Sandro Bauer über Ärgernisse, persönliche Höhepunkte und Landesgartenschau-Pläne

Gerade erst, so kommt es Bürgermeister Sandro Bauer vor, hat das Jahr 2023 begonnen, schon ist es wieder vorbei. „Mit den Mammutprojekten vergeht die Zeit doch sehr schnell.“ Was ihn besonders geärgert und worüber er sich gefreut hat, erzählt er im Gespräch.
Bauer wirkt entspannt, sitzt in seinem Büro am Besprechungstisch und lehnt sich zurück. Auf die Frage nach seinem persönlichen Highlight in diesem Jahr antwortet er, ohne lange überlegen zu müssen: „Das war sicher die Drachenstichsaison.“ Zur Erinnerung: Tochter Rebecca Bauer war die Ritterin, da ist die Familie natürlich voll eingebunden. Wenn man sich jetzt gemeinsam Fotos anschaut, erleben die Bauers das Ganze noch einmal, teilweise auch aus einem anderen Blickwinkel. „Aber ich freue mich auch auf die kommende Saison. Aufregend ist das immer.“ Zumal er 2024 an der Reihe ist, als Erster mit der Ritterin zu proben. Natürlich winkt er ab, bevor die Frage gestellt ist: „Keine Namen, weder zum Ritter noch zur Ritterin.“
Ärgernis Festhallenabriss
Weniger Freude, besser gesagt, gar keine, hat ihm die leidige Diskussion um den Festhallenabriss gemacht. „Die Entscheidung war ja im Stadtratsgremium längst gefallen, es gab eine deutliche Mehrheit dafür.“ Als die Gegenbewegung kurz vor dem Abriss wie Phönix aus der Asche kam, hat er sich für einen Moment schon gefragt, „ob ich eine falsche Entscheidung getroffen habe. Man fängt an zu zweifeln.“ Erst als die angekündigten Unterschriften nicht annähernd zusammengekommen sind, war ihm klar: „So falsch liegen wir nicht.“ Er findet, man muss häufiger mal auf die schweigende Mehrheit und nicht auf die Lautesten hören. Ganz generell ärgern ihn die persönlichen Anfeindungen auch in den sozialen Medien. „Auch wenn ich sie vor der Öffentlichkeit vertrete, so sind die Entscheidungen doch immer ein Mehrheitsbeschluss des Stadtratsgremiums.“
Ein Gott sei Dank aus tiefstem Herzen entlockt ihm die Feststellung, dass die Bauarbeiten zur Landesgartenschau 2025 (LGS) endlich losgegangen sind. „Jetzt kommt das entscheidende Jahr 2024.“ Baumaßnahmen müssen koordiniert werden. Auch wenn es wohl eine Punktladung wird, ist er sicher: „Wir werden eine gute LGS präsentieren.“Ihn schockt auch nicht die Nachricht aus Freyung, wo die LGS in diesem Jahr stattgefunden hat, dass dort 2500 Veranstaltungen mit 7000 Beteiligten über die Bühne gegangen sind. Auch nicht vor dem Hintergrund, dass es ja in der Drachenstichstadt eben diesen auch geben wird. Rund 600 Menschen sind da laut Organisationsleiterin Ulrike Eder involviert. Und auch das Cave Gladium wird stattfinden. „Die beiden Veranstaltungen haben große Schnittmengen. Das ist klar, aber langsam kristallisieren sich Interessierte heraus, die bei der LGS zum Beispiel Führungen machen wollen.“ Einen Vorteil sieht er auch, dass die Gartenschau Jung und Alt anspricht. Aber so viel ist auch klar: „Es soll jeden Tag sieben oder acht Bühnenpräsentationen geben.“
Und dann ist ja auch noch das Volksfest, das verlagert werden muss. Den Standort will Bauer nicht verraten, weil er noch Gespräche mit Anwohnern wegen der Lärmbelästigung halten muss. So viel sagt er aber schon: Es ist ein Platz, der vom Stadtzentrum aus fußläufig zu erreichen ist. „Der Spielmannszug wird in Zugformation dorthin marschieren können.“
Mit den Ausgaben befindet man sich wieder voll im Rahmen. Zwar ist das Projekt Lorenz-Zierl-Straße teurer geworden als geplant, das wurde an anderer Stelle eingespart. So wird die ein oder andere Gestaltung im Bereich Himmelreich nicht kommen. „Inzwischen werden wieder vernünftige Preise angeboten.“ Er räumt aber auch ein: „Wäre die Preisentwicklung so weitergegangen, wie es ein Zeit lang ausgesehen hat, wäre der Loop in Gefahr gewesen.“
Eine Prognose, wie viele Besucher zur LGS kommen werden, will er auf keinen Fall abgeben, denn: Greife man zu hoch, werde die Schau als Misserfolg gewertet, prognostiziert man zu wenige, wird der Stadt im Nachhinein falsche Planung vorgeworfen.
Bauer weiß auch, bei wem er sich für die geleistete Arbeit in Bezug auf die Baumaßnahmen bedanken muss. Da sind zum einen Landrat Franz Löffler und die Fachabteilungen im Landratsamt. Vor allem Volker Ascherl (Wasserrecht) und Elisabeth Maderer (Umwelt) waren eine große Hilfe. Persönlich belastet ihn die derzeitige Verkehrsführung in Furth. Bauer ist sich durchaus bewusst, „dass wir viel von unseren Leuten fordern.“ Bau- und Planungsfirmen Bauhof und Verwaltung würden aber sehr umsichtig arbeiten. „Dort wird viel Arbeit über das normale Maß hinaus geleistet.“
Alles gut im Stadtrat
Die Arbeit im Stadtrat im Jahr 2023 bewertet er als durchwegkonstruktiv: „Auch wenn wir manchmal hakeln, ist es nicht so, dass wir uns nachher nicht mehr in die Augen schauen können.“ Er ist sich aber auch darüber im Klaren, dass es in Zukunft Themen geben wird, bei denen wieder intensiver gestritten wird. „Der Haushalt könnte so eine Gelegenheit sein.“
Baustellen
Das Amtsgerichtsgebäude, das Hofer-Gelände und die Pumptrack-Anlage sollen 2024 fertiggestellt werden. Die Sportanlage wurde von 2023 ein Jahr verschoben, weil man eine sechsstellige Förderung erwartet. Es ist auch gelungen, einen Weg zu finden, die Anlage in die Gartenschau einzubinden.
Der Park „Biergarten“ auf dem Späth-Gelände soll bis Mai 2025 abgeschlossen sein.
