Landfrauen aus Neumarkt geben Tipps: In sechs Schritten zum eigenen Adventskranz

Von Bernhard Neumayer · 17. November 2023 um 11:00

Frisches Naturmaterial, gutes Werkzeug, Kreativität und handwerkliches Geschick: Das sind die Zutaten, die man aus Sicht der Landfrauen des Bayerischen Bauernverbandes im Landkreis Neumarkt braucht, um einen eigenen Adventskranz zu binden. Kreisbäuerin Rita Götz erklärt die einzelnen Arbeitsschritte.

1. Die Vorbereitung: Bevor man mit dem Binden startet, rät Götz, sich Gedanken zu machen, wie man den Kranz gestalten möchte. Je nach Bedarf muss man sich das Material organisieren. Die ausgebildete Gartenbäuerin empfiehlt, frische Naturmaterialien zu verwenden. Neben Tannenzweigen eigenen sich laut Götz auch Rosmarin- und Wacholderzweige für einen Adventskranz.

Hat man sich mit Zweigen und Deko-Material eingedeckt, sollte man die Zweige laut Götz auf eine Länge von zehn bis 15 Zentimetern zuschneiden. „Wenn alles vorgeschnitten ist, kann man nachher den Kranz schneller binden“, sagt Götz. Der ständige Wechsel zwischen Zweige schneiden und Draht wickeln entfalle dadurch.

2. Die Form: Klar, der klassische Adventskranz ist rund. Dass er tatsächlich rund und stabil wird, braucht man einen Strohrömer. Wer selbst die Basis des Kranzes nachhaltiger gestalten will, könne statt des Strohrömers auch Haselnuss- oder Weide-Äste nehmen und sie zu einem Kreis biegen, sagt Götz. Die Landfrauen haben sich in diesem Fall für die schnellere Variante mit Strohrömern entschieden.

3. Das Binden: Nach der Vorbereitung geht es los. Götz schnappt sich drei, vier zugeschnittene Zweige und legt sie dicht am Strohrömer an. Dann bindet sie die Zweige mit einem dünnen, grünen Draht fest. Einmal um den Ring, und noch einmal – und schon sind die Zweige befestigt. Danach nimmt sich Götz wieder drei, vier Zweige und bindet diese etwas versetzt am Strohrömer fest. Dabei wickelt sie den Draht natürlich immer in die gleiche Richtung und befestigt so viele Zweige, bis der Strohrömer von oben und von der Seite nicht mehr zu sehen ist. Um das zu erreichen, rät Götz, die Zweige dicht anzulegen.

4. Das Ende: Ist man mit den Zweigen am Startpunkt angelangt, gilt es, den Ring sauber zu schließen. Am Ende soll man nicht mehr erkennen können, wo man angefangen und aufgehört hat, den Ring mit Zweigen zu schmücken. Ist man mit den Zweigen am Ende angelangt, biegt man die ersten Zweige etwas nach oben und wickelt die letzten Zweige darunter. Sind diese befestigt, biegt man die ersten Zweige über die letzten.

5. Die Kerzen: Götz empfiehlt, qualitativ hochwertige Kerzen zu kaufen – auch wegen des Brandschutzes. Form und Farbe seien natürlich jedem selbst überlassen. Befestigt werden die Kerzen mit vier Kerzenständern, die man direkt in den Kranz steckt. Alternativ kann man laut Götz auch einen dickeren Draht abzwacken und ein Ende mit einem Feuerzeug erwärmen. Dann könne man drei dieser Drahtstifte in den Boden der Kerze schieben, um diese dann in den Kranz zu stecken.

6. Die Dekoration: Hier gibt es Möglichkeiten ohne Ende, sagt Götz. Die Landfrauen raten zu nachhaltigen Naturmaterialien: Ilex, Vogelbeeren, Blütenstand des Efeus – „oder, was man findet oder bereits hat“, sagt Götz. Auch weihnachtliche Gewürze wie Anis-Sterne und Zimtstangen eignen sich. Sie können mit Heißkleber aus der Pistole am Kranz festgeklebt werden.

Laut Götz ist es beim Adventskranz auch entscheidend, dass man gutes Werkzeug hat: Gartenschere, Heißklebepistole, Drahtschneider inklusive Draht und eine normale Haushaltsschere seien hilfreich.

Ist der Kranz fertig, könne man ihn bis zum ersten Advent am besten draußen, vor Regen geschützt, lagern, sagt Götz, der es ein Anliegen ist, ihr Wissen weiterzugeben und Traditionen zu erhalten. Dass sich die Landfrauen zum Adventskranzbinden treffen, gehöre da auf jeden Fall dazu.

Der Strohrömer sollte dicht mit Zweigen gebunden werden. Foto: Neumayer
Bei Kreisbäuerin Rita Götz (l.) in Thannhausen haben sich die Landfrauen getroffen. Foto: Neumayer
So kann ein fertiger Adventskranz aussehen. Die Möglichkeiten sind vielfältig. Foto: Neumayer