Jungautorin wagt nächsten Schritt: Von Hemau aufs Kreuzfahrtschiff

Die Hemauer Autorin Nadine Singer hat ihren zweiten Roman veröffentlicht. Mittlerweile lebt sie in Nürnberg. Rückmeldungen aus der ehemaligen Heimat Hemau freuen sie besonders.
Seit sie ein Kind ist, schreibt sie Geschichten, der geliebte Opa habe sie mit seinen lebhaften Erzählungen dazu inspiriert, erzählt Nadine Singer. Die Macht der Worte faszinierten sie seitdem. Von klein auf verfasste sie kurze Geschichten, im Teenager-Alter erreichen sie bereits Romanlänge. Ihr Traum, eines Tages den eigenen Namen auf einem Buchrücken in der Buchhandlung zu lesen, motivierte sie jeden Tag aufs Neue.
Familiengeschichte von Oma
Zwanzig Jahre sollte es dauern, bis sie im Alter von 28 Jahren ihr erstes Buch „Wo der Weizen blüht“ unter ihrem Mädchennamen Nadine Bogner veröffentlicht. Als sie im Haus ihrer Eltern ein altes Foto aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges fand, ließ sie sich von der Oma die Familiengeschichte aus der Zeit erzählen und wusste sofort: „Wenn ich mein erstes Buch herausbringe, dann mit dieser Geschichte.“ Der Erstling wurde so eine Hommage an ihre Familie und die ehemalige Heimat.
Dass sie nach der Veröffentlichung und dem darauf folgenden MZ-Zeitungsartikel so viele Reaktionen aus der Oberpfalz erhalten würde, damit hatte Singer jedoch nicht gerechnet. Spätestens nach einer vom Kulturverein organisierten Lesung im Zehentstadel Hemau im Frühjahr 2022 war der Knoten endgültig geplatzt.
„Ehemalige Nachbarn haben sich gemeldet, ich erhielt Nachrichten von Freunden, sogar Leserbriefe von Fremden, das war richtig überwältigend“, erzählt die Autorin.
Währenddessen hat die mittlerweile 30-Jährige bereits an ihrem nächsten Roman gearbeitet. „Wieder eine Herzensgeschichte!“, wie sie verrät. Weit weg von Hemau geht es beim zweiten Werk, „Was in uns verborgen liegt“, entführt den Leser auf eine Weltreise. Die Protagonistin Mila bricht zu Hause in Frankfurt alle Zelte ab und begibt sich, anfangs noch voller Zweifel, auf eine fünfmonatige Kreuzfahrt. Unterwegs trifft sie auf fünf weitere Alleinreisende, die unterschiedlicher nicht sein könnten und doch eines gemeinsam haben: Sie alle begaben sich auf der Flucht vor der Vergangenheit auf eine Reise ins Unbekannte. Gemeinsam bereisen sie die schönsten Orte der Welt, Mila fühlt sich zum ersten Mal im Leben frei und findet jemanden, bei dem sie sich zu Hause fühlt. Am Ende muss sich Mila entscheiden, ob sie mutig genug ist, sich ihren Dämonen zu stellen.
Job als Projektorganisatorin
Wie geht es für Nadine Singer weiter? „Ich kann gar nicht ohne Schreiben“, lacht sie. Die Ideen für den nächsten Roman sind schon da, der Alltag hat zu wenige Stunden, um alles umzusetzen. Neben ihrem Beruf als Projektorganisatorin verlegt die Autorin ihre Bücher im Moment noch selbst. „Das ist manchmal herausfordernd, aber auch schön, weil ich alles selbst festlegen kann, es sind alles meine Ideen, die in dem Buch stecken und mein Herzblut“, schwärmt Singer.
