Wohnanlage Am Ufertal in Neunburg auf der Zielgeraden: Erste Bewohner sind eingezogen

Mit einigen Einschränkungen muss Alois Wild noch klarkommen. Doch die neue Wohnanlage Am Ufertal in Neunburg befindet sich auf der Zielgeraden. Bis Ende des Jahres soll im Wohn- und Gemeinschaftsbereich möglichst alles fertig sein, meint der 69-Jährige.
Ab Januar ziehen dann weitere Bewohner ein. 15 der insgesamt 19 Einheiten sind bereits vergeben, für den Rest werden noch Bewohner gesucht. Die künftigen Nutzer wollen die Bauherren vielleicht schon am morgigen Samstag finden. Denn dann lädt die 9Bürger eG zum Tag der offenen Tür von 14bis 17 Uhr in die Wohnanlage Am Ufertal ein.
Um in eine der noch freien Wohnungen einziehen zu können, müssen Interessenten Anteile an der Genossenschaft erwerben und später dann ein monatliches Nutzungsentgelt bezahlen. Sowohl die Höhe der Anteile als auch die des Nutzungsentgeltes richten sich zum einen nach der Größe der Wohnung und zum anderen danach, ob es sich um eine geförderte oder frei-finanzierte Wohnung handelt. Etwa die Hälfte der 19 Wohnungen sind geförderter Wohnraum. Das war den Bauherren wichtig, um auch Senioren mit nicht so üppigen Renten einen Einzug zu ermöglichen.
Auch Alois Wild, der bereits Anfang September seine Wohnung im Parterre bezogen hat, wird Interessenten die komplett barrierefreien Räumlichkeiten zeigen. Nicht nur, weil er sich als Bewohner hier gut auskennt, sondern weil er selbst einer der drei Vorsitzenden der Wohnungsbaugenossenschaft ist. Als das Projekt angeschoben wurde und klar war, dass dafür eine Genossenschaft gegründet werden soll, erklärte er sich gern bereit, mitzumachen.
Corona bremst Projekt aus
Das war vor fünf Jahren. Seitdem ist viel Wasser die Schwarzach heruntergeflossen. Nach ihrer Gründung hatte die Genossenschaft 2019 einen Planungswettbewerb ausgerufen. Der damals ermittelte Siegerentwurf sollte ursprünglich in Holzbauweise umgesetzt werden. Die Kosten für Holz waren aber zwischenzeitlich extrem gestiegen, so dass noch einmal umgeplant werden musste. Stattdessen sollten nun weitgehende konventionelle Baustoffe verwendet werden, um die Kosten im Rahmen zu halten. Das sorgte für eine erste Verzögerung.
Auch die Corona-Krise bremste das Vorhaben weiter aus. So konnte mit dem Bau nicht wie ursprünglich geplant 2020, sondern erst ein Jahr später begonnen werden. Damit war ebenso die anfangs angedachte Fertigstellung Ende 2021 hinfällig. Ziel war es dann, dass die ersten Bewohner im Frühjahr 2023 einziehen. Das war auch der Fall, obwohl die Anlage zu diesem Zeitpunkt noch keinesfalls fertig war. Aber die betroffenen Bewohner hätten bereits ihr Haus verkauft und konnten den Einzug nicht mehr weiter hinausschieben, berichtet Alois Wild.
Alois Wild ist ein Rückkehrer
Alois Wild hatte seine bisherige Wohnung im Sommer gekündigt – mit der Erwartung, dass im Spätsommer endlich alles so weit ist. Doch auch das war nicht der Fall – und so musste der 69-Jährige ebenfalls in eine Baustelle einziehen. Inzwischen seien bereits sechs Wohnungen bezogen, sagt Alois Wild.
Der Großteil seiner Nachbarn kommt aus Neunburg und dem Landkreis Schwandorf. Einige der Bewohner sind Rückkehrer, die früher mal in der Oberpfalz gelebt haben und nun zurückgekehrt sind. Aber es gibt auch Bewohner, die bisher mit der Region nichts zu tun hatten, aber gezielt nach so einem Wohnprojekt auf dem Land gesucht haben. Zur zweiten Gruppe gehört Alois Wild. Er stammt ursprünglich aus Taxöldern, verbrachte seine Kindheit und Schulzeit in Neunburg und ging später nach München. Viele Jahre lebte er in der Nähe der bayerischen Landeshauptstadt und arbeitete bei einem großen Münchner Unternehmen. Als Vorruheständler kehrte er schließlich im Herbst 2017 nach Neunburg zurück.
Sechs Jahre gewartet
Recht schnell wurde er damals auf das besondere Wohnprojekt aufmerksam, das ihn seitdem nicht mehr losließ. Denn es sei für ihn die passende Wohnform, in der er seinen Ruhestand genießen will. Die Idee hinter dem Projekt ist, dass Menschen ab 60 in der Wohnanlage Am Ufertal gemeinschaftlich, aber selbstbestimmt leben können.
Eigentlich hatte Alois Wild gedacht, schon sehr bald nach seiner Rückkehr in die Wohnanlage einziehen zu können. Am Ende dauerte es dann aber doch sechs Jahre bis zu seinem Einzug.
Für ihn und seine Nachbarn steht im Erdgeschoss auch ein Gemeinschaftsraum zur Verfügung. Darüber hinaus gibt es in der ersten Etage ein Gäste-Appartement und im Geschoss darüber ein Pflegebad. Das Gäste-Appartement hat Alois Wild bereits in Anspruch genommen, als seine beiden Kinder zu Besuch waren und hier übernachtet haben.