Am Seniorenzentrum in Wackersdorf soll kräftig investiert werden

Von Hubert Heinzl · 30. November 2023 um 11:10

Zum 1. Oktober hat die etvoila care Holding mit Sitz in Aachen das Seniorenheim in Wackersdorf übernommen. Der Übergang verlief reibungslos, Arbeits- und Versorgungsverträge wurden übernommen. Bis Ende 2024 will der neue Betreiber zusammen mit dem Immobilieneigentümer rund 700000 Euro in die Einrichtung investieren, die nun als „Seniorenzentrum Haus Wackersdorf“ firmiert.

Bei einem Pressegespräch im Seniorenzentrum stellte Prokurist Michael Haschner die Philosophie des Unternehmens vor, das erst im Dezember 2022 als Holding gegründet wurde. Unter dem Label „Care for Care“ war man nach seinen Worten zunächst beratend in der Pflegebranche tätig, bevor die Idee aufkam, auch selbst als Betreiber aufzutreten.

Holding betreibt zwei weitere Seniorenheime

„Wir hatten den Ehrgeiz zu zeigen, dass es auch anders geht. Mitarbeiter und Bewohner sollten im Mittelpunkt unserer Arbeit stehen“, sagte Haschner über die Hintergründe. Die etvoila care Holding betreibt neben Wackersdorf zurzeit zwei weitere Häuser in Bremen und Stolzenau in Westfalen.

Am Standort Wackersdorf soll sich nichts Grundlegendes ändern, versicherte der Prokurist. „Wir müssen dankbar sein, dass wir so ein tolles Team vor Ort haben“, sagte Haschner. Aufgabe des Betreibers sei es, die Rahmenbedingungen zu schaffen, „dass weiter so gute Arbeit geleistet wird“. Dem sollen unter anderem Investitionen in Höhe von rund 700000Euro dienen, die die Aachener Holding zusammen mit dem Eigentümer des Gebäudes, einem schwedischen Immobilienfonds, bis Ende 2024 plant. Die Liste der Anschaffungen reicht vom Inventar über einen neuen Küchenbereich bis hin zum rollstuhlgerechten Fahrzeug für Ausflüge.

Bürgermeister Falter: Wichtig, dass es weitergeht

Wackersdorfs Bürgermeister Thomas Falter zeigte sich beim Ortstermin dankbar, dass alle Schritte von der Insolvenz bis zur Übernahme offen kommuniziert worden seien. „Für mich ist das Wichtigste, dass es weitergeht für die Beschäftigten, die Bewohner und ihre Angehörigen“, sagte er. Denn auch letztere seien immer auf dem Laufenden gehalten worden. „Die Gemeinde steht hinter diesem Haus. Es hat einen sehr guten Ruf“, versicherte der Bürgermeister. Falter dankte dem neuen Betreiber auch für seine Investitionsbereitschaft. „Das ist nicht selbstverständlich“, hob er hervor. Die Heimplätze seien für Wackersdorf dringend erforderlich, fast alle Bewohner kämen aus der Umgebung.

Pflegeplätze sind fast immer ausgelastet

Das spiegelt sich auch auf der Warteliste wider, wie Heimleiterin Valentina Bruch informierte. Etwa 100 Interessenten hätten sich vorgemerkt, ein Großteil stamme ebenfalls aus der Region. Das Seniorenzentrum in Wackersdorf ist nach ihren Worten fast komplett ausgelastet.

Die 58Pflegeplätze können alle auch betrieben werden, denn Personalsorgen oder fehlende Fachkräfte sind für das Haus kein Thema. 54Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betreuen nach den Worten der Heimleiterin die Senioren, darunter zur Zeit auch sechs Auszubildende. Die Fluktuation sei äußerst gering, man könne auf ein erfahrenes Stammpersonal zurückgreifen, versicherte Valentina Bruch.

Nur einen Wermutstropfen gibt es für die Bewohner. Wie in anderen Seniorenheimen auch, dürften im kommenden Jahr die Heimentgelte deutlich steigen. Der Anteil der Bewohner, die vom Bezirk Oberpfalz Hilfe zur Pflege in Anspruch nehmen müssen, wird sich deshalb von derzeit rund 25 Prozent merklich erhöhen. Aber das betrifft alle Einrichtungen weit und breit.