Rasanter Hinrunden-Abschluss: Das 2:2 der Regensburger in Saarbrücken hat es in sich

Von Felix Kronawitter · 16. Dezember 2023 um 19:14

Es war ein unterhaltsamer Abschluss einer ereignisreichen Hinrunde für den Fußball-Drittligisten SSV Jahn Regensburg. Zwei Jahn-Führungen, ein diskussionswürdiger Handelfmeter und insgesamt vier Tore in der Schlussphase. Es war viel geboten beim 2:2 (0:0) in Saarbrücken.

Noah Ganaus, der wie schon beim 1:1 gegen Viktoria Köln in der Vorwoche der verhinderte Matchwinner war, brachte es auf den Punkt. „Es war schon sehr spannend, ein sehr turbulentes Spiel. Für die Zuschauer war es auf jeden Fall ansehnlich.“ Angesprochen auf die Gründe für seine starke Quote (vier Tore in drei Partien), antwortete der Angreifer: „Vielleicht habe ich nun auch ein bisschen das Quäntchen Glück“, sagte der Doppel-Torschütze. In der 70. Minute hatte der 22-Jährige den Jahn in Führung gebracht. Nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich durch Simon Stehle (83.) war erneut Ganaus zur Stelle (86.). „Das zweite Tor war etwas glücklich, weil ich den Torwart durch den abgefälschten Schuss auf dem falschen Fuß erwischt habe.“ Kasim Rabihic (90.) hatte per Strafstoß aber das letzte Wort.

Diskussionswürdige Elfmeter-Aktion

Vorausgegangen war ein diskussionswürdiger Handelfmeter. Der eingewechselte Jonas Bauer hatte die Kugel aus kurzer Distanz an die Hand bekommen. Coach Joe Enochs sprach hinterher Schiedsrichterin Fabienne Michel generell ein großes Lob aus – schränkte aber zugleich ein. „Mit der Elfersituation sind wir unzufrieden. Die Frage ist schon, ob man den unbedingt pfeifen muss.“ In der letzten Minute einen Elfmeter gegen sich gepfiffen zu bekommen, das sei bitter, ärgerte sich der Trainer über den späten Ausgleich – wie schon beim 1:1 gegen Viktoria Köln. Er wusste aber auch: „Das Ergebnis ist auf jeden Fall gerechtfertigt, weil Saarbrücken viele gute Chancen hatte“, blickte Enochs vor allem auf die erste Halbzeit zurück, in der die Gastgeber Chancenwucher betrieben. Sie scheiterten am Regensburger Keeper Felix Gebhardt, am eigenen Unvermögen – und auch am Pfosten. Aluminium trafen sie nach der Pause erneut. Auch Oscar Schönfelder ließ auf der Gegenseite ein dickes Ding liegen.

Lesen Sie hier: Den Spielbericht zum wilden 2:2

„In der zweiten Halbzeit haben wir uns reingekämpft“, analysierte Florian Ballas treffend. Für den 30-Jährigen war es ein besonderes Spiel in seiner Geburtsstadt. „Es war das erste Mal, dass ich zu Hause im Ludwigspark gegen Saarbrücken gespielt habe“, sagte er nach dem Duell mit seinem Ex-Klub. „Wenn man die vergangenen Wochen von Saarbrücken gesehen hat, dann war das irgendwo auch ein Punktgewinn“, spielte Ballas auf die Formstärke des Kontrahenten an, der die Bayern und Frankfurt aus dem DFB-Pokal kegelte und zuletzt auch in der Liga nicht mehr zu schlagen war. „Es war wichtig, dass wir Saarbrücken auf Abstand gehalten haben“, rechnet der Verteidiger damit, dass sein Heimatverein noch weiter klettert. Das erwartet auch Enochs: „Am Ende der Saison sehe ich sie weiter vorne.“

Keeper Gebhardt hatte viel zu tun. „Am Ende müssen wir das über die Zeit bringen“, haderte er – wollte aber keinem einen Vorwurf machen.

Nun wartet Unterhaching

„Wir nehmen den Punkt mit. Es ist ein gutes Zeichen, dass die Mannschaft sehr enttäuscht ist, dass wir hier nicht gewonnen haben. Es war ein hartes Stück Arbeit“, erklärte Enochs.

Zum Jahresabschluss geht es am Dienstag (19 Uhr) zum bayerischen Derby nach Unterhaching. Mit einem Sieg wollen die Regensburger auch im 13. Spiel in Serie ungeschlagen bleiben und die Tabellenführung vor Dresden (aktuell zwei Punkte Vorsprung) untermauern.

1. FC Saarbrücken: Paterok – Boeder (79. Stehle), Zeitz, Uaferro (53. Becker) – Rizzuto, Sontheimer (79. Naifi), Gaus (68. Di Michele Sanchez) – Kerber (79. Günther-Schmidt), Rabihic - Brünker, Biada.

SSV Jahn Regensburg: Gebhardt – Faber, Ballas, Breunig, Saller – Geipl, Bulic – Schönfelder (87. Hein), Viet, Kother (87. Bauer) – Ganaus.

Schiedsrichterin: Fabienne Michel (Mainz); Zuschauer: 9717; Tore: 0:1 Ganaus (70.), 1:1 Stehle (83.), 1:2 Ganaus (86.), 2:2 Rabihic (90., Handelfmeter)