Husten, Schnupfen und Fieber gehen um: Inzidenz des RKI höher als in Corona-Jahren

Husten, Schnupfen, Heiserkeit und Fieber haben Deutschland im Griff. Laut aktuellen Zahlen des RKI lag die sogenannte ARE-Inzidenz höher als in den Corona-Jahren um diese Jahreszeit. Betroffen sind vor allem Kinder zwischen 0 und 4 Jahren.
Die Abkürzung „ARE“ steht für sogenannte Akute Respiratorische Erkrankungen und bezeichnet nach Behördenangaben unter anderem typische Erkältungsanzeichen wie Husten, Schnupfen und Fieber, aber auch Bronchitis, Halsentzündung und Lungenentzündung.
Das Robert-Koch-Institut berechnet zu diesen Erkrankungen wöchentlich eine Inzidenz ähnlich wie schon in der Corona-Pandemie. Diese gibt es grundsätzlich in zwei Varianten: Zum einen können Bürger in einem Online-Portal selbst melden, ob sie an einer Atemwegserkrankung neu erkrankt sind. Zum anderen werden fallbasierte anonymisierte Daten anhand von ICD-10-Codes aus einem Netzwerk primärversorgender Arztpraxen in Deutschland ans RKI weitergeleitet.
Inzidenz aus Bevölkerungsmeldungen höher als in den Corona-Jahren in der entsprechenden Woche
In der Kalenderwoche 43 (2023 von 23. bis 29. Oktober) gingen beim RKI 6275 Wochenmeldungen von Bürgern ein, Die daraus berechnete bundesweite Inzidenz je 100.000 Einwohner liegt bei 8502. Das ist deutlich mehr als in den letzten Jahren in dieser Kalenderwoche.
Zum Vergleich: In der Saison 2022/23 lag der Wert in der selben Kalenderwoche bei 6303, 2021/22 waren es 6088 und im ersten Corona-Jahr 2020/2021 sogar nur 3428. Und 5350 waren es in der Saison 2019/2020.
Betroffen sind vor allem Kinder zwischen 0 und 4 Jahren
Gemäß der RKI-Zahlen sind vor allem Kinder zwischen 0 und 4 Jahren in der Kalenderwoche 43 neu erkrankt. Die Inzidenz in dieser Altersgruppe lag mit 14.485 noch einmal deutlich höher als in der Gesamtbevölkerung. Laut historischem Datenabgleich war das aber auch in den Vorjahren ähnlich.
Arztpraxen-Inzidenz beim RKI in etwa auf Vorjahres-Niveau
Die sogenannte ARE-Konsultationsinzidenz, die aus von Arztpraxen übermittelten Daten ermittelt wird, lag in der selben Kalenderwoche bei 1798 und damit in etwa auf dem Vorjahresniveau mit einem Inzidenzwert von 1938. Für die Jahre zuvor ist dieser Wert nicht verfügbar. Auch hier liegt der Wert in der Altersgruppe der 0- bis Vierjährigen mit 7844 deutlich höher.
In den Vorjahren war Kalenderwoche 49 der Höhepunkt der Erkältungswelle
Ist die aktuelle Erkältungswelle erst der Beginn? Zumindest rückblickend auf die Vorjahresdaten lässt sich das vermuten: Sowohl in der aus Arztpraxendaten als auch in der aus Bevölkerungsmitteilungen errechneten Inzidenz der letzten Jahre war Kalenderwoche 43 noch nicht der Höhepunkt. Der war eher in der Kalenderwoche 49 – heuer wäre das zwischen 4. und 10. Dezember.