Reichsbürger wollten Pass nicht zeigen: Polizisten mussten Autoscheiben einschlagen

Am Donnerstag haben zwei Deutsche bei einer Grenzkontrolle in Furth im Wald sich geweigert, Identitätsdokumente vorzulegen, heißt es im Polizeibericht. Anschließend verriegelten die 45 und 48 Jahre alten Männer die Autotüren. Bundespolizisten mussten die Autoscheiben einschlagen.
Gegen 14.30 Uhr kontrollierte eine Bundespolizeistreife am Grenzübergang Furth im Wald einen Kastenwagen mit deutscher Zulassung bei der Einreise aus Tschechien. Die Beamten forderten den Fahrer sowie den Beifahrer auf, sich auszuweisen. Daraufhin verriegelte der Fahrer die Türen. Die Aufforderung der Beamten, die Fensterscheiben herabzulassen beziehungsweise die Fahrzeugtüren zu öffnen, ignorierten die beiden Männer. Stattdessen zeigten sie hinter den Scheiben Fotokopien von Dokumenten vor, die für die Beamten nicht leserlich waren.
Belehrungen blieben erfolglos
Die eingesetzten Beamten schalteten ihre Bodycams ein und forderten Verstärkung an. Derweil zeigten die beiden Männer keinerlei Reaktion.Mehrere Streifen der Grenzpolizei Furth im Wald und der Mobilen Überwachungseinheit München eilten an den Einsatzort. Alle Aufforderungen und Belehrungen der Beamten blieben erfolglos. Auch die Androhung der Beamten, die Scheiben des Fahrzeuges einzuschlagen, bewirkten kein Einlenken.
Gegen 16 Uhr ordnete der Einsatzleiter der Bundespolizei Waldmünchen das Öffnen des Fahrzeuges mit Zwang an. Zwei Streifenbeamte schlugen die Scheiben auf der Fahrer- und Beifahrerseite ein. Die Polizisten konnten die Türen öffnen und griffen nach beiden Männern. Der Fahrer hielt sich am Lenkrad fest und der Beifahrer hielt wiederum den Fahrer fest.
Den Beamten gelang es, die Männer aus dem Fahrzeuge zu ziehen, zu Boden zu bringen und zu fesseln. Daraufhin gerieten der 45-jährige Fahrer und der 48-jährige Beifahrer in psychische Ausnahmezustände und mussten in Krankenhäuser eingeliefert werden.
Männer ließen sich tragen
Die Bundespolizeiinspektion Waldmünchen nahm die Ermittlungen wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte sowie Verstößen gegen das Passgesetz und Personalausweisgesetz auf. Die ersten Ermittlungen ergaben Hinweise auf die Zugehörigkeit der beiden Deutschen zur Reichbürgerszene. Beide Männer sind bereits mehrfach polizeilich in Erscheinung getreten.
Nach der Entlassung aus den Krankenhäusern führten die Bundespolizisten auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Regensburg weitere polizeiliche Maßnahmen durch. Die Männer legten sich in der Dienststelle auf den Boden und zeigten sich weiterhin unkooperativ. Beide mussten von den Beamten zur Durchführung der Maßnahmen getragen werden.
Aufgrund eines weiteren Anfalls musste der 45-Jährige von einem Rettungswagen abermals in ein Krankenhaus eingeliefert werden.
Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Regensburg setzten die Beamten den 48-Jährigen nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen auf freien Fuß.