Hier eröffnet Regensburgs Weihnachtsreigen: Gräflicher Markt als Frühstarter

Der kleinste der Regensburger Weihnachtsmärkte macht am 23. November den Anfang. Was ist geplant beim Rosarium?
Mit dem Monat November rücken auch die Regensburger Weihnachtsmärkte in Sichtweite. Zum etablierten Quartett aus Christkindlmarkt, Lucreziamarkt, Romantischem Weihnachtsmarkt auf Schloss Thurn und Taxis sowie Adventsmarkt im Spitalgarten hat sich in den letzten Jahren mit dem Gräflichen Christkindlmarkt im Rosarium-Garten ein weiterer hinzugesellt.
Die bislang eher als kleine Ergänzung in der Phalanx der großen Vier wahrgenommene Veranstaltung fällt heuer durch eine Marketing-Offensive auf. Schon seit Anfang Oktober ist entlang der Kumpfmühler Straße jedes dritte Zaunfeld des Dörnbergparks mit einem großen Werbebanner für den Markt bestückt. Will da jemand hoch hinaus?
Dieser Verdacht drängt sich auf. Schließlich tritt nicht nur die Reklame flächendeckend und frühzeitig auf, auch mit seinem Starttermin 23. November ist der Markt an der Spitze. Die wohlklingenden Namenszusätze „Gräflich“ – eine Hommage an den Park-Paten Ernst Graf von Dörnberg – und „Zauberhaft“ lassen ebenfalls auf gesteigerte Ambitionen schließen.
Einbußen seit Monaten
Doch Rosarium-Geschäftsführer Georg Schröppel winkt ab: „Nein, das ist keine Offensive. Wir wollen schlicht und einfach Aufmerksamkeit erzeugen. Und dafür nutzen wir alle Möglichkeiten, die zur Verfügung stehen.“
Die Sache mit der Aufmerksamkeit hat durchaus einen ernsten wirtschaftlichen Hintergrund. Denn das Rosarium hat in den zurückliegenden Monaten arg gelitten. Wegen umfassender Kanalarbeiten in der Augustenstraße ist das Lokal bereits seit dem Frühjahr nur erschwert erreichbar. „Das hat wehgetan und uns enorme Einbußen beschert, die müssen wir wieder reinkriegen“, sagt der Geschäftsführer, ohne einen Vorwurf an irgendjemand zu formulieren. „Da kann man nichts machen, das sind ja notwendige Arbeiten.“
Das baustellenbedingte Loch in der Kasse soll nun mit Hilfe des Gräflichen Christkindlmarkts zumindest teilweise gefüllt werden. „Klein, aber fein, mit unterschiedlichen Ausstellern und Künstlern in jeder Woche“, lautet Schröppels Beschreibung für den Markt, der immer Donnerstag bis Samstag von 16 bis 22 Uhr und Sonntag von 12 bis 22 Uhr geöffnet hat. In kulinarischer Hinsicht wird das Rosarium-Team heuer von Stenz-Eis und einem Food-Truck unterstützt.
Eintritt ist erstmals frei
Dies hat gleich mehrere Konsequenzen: Da Schröppels Personal nun kaum mehr durch den Markt in Beschlag genommen wird („Wir müssen uns nur noch um den Glühweinstand kümmern“), können im Rosarium die regulären Öffnungszeiten aufrechterhalten werden. „Das ist eine schöne Geschichte, eine Win-win-Situation“, meint der Geschäftsführer. Zu den Gewinnern zählen die Tagesgäste im Rosarium ebenso wie die, die ihre Weihnachtsfeier dort planen. Beschicker und Besucher des Markts profitieren zusätzlich, denn: Hier ist erstmals kein Eintritt mehr zu bezahlen.
Auch diese Nuance dürfte dem Markt in diesem Jahr mehr Frequenz bescheren. Doch eine Offensive, das betont Schröppel erneut, ist daraus nicht abzuleiten: „Konkurrenz-Situation will ich keine schaffen. Ich schätze alle Regensburger Weihnachtsmärkte, jeder von ihnen hat seine Daseinsberechtigung.“