfalz und ist für die Jugendfeuerwehr Bayern als Landeswertungsrichter sowie für den LFV Bayern als Wertungsrichter für nationale und internationale Feuerwehrwettbewerbe „im Einsatz".

Am 17. April 2018 übernahm er das Amt des Kreisbrandinspektors von Alfons Janker, das er nun nach sechs Jahren wieder zur Verfügung stellt. Einsatzschwerpunkte im Bereich des Kreisbrandinspektors für den westlichen Landkreis Cham sind unter anderem die B85 und die B 16, die Staatsstraßen im Bereich Zell und Falkenstein, mehrere große Industriegebiete, die Bahnstrecke und der Fluss Regen.

Suche nach Nachfolger läuft

Enge Absprache: Die Entscheidung von Florian Hierl, sein Amt als Kreisbrandinspektor aufzugeben, sei eng mit ihm abgesprochen gewesen, sagt Kreisbrandrat Michael Stahl.

Bei Kreisbrandmeistern und Kommandanten umhören: Die Suche nach einem geeigneten Nachfolger laufe bereits. „Wir werden uns bei den Kreisbrandmeistern und Kommandanten umhören, wer in Frage kommen könnte. Danach werde ich mich mit möglichen Kandidaten unterhalten, ob sie Interesse und auch die nötige Zeit haben“, erläutert Stahl.

Keine leichte Aufgabe: Es werde nicht einfach werden, einen Nachfolger zu finden, meint er, allerdings gäbe es einige Kandidaten, die er im Auge habe. Sei ein möglicher Nachfolger gefunden, will er auch die Kommandanten befragen, „die Zusammenarbeit später muss ja dann passen.“ Es sei auch eine gemeinsame Versammlung mit allen Kommandanten und Vorsitzenden des Bereichs geplant.

Die Voraussetzungen: Die Voraussetzungen für einen Nachfolger (oder auch eine Nachfolgerin) Hierls als Kreisbrandinspektor sind neben den Grundlehrgängen sowie dem Gruppenführerlehrgang auch die erfolgreiche Absolvierung der Lehrgänge „Zugführer“ und „Verbandsführer“ an der Staatlichen Feuerwehrschule. Diese könnten in einem angemessenen Zeitraum auch nachgeholt werden, sagt Stahl, „daran würde es nicht scheitern.“

Dienstversammlung am 12. April: Im Optimalfall soll der neue Kreisbrandinspektor für den westlichen Landkreis Cham bei der nächsten Dienstversammlung der Kommandanten und des Fördervereins am Freitag, 12. April, in der Rodinger Stadthalle feststehen.