Neue Geschichten vom Sturschädel: Antonia Vitz aus Steinberg am See veröffentlicht sechstes Buch

Die Adventszeit ist gerade geschafft: Geschenke kaufen, Weihnachtsbaum schmücken, Besuche an den Feiertagen organisieren und parallel das eigene Berufsleben nicht aus den Augen verlieren. Die Steinberger Autorin Antonia Vitz hat diese „herausforderndste Zeit des Jahres“ zum Motiv ihres neuen Romans gemacht.
Seit der Veröffentlichung ihres ersten Buches „Nerventee“ im Jahr 2019 ist Vitz als Autorin erfolgreich. Es sei damals ein Glücksgriff gewesen, einen Verlag zu finden, erinnert sie sich. Ihr erstes Buch erreichte in den Bestsellerlisten der digitalen Buchplattform Kindle dann direkt den ersten Platz in mehreren Kategorien.
Sie habe sich bis dahin noch nie mit Rankings oder Bestsellerlisten beschäftigt und musste sich erst bei einem Verlagskollegen erkundigen, erzählt die ehemalige Büroangestellte. „Der meinte dann, er würde sich an meiner Stelle eine Flasche Schampus aufmachen“, fährt Vitz fort. Über die Zeit sei sie dann in die Rolle hineingewachsen. Der Reiz am Schreiben liege für sie darin, dass sie dadurch ihre Kreativität ausleben könne. Durch das Arbeiten als freiberufliche Autorin habe sie „aber auch Selbstdisziplin gelernt“.
Fiktiver Ort Katzbrück als Schauplatz der Geschichten
Die Handlungen ihrer Romane spielen bislang immer in Katzbrück. Den Ort hat Vitz erfunden und in ihm kommen „die typischen Dinge vor, die ein Dorfleben ausmacht“. Katzbrück liegt in Bayern, jedoch bekomme die Autorin von Lesern aus dem gesamten deutschsprachigen Raum die Rückmeldung, dass sie Katzbrück an ihre eigene Heimat erinnere.
Abseits von Unterhaltung und Humor behandeln die Romane auch tiefergehende Themen. Diese reichen von Achtsamkeit und Alltagsrassismus in früheren Werken hin zu Familiendynamiken und der Frage „Was tut mir gut und was wird durch äußere Erwartungen erzeugt?“ in ihrem neuen Roman „Feiertage“.
In diesem reist Vitz einmal mehr nach Katzbrück. Ihre Figur Franzi unternimmt den Versuch, „sich einen ruhigen und entspannten Advent zu machen, komme was wolle“. Der Plan wird jedoch durch ihre beiden Kinder in der Hochphase der Pubertät, ihre Schwester, die Weihnachten plötzlich klimaneutral feiern will, und ihren Vater Sepp, einem bayerischen Sturschädel mit kreativem Sparzwang, an seine Grenzen gebracht. Einen Sepp, der eigentliche Hauptcharakter, kenne laut der Autorin jeder im eigenen Freundes- oder Bekanntenkreis, unabhängig von Namen und Geschlecht.
Die Geschichte sei über den Sommer entstanden. Dadurch war es für Vitz selbst „zu viel Weihnachten für dieses Jahr“. Zwar habe sie beim schneereichen Wintereinbruch Anfang Dezember „wieder Frieden mit Weihnachten geschlossen“, aber sei es dann trotzdem langsam angegangen. Ohne Lichterketten und Plätzchenbacken.
Neues Werk in Arbeit, es geht wieder nach Katzbrück
Zu tun habe sie dennoch genug: Seit drei Wochen schreibt Vitz an ihrem neuen Buch. Zum Inhalt könne sie noch nichts sagen, jedoch wird es wieder nach Katzbrück gehen, auch wenn sie irgendwann vorhabe, auszuziehen.
Im neuen Jahr ist Vitz auch wieder mit dem Musiker Daniel Gumo Reiss und dem Programm „Fast (k)eine Lesung“ auf Lesetour. Im Landkreis Schwandorf treten die beiden am 28. Februar in Bruck auf. Im Verlauf des Frühjahres ist mit Hall in Tirol auch wieder eine Lesung im Ausland geplant.