Krebsvorsorge bei Neumarktern unbeliebt: Nicht einmal die Hälfte der Berechtigten nimmt teil

Im Kampf gegen Krebserkrankungen sind Vorsorgeuntersuchungen ein wesentlicher Faktor – doch nicht jeder nimmt sie wahr. „Eine höhere Nachfrage wäre wünschenswert“, teilt die AOK mit.
Im Landkreis Neumarkt hätten im Jahr 2022 im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019 weniger AOK-Versicherte die Krebsvorsorge in Anspruch genommen. „Bei allen Krebs-Früherkennungsuntersuchungen sehen wir – wie schon 2020 und 2021 – im Landkreis Neumarkt weiterhin eine geringere Teilnahme als vor der Pandemie“, sagt Gerhard Lindner, Direktor bei der AOK in Neumarkt.
Rückgang seit Corona
Laut einer aktuellen Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) treffe dies bei vier Vorsorgeuntersuchungen zu: Im Landkreis zeigten sich bei den AOK-Versicherten rückläufige Zahlen bei der Vorsorge von Hautkrebs (minus 7,46 Prozent gegenüber 2019) und Gebärmutterhalskrebs (minus 8,93 Prozent) sowie bei den Vorsorgeuntersuchungen der Brust (Mammographie: minus 13 Prozent) und der Prostata (minus 9,51 Prozent).
Zum Vergleich: Bayernweit gab es laut AOK im Jahr 2022 einen Rückgang der Vorsorgezahlen bei Hautkrebs (minus 9,6 Prozent gegenüber 2019), Gebärmutterhalskrebs (minus 7,3 Prozent) und den Vorsorgeuntersuchungen der Brust (Mammographie: minus 7,3 Prozent) und der Prostata (minus 2,2 Prozent).
Allerdings sei die Krebsvorsorge im Landkreis Neumarkt 2022 deutlich weniger stark eingebrochen als im Vorjahr. Im Vergleich zum Jahr 2021 habe es nur noch einen Rückgang bei der Mammographie-Vorsorge (minus 13,56 Prozent) einen Rückgang gegeben.
An der Früherkennung von Hautkrebs (plus 0,67 Prozent), Gebärmutterhalskrebs (plus 0,38 Prozent) und Prostatakrebs (plus 2,91 Prozent) nahmen dagegen mehr Versicherte teil als noch 2021. Nur bei der Darmkrebsvorsorge verzeichne die AOK regional und in ganz Bayern konstante Teilnahmeraten.
Insgesamt würden allerdings noch immer weit weniger als die Hälfte der berechtigten Versicherten die Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch nehmen. „Obwohl Bayern bei der Darmkrebsvorsorge im Zehn-Jahres-Vergleich bundesweit mit die höchsten Teilnahmezahlen aufweist, erreichen wir auch hier im Durchschnitt die 50-Prozent-Marke nicht“, bedauert Gerhard Lindner.
Aktionstag am 28. November
Zum Tag der Krebsvorsorge am 28. November wolle die AOK daher verstärkt für die Früherkennung sensibilisieren. Erfahrungsgemäß erhöhe Vorsorge die Heilungsrate, da Tumore in früheren Stadien entdeckt und besser behandelt werden könnten. „Das kann Leben retten“, bekräftigt der AOK-Chef.
Um die Öffentlichkeit noch besser rund um die Krebsvorsorge zu informieren, biete die AOK daher für alle Interessierten online den „Vorsorg-O-Mat“ an. Nach Eingabe individueller Informationen wie Alter und Geschlecht erfahre man, welche Krebsfrüherkennungs-Untersuchungen anstehen und was sie beinhalten. Weitere Informationen dazu unter www.aok.de/tagderkrebsvorsorge.