Genießen im „Franziskus“ – nicht nur für Pilger

Von Eva Gaupp · 22. Dezember 2023 um 15:00

Freystadt. Im „Franziskus“ in Freystadt speisen die Gäste im historischen Gewölbe der früheren Klosterschänke.

„Kleiner Himmel“ nennt der Volksmund die Wallfahrtskirche vor den Toren von Freystadt. Direkt nebenan, in der ehemaligen Klosterschänke, finden nicht nur Pilger im Restaurant „Franziskus“ himmlische Gaumenfreuden. Über die Jahrhunderte schrieb das Kloster eine wechselvolle Geschichte – doch heute leben wieder Franziskanermönche hinter den Mauern aus dem frühen 18. Jahrhundert.

Angeschmiegt an diese Mauern empfängt den Gast eine gelungene Mischung aus moderner Gemütlichkeit und historischem Charme. Die gut ausgestattete „Franzbar“ mit reihenweise Hochprozentigem und Wein verleitet gleich am Eingang dazu, sich vor dem Essen noch einen Aperitif zu gönnen.

Unter dem Kreuzrippengewölbe gliedert sich das Restaurant in mehrere Räume, so dass es immer intim und heimelig wirkt. Das „Franziskus“ wartet nicht mit einer dicken Menükarte auf. Trotzdem kommen Vegetarier auch am Donnerstag, dem Burgertag, auf ihre Kosten. Und angesichts der Qualität und Größe der Portionen sind die Preise günstig.

Der Schwerpunkt liegt klar auf den Fleisch- und Fisch-Genüssen. Und da kann sich der Gast auf ausgezeichnete Gerichte freuen. Vorneweg entscheiden wir uns für ein Semmelknödel-Carpaccio: Zu den lauwarmen, dünn geschnittenen und leicht angebratenen Knödelscheiben mit Pilzen und Speck bilden das säuerlich-fruchtige Dressing samt Salatbouquet und scharfen Radieschenscheiben einen wunderbaren Kontrast. Mild gewürzt lässt auch die Maronencremesuppe mit Portwein und Maronenkrokant den nussigen Geschmack der Edelkastanien zur Wirkung kommen.

Die Gänsebrust ist genau so, wie sie in der Karte steht: innen zart und außen kross. Dazu gesellen sich ein Kartoffelknödel sowie Birnenblaukraut – beides selbst gerieben und das Kraut nicht weich gekocht, sondern noch etwas bissig und dadurch angenehm frisch. Es wird auch zum Hirschbraten serviert, der sich in eine fein abgestimmte Wildsauce bettet. Statt des Kartoffelknödels runden zwei luftig lockere Semmelknödel den Schmaus ab.

Wer im „Franziskus“ kulinarisch zu sehr über die Stränge geschlagen hat – oder Platz für ein Dessert schaffen will –, kann die beeindruckende Wallfahrtskirche nebenan besichtigen oder im „Garten des Lebens“ sich meditativ die Beine vertreten.

Informationen zum Lokal

Adresse: Restaurant Franziskus, Allersberger Str. 35, 92342 Freystadt; Tel. (09179) 9633853; restaurant-franziskus.de

Öffnungszeiten: Mittwoch bis Freitag 17 bis 23 Uhr, Samstag und Sonntag 11 bis 23 Uhr

Preise: Vorspeisen ab 5,50 Euro, vegetarische Gerichte ab 14,50 Euro, Hauptgerichte ab 14,50 Euro, Desserts ab 7,90 Euro, Tafelwasser (0,2 l) 2,20 Euro, Pils (0,4 l) 3,40 Euro, Wein (0,2 l) ab 4,50 Euro.

„Ein Gasthaus“ – das ist, liebe Leser, eine Momentaufnahme. Die Beschreibung eines Essens, die – meist – genießerische Erinnerung an Geschmack und Atmosphäre. Eine subjektive Sache also, ein Tipp, der Ihnen empfiehlt: Gehen Sie hin, bilden Sie sich Ihr Urteil.

Das „Franziskus“ war früher die Klosterschänke in Freystadt. Foto: Heike Regnet