„Zädungsredaktion“ braucht Futter – Arbeit an Rötzer Faschingszeitung ist in vollem Gang

Am 13. Februar 2024, dem Faschingsdienstag, wird das Geheimnis gelüftet. Da werden sie wieder aufgedeckt, die großen und kleinen Missgeschicke, so manche Peinlichkeiten, Verwechslungen oder Versehen der Rötzer Bürger. Ob in Reimform oder geradeheraus erzählt, sind die amüsanten Begebenheiten dann schwarz auf weiß in der Rötzer Faschingszeitung zu lesen, der „Fast-NACHT Ausgabe“.
Die Geschichten sind überspitzt und mit viel Humor erzählt, haben aber doch einen wahren Kern. Vor allem sind sie aber mit einem liebevollen Augenzwinkern verfasst und möchten die Leser unterhalten, ohne dabei allzu hart mit den Protagonisten umzugehen.
Als wichtiger Teil der Althistorischen Rötzer Fasenacht ist die Faschingszeitung am Faschingsdienstag außerdem das perfekte Mittel, um die Wartezeit bis zum Start des Faschingszuges um 14 Uhr zu verkürzen.
Unterstützung durch Firmen
Bereits seit Anfang November kommen die Mitglieder der „Zädungsredaktion“ zu regelmäßigen Treffen zusammen. Begonnen wurde mit den Inseraten. Ein großes Dankeschön möchte Präsident Frank Gazinski, der mit seinem Komitee „Immerdieselben“ die Althistorische Rötzer Fasenacht organisiert, den Firmen für ihre Unterstützung aussprechen. Die Sammler wurden wieder wohlwollend aufgenommen, so dass 150 Inserate in der „Zädung“ erscheinen werden.
Im Gegenzug hat sich die Redaktion wieder bemüht, ihre Wertschätzung zu zeigen, und hat für jeden Inserenten einen individuell zugeschnittenen Vers gedichtet. Eine mühsame Arbeit, wie die Redakteure verraten.
Momentan wird an der Gestaltung der Titelseite gearbeitet, und gleichzeitig machen sich die Schreiber jetzt an das Herzstück, den Inhalt. Von amüsanten Kurztexten bis hin zu den Ausspielstücken, von denen es normalerweise vier an der Zahl gibt, soll wieder alles dabei sein.
Die Themen sind bunt gemischt. Dass die Lokalpolitik eine Rolle spielen wird, ist fast selbstverständlich. Aktuell strecken die Redakteure auf der Suche nach einem richtigen Kracher ihre Fühler noch nach allen Seiten aus. Oder nach der richtigen Zielperson, denn „dann machen wir einen Kracher draus“, sagt Gazinski und lacht. Darum bitten die Redakteure um die Unterstützung der Bevölkerung: „Wir brauchen dringend noch Futter“, appelliert der Präsident an die Rötzer.
Wer Material für die Faschingszeitung liefern kann, darf sich jederzeit an Frank Gazinski, das Komitee oder die Redaktionsmitglieder wenden. Auch in den Briefkasten könnten Geschichten geworfen oder per E-Mail oder WhatsApp geschickt werden. Diskretion wird dabei großgeschrieben, die Informanten bleiben auf Wunsch anonym. „Alles wird absolut vertraulich behandelt“, verspricht Gazinski.
Rund zehn Personen stecken regelmäßig die Köpfe zusammen, um die 16 Seiten starke Faschingszeitung zu erstellen. Die insgesamt kurze Faschingszeit stellt das Team heuer vor eine Herausforderung. Schon Mitte Januar sollten die Beiträge fertig sein. Aus den wöchentlichen Treffen nehmen die Redakteure darum auch Hausaufgaben mit und lassen ihrer Kreativität daheim freien Lauf. In der nächsten Sitzung wird dann wieder an den Texten gefeilt, neue Themen werden vergeben und auch mal diskutiert, wie man die Wörter im Dialekt richtig schreibt, so dass sie jeder verstehen kann. Um das Layout für den Druck kümmern sich Christoph Maier und Martin Maier. Gerd Wutz ist das Bindeglied zwischen der Faschingszeitung und dem Komitee.
Inhalt ist bis zuletzt geheim
Bis ganz zuletzt bleibt der Inhalt der „Zädung“ geheim, die in einer Auflage von 3500 Stück erscheinen wird. Die fertig gedruckten Seiten werden angeliefert, das Falten ist aber Handarbeit und wird von den „Zädungsschreibern“ selbst übernommen. Dabei kommt es schon mal vor, dass einer der Mitverfasser eine Geschichte über sich selbst erst im gedruckten Exemplar entdeckt. Die Zeitungsschreiber machen nämlich auch vor Personen in den eigenen Reihen nicht Halt, frei nach dem Motto „Humor ist, wenn man trotzdem lacht“. Pünktlich am Faschingsdienstag startet ab 9 Uhr der Verkauf. Nach einem gemeinsamen Frühstück ziehen die „Zädungsdandler“ von Haus zu Haus und verkaufen die mit Spannung erwartete Drucksache. Heuer wird der Preis, der seit der Währungsumstellung bei drei Euro lag, auf vier Euro angehoben. Dafür sind zum Großteil die gestiegenen Fixkosten für Druck und Papier verantwortlich. Der Erlös aus dem Verkauf wird für soziale und caritative Zwecke verwendet oder an Vereine im Gemeindebereich gespendet. Auch Zeitungsverkäufer, die sogenannten Dandler, werden übrigens noch gesucht. Mitmachen kann jeder ab 18 Jahren, egal ob Mann oder Frau. Jüngere Interessenten können in Begleitung eines Erziehungsberechtigten dabei sein. Als kleinen Anreiz erhalten die Verkäufer zehn Prozent der Einnahmen als Provision in ihren Blechbüchsen, die als Kasse dienen. Wer Lust hat mitzumachen, oder Fragen dazu hat, kann sich ebenfalls bei Frank Gazinski melden.
