Aussegnungshalle auf dem Neunburger Friedhof bekommt einen Anbau mit Gründach

Nur auf den ersten Blick sieht die Aussegnungshalle auf dem Neunburger Friedhof ganz ordentlich aus. Wer genauer hinschaut, sieht den wahren Zustand. Dass an dem Gebäude etwas getan werden muss, darin sind sich Stadt und Stadtrat seit Längerem einig.
Im Keller blättert beispielsweise die Farbe von den Wänden, im Erdgeschoss hat der Putz zahlreiche Risse und unterm Dach gibt es einen starken Feuchtigkeitsschaden und ein waagerechter Träger in der Dachkonstruktion, eine sogenannte Pfette, ist zerstört.
Bereits seit einigen Jahren laufen die Vorplanungen zur Erweiterung und Sanierung der Aussegnungshalle an der Rötzer Straße. Sogar ein Arbeitskreis wurde gegründet, der sich Gedanken über eine kostengünstige, aber auch würdige Lösung gemacht hat. Vorschläge wurden geprüft und wieder verworfen. Soll der angedachte Anbau rund oder eckig werden, aus welchem Material soll er errichtet werden? Vor diesen und anderen Fragen standen die Stadträte. Im Oktober 2022 hatte sich das Gremium unter zwei möglichen Vorschlägen für eine rechteckige Variante mit Gründach entschieden. Es sei der wirtschaftlichere Vorschlag gewesen.
Anschließend hatte das beauftragte Architekturbüro Kühnlein aus Berching (Landkreis Neumarkt) in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung und in enger Absprache mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege eine Planung erarbeitet.
60 Sitz- plus 40 Stehplätze
Der aktuelle Entwurf wurde in der jüngsten Stadtratssitzung präsentiert. Demnach soll auf der rückwärtigen Seite der Aussegnungshalle der rechteckige Anbau mit einer Größe von rund 85 Quadratmetern errichtet werden. Dort wird es künftig 60Sitzplätze geben. Daneben werden im jetzigen Bestandsgebäude und dem Verbindungsbau rund 40 Stehplätze geschaffen.
Bei den Verbindungstüren wird es sich um klappbare Elemente handeln, so dass die Sitzplätze sowohl separat als auch in Verbindung mit den Stehplätzen genutzt werden können. Im vorderen Bereich des Anbaus, wo künftig die Särge aufgebahrt werden, soll es ein Fenster in dreieckiger Form geben. Weitere Fenster sind im Gebäude nicht vorgesehen, um der Abschiednahme einen geschlossenen Raum zu ermöglichen. Der Sockel wird aus Beton sein, die Wände aus Stampflehm. Dies soll zur besseren Klimatisierung des Gebäudes dienen.
Im Bestandsgebäude wird es neben der gut 30 Quadratmeter großen Aussegnungshalle einen Raum für den Pfarrer und die Ministranten, eine Umkleide, Sanitäranlagen, einen Vorbereitungsraum für die Särge sowie einen Sargraum zur Aufbewahrung geben. Ein Ausbau des Dachbodens ist nicht erforderlich und der Aufwand dafür wäre zu groß im Bezug auf die Fläche, die dadurch gewonnen werden würde. Da das Dach allerdings nach außen drückt, wird eine Spannvorrichtung installiert.
Bürger sollen miteingebunden werden
Die Bürger sollten bei dem Projekt mit eingebunden werden, fand CSU-Stadtrat Harald Klatzka. Dies ist auch geplant, wie in der Stadtratssitzung informiert wurde. Die Verwaltung will zusammen mit dem Architekturbüro zu einer Informationsveranstaltung einladen. Eventuelle Kleinigkeiten könnten dann in den weiteren Planungsschritten noch aufgenommen werden. An der Grundplanung werde aber festgehalten, hieß es im Stadtrat. Die Bürgerveranstaltung sollte im Januar oder Februar stattfinden, deutete die zweite Bürgermeisterin Margit Reichl (CSU), die auch im Arbeitskreis mitgewirkt hatte, an. Reichl wollte vom Architekten Michael Kühnlein Senior wissen, ob es auch Alternativen bei der Art und Weise des Anbaus gegeben hätte. Kühnlein erklärte daraufhin, dass ein rundes Gebäude um einiges teurer gewesen wäre als der jetzt favorisierte rechteckige Bau.
Geschätzt werden die Gesamtkosten für den rechteckigen Anbau aus Stampflehm auf etwa 1,6 Millionen Euro. Die Summe soll in den Haushaltsplänen der kommenden Jahre eingestellt werden.
Auch beim Baumaterial wären Alternativen möglich, so Kühnlein. Bei einem Vollziegelmauerwerk wären in etwa die gleichen Kosten entstanden. Ein Holzbau hätte sich nicht so angeboten, da er weniger Speicherkapazität aufweist. Die Stadträte nickten den Entwurf einstimmig ab. Das Architekturbüro wird nun eine Genehmigungsplanung erstellen und diese beim zuständigen Landratsamt Schwandorf einreichen, um die notwendige Baugenehmigung zu bekommen.