Kommentar zur Situation am Klinikum Neumarkt: Am Ende leiden die Patienten

Bisher war es ein großer Vorteil, dass das Neumarkter Klinikum keinem Krankenhauskonzern angehört. Bei einem kommunalen Haus liegt die Verantwortung in den Händen von Verwaltungsräten und Kommunalpolitikern, die vor Ort verankert sind und sich den Bürgern verpflichtet fühlen (sollten).
Und bisher war es ein großes Glück, dass der Landkreis Neumarkt und sein Klinikum auf einer finanziell soliden Basis standen.
Doch jetzt werden alle Entscheidungen der Gewinnerzielung untergeordnet. Und das ganz offensichtlich ohne Rücksicht auf die Mitarbeiter.
Es ist klar, dass der eigentliche Druck nicht aus dem Landratsamt kommt. Den Druck macht Berlin. Die Krankenhausreform zwingt sowohl den Verwaltungsrat als auch das Klinikmanagement zu handeln. Ich glaube nicht, dass es einen Mitarbeiter im Klinikum gibt, der diese Tatsache anzweifelt.
Aber die Frage ist doch, wie die Verantwortlichen diese Veränderungen anpacken. Die Reformen von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach können nur gemeinsam mit der Belegschaft umgesetzt werden. Warum wird ihre Kritik nicht ernst genommen? Warum werden all die Kündigungen hingenommen? Warum haben die Mitarbeiter den Eindruck, ihre Argumente zählen nicht?
Landrat Willibald Gailler und das Klinikmanagement der Sozialstiftung Bamberg müssen etwas gegen diese Negativspirale tun, die vor zwei Jahren begonnen hat. Denn sonst werden sie die vakanten Stellen nicht mehr mit gutem Personal nachbesetzen können. In einem Haus mit schlechtem Ruf muss medizinisches Personal heute nicht mehr arbeiten. Es kann sich aussuchen, wo seine Arbeit wertgeschätzt wird.
Am Ende müssen es die Patienten ausbaden, wenn an allen Ecken und Enden Personal fehlt und die restlichen Mitarbeiter erschöpft und ausgelaugt sind.
