OP-Roboter „Da Vinci“ hat am Klinikum Neumarkt schon 450 mal operiert

Seit Januar 2022 ist „Da Vinci“ so gut wie jeden Tag in Betrieb. Wie das Klinikum Neumarkt mitteilt, kann der OP-Roboter auf rund 450 Eingriffe zurückblicken. Eingesetzt werde das High-Tech-Gerät in der Chirurgischen und Urologischen Klinik, die Bilanz nach zwei Jahren sei positiv, so das Klinikum.
Das „da Vinci Surgical System“ von der Firma Intuitive wurde nach Angaben des Klinikums Neumarkt nach dem italienischen Universalgenie Leonardo da Vinci benannt. Wie da Vinci einst die Grenzen der menschlichen Fähigkeiten auslotete, ermögliche dieses roboterassistierte Chirurgiesystem heute präzise und komplexe Eingriffe, die vor wenigen Jahrzehnten in dieser Form noch undenkbar gewesen wären.
Das OP System verfügt laut Klinikum über einen fahrbaren Turm mit vier beweglichen Armen, die eine 3-D Kamera und präzise Instrumente führen, eine Konsole, von der aus der Operateur die Bewegungen des Roboters steuere, und einen Videoturm zur Verarbeitung der Bilder. Direkt am Patienten ssäßen steril ein Assistenzarzt und ein operationstechnischer Assistent, um den Eingriff zu unterstützen. „Zu den vielen Vorteilen das Systems gehören die dreidimensionale Ansicht in etwa zehnfacher Vergrößerung zur Darstellung feinster Strukturen“, heißt es in der Mitteilung des Klinikums. Der Beweglichkeitsgrad der filigranen Instrumente übersteige den der menschlichen Hand und natürliche Zitterbewegungen würden in der Steuerung herausgefiltert.
Viele Vorteile bei minimalinvasiven Eingriffen
Durch sitzendes Arbeiten an der ergonomischen Konsole ermögliche das System eine Entlastung des Operateurs besonders bei komplexen und mehrstündigen Eingriffen. Die Vorteile der minimalinvasiven Chirurgie würden dadurch optimiert und das Angebot an operativen Behandlungsmöglichkeiten erhöht. Der Einsatz reicht nach Angaben des Klinikums von onkologischen Operationen an Tumorerkrankungen wie Prostata-, Nieren- oder Darmkrebs bis zu Pankreas- und Mageneingriffen. Es böte aber auch große Vorteile beispielsweise bei der Nierenbeckenplastik oder in der Behandlung von Beckenbodenschwäche.
Schmerzmittelbedarf ist gesunken
„Wir sind sehr froh, nun endlich auch roboterassistierte Eingriffe anbieten zu können“, sagt Ekkehard Geist, Chefarzt der Urologischen Klinik am Klinikum Neumarkt. „Wir haben schon früh im Einsatz bemerkt, dass der Schmerzmittelbedarf der Patienten im Vergleich zur konventionellen OP-Methode gesunken ist. Auch die Aufenthaltsdauer im Krankenhaus hat abgenommen. Die Patienten sind deutlich schneller wieder fit.“
Um den reibungslosen Ablauf sicherzustellen, sei im Vorfeld das gesamte beteiligte Team über Monate intensiv eingearbeitet worden. „Dabei darf man nicht nur den operativen Teil und die Rolle des Chirurgen bedenken“, erklärt Lisa Blair, Fachärztin der Urologischen Klinik, „alle sind Teil des Teams, die für das Gelingen wichtig sind und mit ihrem Engagement wesentlich dazu beitragen, dass ein Eingriff erfolgreich verläuft.“ Alle hätten sich den neuen Herausforderungen mit viel Elan und Eifer gestellt. „Nur dadurch hat der Start so gut geklappt.“
Chirurgische Klinik wurde zur Ausbildungsklinik ernannt
Nicht alle Eingriffe würden mit dem OP Roboter vorgenommen, jedoch werde der Einsatz zunehmend ausgeweitet, teilt das Klinikum mit. Die Zukunft verspreche eine weitere Ausweitung des Anwendungsspektrums und eine Erweiterung der Ausbildungsmöglichkeiten für das medizinische Personal. Mittlerweile wurde die Chirurgische Klinik unter der Leitung von Chefärztin Bettina M. Rau und Oberarzt Raphael Winkels zur offiziellen Ausbildungsklinik für robotische Chirurgie ernannt.
Bei all dem Fortschritt möchte das Klinikum Neumarkt stets das Wesentliche im Auge behalten und postuliert: „Der Roboter ist und bleibt ein modernes Präzisionswerkzeug, im Zentrum steht stets der Mensch.“