Firma RKT ist auf Erfolgskurs: 30 Millionen Euro fließen in Erweiterung und Modernisierung

Von Oliver Hausladen · 27. Oktober 2023 um 05:00

Die Rodinger Kunststofftechnik (RKT) GmbH ist nachhaltig auf Erfolgskurs: Der Spritzguss-Spezialist investiert knapp 30 Millionen Euro, um seine Produktionsstätte im Industriegebiet am Rodinger Bahnhof zu erweitern und zu modernisieren. Möglich und nötig ist das, da das Unternehmen einen Großauftrag an Land ziehen konnte, erläutern Markus Kamm und Alex Winkler.

Obwohl das Unternehmen sehr viel Strom verbraucht, hat es sich dem Umweltschutz und der Nachhaltigkeit verschrieben, so wird etwa nur „grüner Strom“ eingekauft, obwohl dieser merklich teurer ist als konventioneller.

500 Millionen Bauteile für Insulinnadeln wird RKT künftig jährlich für ein bekanntes Pharmaunternehmen herstellen, es handle sich um einen der größten Aufträge in der bisherigen Firmengeschichte, berichtet Kamm, der für die Bereiche Verkauf, Projekte und Einkauf verantwortlich ist.

Großauftrag bekommen

Dass dieser Auftrag für die Produktion der Einzelkomponenten für die Fixierung der Nadelspitze von Insulinpens trotz anderer auch internationaler Bewerber nach Roding ging, habe das Unternehmen sehr gefreut. Zuvor habe es Überlegungen gegeben, ob das Projekt überhaupt für das mittelständische Unternehmen, das in Roding etwa 250 Mitarbeiter beschäftigt, zu stemmen sei. Zwar laufe der Großauftrag über viele Jahre, doch gilt es zuvor, erst einmal kräftig zu investieren und unter anderem eine neue Halle mit modernen Maschinen zu errichten. Der Neubau sei auch ein klares Bekenntnis zum Standort Roding.

Vom Bauantrag bis zum Spatenstich für den knapp 3000 Quadratmeter großen Neubau verging nicht viel Zeit, Kamm und Winkler betonen dabei auch die Unterstützung durch Stadt und Landratsamt. Bisher läuft alles nach Plan, trotzdem ist der Zeitplan eng: Ab Ende Februar kommenden Jahres soll in der neuen Halle produziert werden. Dort werden sechs neue Spritzgussmaschinen stehen, die pro Vorgang 128 Bauteile auf einmal produzieren können. Dies ist nötig, um auf die geforderte Stückzahl kommen zu können, erläutern Kamm und Winkler. Mit dem Auftrag werde er Jahresumsatz des Unternehmens, der momentan im mittleren siebenstelligen Bereich liege, fast verdoppelt.

Gleichzeitig laufen große Umbauarbeiten im Bestand. Grund ist, dass sich die Firma immer mehr auf Kunden aus den Bereichen Medizin und Pharma konzentriert – dort sind höchste Standards bei Hygiene und Genauigkeit Pflicht. „Wenn wir etwas um- oder neu bauen, sind das fast nur noch Reinräume“, sagt daher Kamm.

Nur „grüner“ Strom

Mit der neuen Produktionskapazität steigt auch der Stromverbrauch des Unternehmens von 6,5 auf etwa 8,5 Millionen Kilowattstunden jährlich. Trotzdem werde RKT weiter ausschließlich auf „grünen Strom“ setzen, so die Firmensprecher. Zwar bedeute dies weniger Gewinn, das Unternehmen habe sich aber mit seinen Gesellschaftern klar dafür entschieden, den Weg der Nachhaltigkeit zu gehen. „Wir haben auch das Glück, dass unsere Auftraggeber dies ebenso sehen und bereit sind, etwas mehr für die Produkte zu zahlen“, sagt Winkler.

Auch in vielen anderen Bereichen versuche die Firma, nachhaltig zu wirtschaften. So werden etwa mit der Abwärme, die über die Spritzgussmaschinen erzeugt wird, die Gebäude beheizt, der Ölverbrauch sank dadurch quasi auf Null. Ebenso wird weniger Energie zur Abkühlung des Prozesswassers benötigt, da dieses in einem integrierten Wasserspeicher, der bereits für die Sprinkleranlage eingebaut werden musste, gekühlt wird. Der Behälter, der das Wasser für die Sprinkleranlage bereithält, wird im hinteren Teil des Gebäudes positioniert, so dass das Wasser dort als Kühlwasser für die Spritzgusswerkzeuge genutzt werden und dafür nicht mehr so stark vor der Nutzung heruntergekühlt werden muss.

Fokus auf Energieeffizienz

Innerhalb des Neubauprojekts habe der Fokus von Beginn an auf Energieeffizienz gelegen: Eine hohe Investitionssumme fließe in Produktionsmaschinen, Kälte- und Drucklufttechnik, die in Sachen Energieeffizienz auf dem neuesten Stand der Technik sind.

Ab 2012 wurde außerdem die Beleuchtung in den Fertigungsbereichen nach und nach komplett auf LED umgestellt, wodurch bedeutende Energiemengen eingespart werden konnten. „Wir wollen auch weiterhin ein Vorreiter auf dem Gebiet der Nachhaltigkeit sein“, betonen Kamm und Winkler.

Das Unternehmen im Portrait

Spezialist für Kunststoffspritzguss: Die Rodinger Kunststoff-Technik GmbH hat sich auf den Formenbau, den Kunststoffspritzguss und die Abfüllung und Montage von Komponenten und Modulen für die Medizin- und Life-Science-Industrie spezialisiert.

Von der Entwicklung bis zum Versand: Das Unternehmen realisiert die vollständige Wertschöpfungskette des Kunden von der Entwicklungsarbeit über den Werkzeugbau und die Kunststoffverarbeitung bis hin zu Montage, Logistik und Versand.

Grundsteinlegung im Juli 1974: Grundsteinlegung für das Werk in Roding war im Juli 1974.

Entscheidung zum Neubau 1980: Im Jahr 1980 fiel dann die Entscheidung zum Neubau einer Produktionsstätte und eines Verwaltungstraktes im Industriegebiet am Rodinger Bahnhof.

Bald fast 13000 Quadratmeter Produktionsfläche: Aktuell gibt es rund 10000 Quadratmeter Fertigungsfläche, durch den Neubau wird um knapp 3000 Quadratmeter erweitert.