Kälteschutztelefon der Caritas soll Menschen vor Erfrieren retten

Von Mittelbayerische Zeitung · 27. November 2023 um 12:00

Die Nächte werden zusehends kälter. Und für Regensburg wird bald Schnee erwartet. Für Menschen, die auf der Straße leben, ist das eine nicht mehr alleine bewältigbare Herausforderung. Deshalb hat die Caritas ein Kälteschutztelefon eingerichtet. Dieses erreicht man unter: (0175)1455669. Was ist das Kälteschutztelefon genau? In welchen Fällen sollte man dort anrufen? Und was passiert dann?

„Das Kälteschutztelefon gibt es seit zwei Jahren. Es ist in der Zeit von 1. November bis 31. März rund um die Uhr erreichbar“, teilt Barbora Pokorny, Leiterin des TagNachtHalts in der Landshuter Straße, mit. In der von der Caritas betriebenen Obdachlosenunterkunft läutet das Kälteschutztelefon, ein Handy, tagsüber von 8 bis 17 Uhr bei ihr selbst im Büro oder bei den Kollegen vom Sozialdienst, nachts beim Sicherheitsdienst, der 24 Stunden vor Ort ist. „Alle wurden und werden entsprechend geschult“, ergänzt Christian Hierold, Caritas Fachberater für Menschen in besonderen Lebenslagen, der sein Büro in der Obermünsterstraße 12, direkt neben dem Büro von Caritas Streetworker Ben Peter hat.

Eine telefonische Anlaufstelle

„Die Rufnummer ist eine telefonische Anlaufstelle für alle Bürgerinnen und Bürger, die in dieser kalten Zeit jemanden auf der Straße sehen und sich fragen, ob es der- oder demjenigen aufgrund der Kälte gut geht“, so Pokorny laut Mitteilung weiter. „Das Telefon ist dazu da, um Menschen vor dem Erfrieren zu retten.“

Wem eine Person oder Personengruppe im Stadtgebiet Regensburg auffällt, die Hilfe benötige, sollte man beim Kälteschutztelefon anrufen und angeben, ob es sich um eine oder mehrere Personen handelt, wo sich die Personen befinden und wann sie gesehen worden sind. Im Idealfall sollten die Personen angesprochen werden und am Telefon kurz beschrieben werden, da viele der Obdachlosen auch hinsichtlich ihres selbst gewählten Aufenthaltsortes bereits bekannt sind.

Wichtige Informationen am Kälteschutztelefon sind die Fragen, in welchem Allgemeinzustand sich die Personen befinden, ob sie Fragen beantworten können und vor allem, ob sie ausreichend ausgestattet sind, um in der Kälte auf der Straße zu übernachten. Schlafsack, Isomatte, Winterkleidung oder Decken sind erkennbare Schutzmittel. Im Idealfall stellt der Anrufende beim Kälteschutztelefon das Handy auf laut, um einen Dialog mit den Hilfsbedürftigen und den Helfern zu ermöglichen.

Sozialdienst trägt Kosten für Taxi

Wichtige Fragen sind hier, ob die Person Hilfe in Anspruch nehmen will, ob sie die Hilfsangebote für Obdachlose in Regensburg kennt, und ob sie im TagNachtHalt übernachten will? Falls die Hilfsbedürftigen dieses Angebot in Anspruch nehmen wollen, ruft das Team des Kälteschutztelefons ein Taxi zur Abholung, dessen Kosten vom Sozialdienst oder vom Dienst habenden Sicherheitsmitarbeiter übernommen werden.

Sollte eine Person trotz erkennbarer Hilfsbedürftigkeit nicht in die Unterkunft wollen, „müssen wir das akzeptieren“, so Barbora Pokorny. „Wir können sie aber trotzdem versorgen mit einem Notfallpaket.“ In diesem Paket ist ein Schlafsack, eine Decke, eine warmes Getränk und etwas zu essen. „Dieses Paket wird zur betreffenden Person geliefert.“ Das klappt in der Praxis innerhalb von 30 Minuten.

Das Angebot des Kältetelefons beschränkt sich auf das Stadtgebiet von Regensburg. Sollte eine aufgefundene Person nicht ansprechbar sein oder erkennbare Zeichen einer Unterkühlung wie Zittern, Teilnahmslosigkeit oder Schläfrigkeit erkennbar sein, sollte sofort der Rettungsdienst über die 112 informiert werden.