Wieder ein Erfolg für Frey: Das Chamer Unternehmen stößt in die Top-100 vor

Das Chamer Unternehmen Frey hat mit seinen Umsatzzahlen im Bekleidungsbereich neue Sphären erreicht: Im aktuellen Ranking der Fachzeitschrift TextilWirtschaft hat es Frey unter die Top-100 geschafft. Auf Platz 96 firmiert das Unternehmen.
Das sei etwas durchaus Außergewöhnliches für Frey, betont Unternehmensleiter Helmut Hagner. Denn damit landet das Chamer Familienunternehmen in einer Gruppe mit klangvollen Namen wie Adidas, Tom Tailor, S. Oliver oder C&A. Der Unterschied liegt auf der Hand: Diese Bekleidungshäuser verkaufen bundesweit – Frey nur regional begrenzt. Und dennoch schaffte das Unternehmen den Sprung in die Top-100, was bisher erst einmal gelang – übrigens einen Platz hinter einem weiteren Unternehmen aus der Region, dem Bekleidungshaus Garhammer aus Waldkirchen.
Umsatz als Kriterium
Kriterium für die Aufnahme in die Top-100-Liga ist der Umsatz mit Bekleidung im vergangenen Jahr gewesen. Der lag bei der Frey-Unternehmensgruppe im Geschäft mit Bekleidung bei 34 Millionen Euro. Im Vergleich zum Jahr davor, dem Jahr 2021, stieg der von 28 Millionen Euro um gut 21 Prozent.
Die Gründe für den Umsatzzuwachs um ein Fünftel sieht Helmut Hagner zum einen in dauernder Veränderung, zum anderen in Zukäufen. „Da wir uns kontinuierlich weiter entwickeln und zum Beispiel Bad Kötzting dazugekommen ist, sind wir aufgestiegen“, sagt er. Und das bei einer Marktlage, wo andere schrumpfen oder ganz vom Markt verschwinden.
Wobei den Zahlen nach auch viele Unternehmen bei den Umsatzzahlen zur Vorcoronazeit noch Nachholbedarf haben. Auch dem Unternehmen Frey fehlen noch acht Prozent beim Umsatz, was einer Summe von etwa drei Millionen Euro entspricht. 2019 lag der Umsatz im Bekleidungsbereich bei 37 Millionen Euro.
Mit weniger Kunden mehr Umsatz
Näher eingegangen wird im gleichen Heft der TextilWirtschaft auf die Erfolgsgründe solcher Leuchttürme in der Region, wie es eben die Firma Frey in Ostbayern ist. Man müsse künftig mit weniger Kunden mehr Umsatz machen – daher müsse Wachstum mit höherwertigen Verkäufen an die Kunden generiert werden, erläutert Helmut Hagner hier die Strategie.
Dazu gelte es, Neukunden aus weiter entfernten Regionen anzulocken und zu gewinnen. Dafür müsse ein entsprechendes Waren- und Markensortiment da sein. Hier habe Frey zuletzt investiert und das Haupthaus entsprechend umgestaltet.
Einkaufserlebnisse als zentrales Thema
Der wesentliche Erfolgsfaktor, so der Frey-Geschäftsleiter, liege in Zukunft woanders. Die Schaffung eines Einkaufserlebnisses sei das zentrale Thema – und zwar das klassische Erlebnis zwischen Kunde und Berater. Man kultiviere dieses Beratungserlebnis bei Frey schon lange, erläuterte Hagner der Fachzeitschrift und verwies auf die Private Shopping-Lounges in allen Häusern der Gruppe. Hier könne jeder Kunde Shopping-Termine mit persönlicher Beratung buchen – „unabhängig von der Höhe des Einkaufs.“
Das Angebot werde immer stärker genutzt, zeige den besonderen Service-Gedanken dahinter. So seien 2022 gut 3000 Termine vergeben worden, „in diesem Jahr war diese Zahl bereits im Oktober erreicht.“ Der Kunde kaufe hierbei im Durchschnitt für 800 Euro ein. „Wir müssen uns dabei immer die Frage stellen, warum sollten Kunden aus Hof, Bayreuth oder Marktredwitz, aus Regensburg oder Straubing zu uns nach Cham kommen?“
Erfolg hilft bei Personalsuche
Der Weg, den das Chamer Handelsunternehmen mit Erfolg eingeschlagen hat, hilft laut Hagner auch, Personal zu finden. Zwar gelte es täglich, Kompromisse zu machen, doch sei er optimistisch, sagte er dem Fachmagazin.
Mit 2023 geht für Frey ein Erfolgsjahr zu Ende. Erst im Juli war das Unternehmen von Europas größtem Fashion-Dienstleister, der KATAG, zum „Händler des Jahres“ ernannt worden. Dieser Preis gehört zu den jährlichen KATAG-Awards, die der Handelsverband bei seiner Cheftagung 2023 verteilt. In fünf Kategorien sind sie zu haben – darunter die des „Händlers des Jahres“. Zu den ersten Gratulanten gehörte die bekannte Moderatorin Barbara Schöneberger, die durch die Veranstaltung führte.
„Ein Unternehmen, dessen Mitarbeiter keine Verkäufer oder Modeberater sind, sondern Gastgeber auf Augenhöhe“, hob der Laudator die Qualität der Frey-Beschäftigten hervor und des Unternehmens insgesamt als „hervorragender Händler“. Guter Handel habe auch mit Haltung zu tun – was sich im Sprung unter die Top 100 gerade wieder gezeigt hat.
