Tödlicher Drogen-Champagner in Weiden: Tatverdächtiger (35) festgenommen

Eine Feier in einem Weidener Lokal endete im Februar 2022 in einer Tragödie: Ein 52-Jähriger starb nach einem Schluck aus einer Champagnerflasche, sieben weitere Gäste mussten ins Krankenhaus. Nun wurde ein 35-Jähriger in den Niederlanden gefasst. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch.
Im Ermittlungsverfahren rund um die Ereignisse in einem Weidener Lokal in der Nacht des 13. Februar 2022 gibt es Fortschritte. Acht Gäste hatten damals aus einer mit MDMA gefüllten Champagnerflasche getrunken und danach teils lebensgefährliche und in einem Fall tödliche Vergiftungen erlitten. 21 Monate lang ermittelten Staatsanwaltschaft und Zollfahndungsamt nach den Tätern. Nun sind die Spezialisten für Auslandsermittlungen fündig geworden: Ein Tatverdächtiger wurde in den Niederlanden festgenommen und an die hiesigen Ermittlungsbehörden übergeben.
Weg des Champagners bis in die Niederlande zurückverfolgt
Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, wurde im Rahmen der Ermittlungen der Weg der in der Nacht des 13. Februar ausgeschenkten Champagnerflasche sowie weiterer mit Rauschgift gefüllter Flaschen bis in die Niederlande zurückverfolgt. Die Flaschen waren zuletzt an mehrere Menschen, die offenbar den wahren Inhalt nicht kannten, weiterverkauft worden. Auf diesem Wege geriet laut Staatsanwaltschaft eine der Champagnerflaschen nach Weiden.
In Zusammenarbeit mit den niederländischen und polnischen Behörden konnten die Ermittler einen inzwischen festgenommenen 35-jährige Polen als dringend tatverdächtig identifizieren. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm bandenmäßiges Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge, fahrlässige Körperverletzung und fahrlässige Tötung vor.
Konkret soll er zumindest für die Lagerung des in Flaschen abgefüllten Rauschgifts in den Niederlanden verantwortlich gewesen sein. Auch soll er daran mitgewirkt haben, dass die Flaschen an Dritte gelangen konnten. Das Amtsgericht Weiden erließ auf Antrag der Staatsanwaltschaft deshalb einen nationalen Untersuchungshaftbefehl und einen Europäischen Haftbefehl gegen den Mann.
Tatverdächtiger war zunächst geflohen
Nachdem der 35-Jährige zunächst geflohen war, konnte er nun in den Niederlanden festgenommen werden. Inzwischen hat das zuständige niederländische Gericht die Auslieferung nach Deutschland bewilligt und der Beschuldigte konnte am Mittwoch dem Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Weiden vorgeführt werden. Dieser ordnete den Vollzug des Haftbefehls an. Inzwischen ist der Mann in Haft. Er äußerte sich laut Staatsanwaltschaft bisher nicht zum Tatvorwurf.
Die Ermittlungen laufen und werden – auch im Hinblick auf potenzielle Mittäter – mit Hochdruck fortgeführt. Die Staatsanwaltschaft Weiden wies in ihrer Mitteilung ausdrücklich darauf hin, dass auch hinsichtlich des inzwischen inhaftierten Tatverdächtigen weiterhin die Unschuldsvermutung gilt.