Raus aus dem Fischerman’Z in Cham und rein ins va bene am Gymnasium in Bad Kötzting

Gutes Marketing ist die halbe Miete – selbst in einer Schulkantine. Welche Kinder essen schon freiwillig „Vollkornnudeln“? Und wie viel leckerer klingen dagegen die „bunten Nudeln“ – die aber nichts anderes sind als eine Mischung aus Vollkorn- und normalen Nudeln...
Solche und andere Tricks, um gesundes Essen an den Mann respektive den Schüler zu bringen, hat Manuel Mühlbauer drauf. Der 34-jährige Küchenmeister übernimmt ab 1. Januar das va bene, die Schulkantine des Benedikt-Stattler-Gymnasiums (BSG) in Bad Kötzting (Landkreis Cham).
Noch an Silvester wird Mühlbauer für seine Gäste Ceviceburger, Schweinefilet und dreierlei Crème Brûlée auf den Tisch des Restaurants Fischerman’Z zaubern. Die Lokalität in der Chamer Stadthalle betreibt Manuel Mühlbauer seit knapp fünf Jahren zusammen mit Stephan Fischer. Das Fischerman’Z schließt zum Jahresende, seine Chefs werden dann getrennte Wege gehen. Der Weg von Manuel Mühlbauer und seiner Verlobten Jennifer Hausladen führt (unter anderem) ans BSG.
Mittelschule und Gymnasium
Erfahrung in Sachen Schulverpflegung hat Mühlbauer bereits: Zusammen mit Stephan Fischer bekocht er schon jetzt die Schüler an der Johann-Brunner-Mittelschule in Cham (seit 2020) sowie an der Chamer Grundschule und der dortigen Marienrealschule (seit 2021). Während Fischer fortan Verpflegung der Grund- und Realschüler übernimmt, bleibt Mühlbauer – zusätzlich zum BSG – Pächter der Chamer Mittelschul-Kantine. Dort wird zwar kein Schweinefilet serviert, aber doch so wohlschmeckende Sachen wie Käsespätzle, Geflügelgyros, gebratener Asia-Reis oder Wels.
Auf solche und ähnliche Gerichte können sich auch die Gymnasiasten in Bad Kötzting freuen. „Die Speisekarte wird abwechslungsreich sein, einmal pro Woche gibt es Fisch und immer ein Fleisch- und ein vegetarisches Gericht zur Auswahl“, erzählt Manuel Mühlbauer. Dazu gibt es täglich abwechselnd ein Dessert oder eine Vorspeise – also zum Beispiel am Montag ein Salatbuffet, am Dienstag Obstsalat, am Mittwoch eine Tagessuppe und so weiter.
Auch habe er ein Auge darauf, dass der Speiseplan „nicht zu fleischlastig“ sei. Augenzwinkernd meint er: „Machst du eine Umfrage, was die Schüler am liebsten essen, werden immer dieselben Gerichte genannt: Schnitzel, Burger, Pizza, Döner...“ Mühlbauer will im va bene lieber den „gesunden Mittelweg“ gehen und kochen, was gesund ist und den Schülern trotzdem schmeckt. Wie die bunten Nudeln. Oder auch mal Cordon bleu, aber aus Geflügelfleisch. Und beim Pausenverkauf – auch den übernimmt der Küchenmeister, weil Hausmeister Martin Schötz in Ruhestand geht – steckt die Wurst schon mal in einer Körnersemmel. Außer beim Leberkäse. „Der passt einfach nicht in eine Vollkornsemmel.“ Die bei den Schülern heiß geliebten Rosswurstsemmeln will Mühlbauer beibehalten. „Wenn die Nachfrage so groß ist...“ Übrigens findet auch der Pausenverkauf künftig in den va bene-Räumen statt und nicht mehr aus dem separaten Kiosk. Es sei einfach besser zu organisieren, wenn Pausen- und Mittagsverpflegung an einem Ort stattfänden – auch, weil es ja jetzt nur noch einen Betreiber für beides gebe.
Das Mittagessen buchen
Bei der Planung, wie viele Essen er pro Tag am BSG kochen muss, hilft Manuel Mühlbauer ein Buchungsportal. Schüler, die sich dort registrieren, bekommen eine Nummer zugewiesen und können ihr Mittagessen mit einer Woche Vorlauf buchen. Bezahlt wird per Guthaben, das überwiesen werden muss. Was es in den nächsten vier Wochen zu essen geht, lässt sich ebenfalls auf dem Portal nachsehen.
Keine Angst, sagt Mühlbauer: „Bei uns muss niemand hungern. Wer einmal vergessen hat, sein Essen zu buchen, kann auch spontan kommen und bar bezahlen.“ Das könne auch dem ein oder anderen Lehrer passieren, der vielleicht einen Kollegen vertreten müsse und spontan Nachmittagsunterricht habe. Zum Start nach den Weihnachtsferien wird das Buchungsportal übrigens noch nicht funktionieren. „Anfangs arbeiten wir noch konventionell, die Schüler können aus mehreren Gerichten wählen und bar bezahlen.“ Als Willkommensgeschenk gibt es im ersten Monat zu jedem Hauptgericht die Vorspeise oder das Dessert gratis dazu. Der Preis für ein Hauptgericht wird „um die fünf Euro“ betragen, informiert Manuel Mühlbauer.
Extra für das va bene hat die Kaffee-Rösterei Chamer Land übrigens eine eigene Kaffeemischung zusammengestellt, deren Verpackung auch das va bene-Logo ziert. Kaffee in der Schulkantine? „Am Gymnasium gibt es ja auch ältere Schüler. Und auch der ein oder andere Lehrer wird unser Gast sein...“
Zweimal zu zweit
Zu zweit eins – Manuel Mühlbauer und Stephan Fischer: Manuel Mühlbauer stammt aus Pinzing (Gemeinde Weiding). Der heute 34-Jährige hat seine Ausbildung zum Koch im Randsberger Hof in Cham gemacht (2004 bis 2007). Es folgten Stationen als Küchenchef im Restaurant Clemens in Bad Kötzting (2007 bis 2009), als Sous Chef im Hotel Amberger Hof in Bad Kötzting (2009 bis 2018 – 2016 Prüfung zum Küchenmeister) sowie als Sous Chef im [ka:m] by Ammer in der Stadthalle Cham (2018). Nachdem das [ka:m] nach nicht einmal einem Jahr Betrieb wieder schloss, übernahmen Manuel Mühlbauer und der Küchenchef des [ka:m], Stephan Fischer, das Restaurant der Chamer Stadthalle und nannten es Fischerman’Z.
Zu zweit zwei – Manuel Mühlbauer und Jennifer Hausladen: Zum 31. Januar 2024 schließt das Restaurant Fischerman’Z. Bis 31. März begleiten Manuel Mühlbauer und Stephan Fischer die Veranstaltungen in der Stadthalle noch als Caterer, danach gehen sie getrennte Wege. Ab 1. Januar übernehmen Mühlbauer und seine Verlobte Jennifer Hausladen die Schulverpflegung am Benedikt-Stattler-Gymnasium (neu) sowie an der Johann-Brunner-Mittelschule in Cham (wie bisher).
