Stadt Nittenau will mit Umbaumaßnahmen das Chaos am Wertstoffhof in den Griff bekommen

Was kann die Stadt Nittenau tun, um die Situation am Wertstoffhof zu verbessern? Eine Machbarkeitsstudie sollte den Stadträten die Optionen aufzeigen – und sie trafen eine Entscheidung: Das Areal soll mit einer Investition in Höhe von rund 250.000 Euro auf Vordermann gebracht werden.
Bei der Sitzung am Dienstagabend erfuhren die Räte von zwei Vertretern des Ingenieurbüros Renner und Hartmann aus Amberg, welche Möglichkeiten es gibt, um das von vielen Bürgern kritisierte Chaos am Nittenauer Recyclinghof in den Griff zu bekommen. Planer Manfred Pirner beschrieb den Räten zunächst die Schwachpunkte der Einrichtung an der Bodensteiner Straße. „Ich will den Wertstoffhof nicht schlechtreden, aber es ist dort eine ziemlich verbaute Angelegenheit“, sagte er.
Platzmangel ist am Nittenauer Wertstoffhof ein großes Problem
Einerseits sei die Anordnung der Container nicht gut – die Abstände zu den Verkehrsflächen seien deutlich zu gering. Platzmangel sei auf dem Areal überhaupt das vordringlichste Problem: Mit seiner Fläche von 1500 Quadratmetern sei der Wertstoffhof deutlich zu klein. Wie Pirner erläuterte, benötige man für einen den aktuellen Anforderungen entsprechenden Recyclinghof ein Grundstück mit rund 2500 Quadratmetern.
Als kritisch sah der Planer auch die Tatsache, dass es für die Besucher des Recyclinghofs nur eine Zufahrt gebe. „Diese hat keine Markierungen und jeder kann rein- und rausfahren, wie er will“, sagte Pirner. Nicht ideal sei auch die Tatsache, dass sich der Verkehr des Wertstoffhofs und des Bauhofs auf dem Gelände in die Quere kämen. Zudem monierte der Experte die unbefestigte Hackgutlagerstätte und hohe Bordsteinkanten beim Zugang zu Containern, die sich für die Nutzer als Stolperfallen erweisen könnten.
Neue Zufahrt geplant
Am Ende votierten die Räte für die mit rund 250.000 Euro Investitionskosten verbundene günstigere Lösung – den Umbau des vorhandenen Wertstoffhofs an der Bodensteiner Straße. Dabei soll das Gelände eine neue Zufahrt sowie eine Einbahnregelung bekommen. Auf einer Fahrspur sollen die Besucher die Container ansteuern können und auf einer Haltespur zum Entladen stehen bleiben. Grundsätzlich sollen die Container neu angeordnet werden. Östlich der Salzlagerhalle ist eine Winkelstützmauer vorgesehen und die Hackgutlagerfläche bekommt eine Tragdeckschicht.
Allerdings lassen sich laut Pirner durch den Umbau auf dem bestehenden Gelände einige Probleme nicht lösen: Weiterhin werde es auf dem Gelände, das viel zu klein sei, Verkehrskonflikte geben – und auch die Hackgutlagerfläche müsse verkleinert werden.
Mit der von Pirner ebenfalls vorgeschlagenen – und empfohlenen – Variante des Wertstoffhof-Neubaus an anderer Stelle konnten sich die Räte mehrheitlich nicht anfreunden. Hier müsste die Stadt mit Kosten in Höhe von rund 310.000 Euro rechnen – und außerdem zusätzlich eine Menge Geld für ein erst noch zu findendes neues Grundstück in die Hand nehmen.
Bürgermeister Benjamin Boml (FW) stellte die Frage in den Raum, ob es sinnvoll sei, eine Viertelmillion Euro für „ein verbessertes Provisorium“ auszugeben. Er empfahl den Räten, langfristig zu versuchen, den Wertstoffhof auszulagern. Eine Erweiterung vor Ort kommt laut den Planern nicht infrage, da sich hier Biotope sowie Flächen befinden, die für den Hochwasserschutz verplant sind.
SPD-Rat Jürgen Kuprat spricht von „untragbarem Zustand“
Einige Räte plädierten am Ende deutlich in Richtung der billigeren Umbau-Variante. „Man kann ein neues 2500 Quadratmeter großes Grundstück doch nicht so einfach aus dem Ärmel schütteln“, gab Jürgen Kuprat (SPD) zu bedenken. Auch sei es sinnvoll, Wertstoffhof und Bauhof beieinander zu lassen, damit die vorhandenen Gerätschaften gemeinsam genutzt werden könnten. Der Umbau an Ort und Stelle sei „eine Möglichkeit, eine schnelle Lösung für einen untragbaren Zustand“ zu finden.