Keine Angst, Regensburg: Das „Weihnachts-Hochwasser“ bleibt zahm

Aus Schnee wird Schmelzwasser, aus weißen Flocken Nieselregen - das Tauwetter lässt derzeit die Donau anschwellen. In Regensburg hat sie bereits die Warnstufe 1 geknackt, die Stadt hat schon Hochwasserschutz errichtet. Bis Donnerstag wird das Wasser noch steigen, von Rekorden ist die Donau aber weit entfernt.
„Nach dem Weihnachtshochwasser kann man eigentlich die Uhr stellen“, sagt Holger Ott vom Wasserwirtschaftsamt. In Regensburg sei man gewohnt, dass die winterliche Schneepracht rechtzeitig vor Weihnachten hinfortschmilzt und weniger prächtigen Matsch und Rinnsale hinterlässt. Diese allein reichen aber derzeit nicht aus, die Donau zu einer echten Gefahr für die Domstadt werden zu lassen. „Es wird auf jeden Fall kein Katastrophen-Hochwasser“, sagt Ott. Er rechnet damit, dass am Donnerstag kurz vor Meldestufe 3 Schluss sein wird – das wären fünf Meter an der Eisernen Brücke. Derzeit steht der Pegel bei rund viereinhalb.
Hochwasserschutz in Regensburg steht schon
Während die Jahninsel und die Donaupromenade am Montag bereits zum Teil unter Wasser stehen, sind bislang nur wenige Schutzmaßnahmen nötig. Bislang hat die Stadt den Hochwasserschutz (sogenannte „Spundwände“) an der Wurstkuchl und am Lückenschluss in der Gichtlgasse am Österreicherstadel aufgebaut. „Weitere Hochwasserschutzelemente müssen aktuell nicht aufgebaut werden“, teilt die Stadt auf Nachfrage mit.
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Weil weder Regen noch Naab gerade besonders stark anschwellen und hauptsächlich Wasser aus dem „Zwischeneinzugsgebiet“ hinter Ingolstadt kommt, könne man sich in Regensburg auch entspannt zurücklehnen, so Holger Ott. Pi mal Daumen ließe sich sagen, dass in Regensburg der Scheitelpunkt des Hochwassers 48 Stunden nach dem Scheitelpunkt in Kempten im Allgäu zu erwarten sei. Also voraussichtlich am Donnerstag.
Touristen beobachten die Donau
Für Regensburger wie auch Touristen ist das Hochwasser derzeit vor allem ein spannendes Fotomotiv. Zahlreiche Schaulustige beobachteten die Fluten von der Steinernen Brücke aus. Mittendrin: Das Ehepaar Hardtmann aus Dresden. Sie habe das Hochwasser überrascht, erzählen sie. Eigentlich hätten sie mit dem Boot von Passau nach Regensburg fahren wollen, jetzt seien sie aber mit dem Bus gekommen. Dafür hätten sie jetzt mehr Zeit, durch Regensburg zu bummeln, sagen sie optimistisch.
Zwei Hochwasser gab es 2023 bereits, die mindestens Meldestufe 1 erreichten – einmal Ende August und einmal Mitte November. Das jetzige Hochwasser ist zwar das höchste des Jahres, von Rekorden aber noch weit entfernt. 2013 stieg die Donau auf 6,80 Meter, noch höher kam sie seit dem 19. Jahrhundert nicht.

