Die Zukunft des (Um-)Bauens

Der Architekturkreis Regensburg e.V. feierte 30. Jubiläum. An der OTH Regensburg fand dazu die Tagung „UmBaukultuR“ mit hochrangigen Gästen statt. Wie groß das Interesse am Thema ist, zeigte sich beim Eröffnungsabend der Tagung nicht nur in der Zahl der Gäste, sondern auch an den lebhaften Diskussionen und den spannenden Vorträgen. An die 200 Besucher zählte die Tagung insgesamt.
Seit 30 Jahren widmet sich der Regensburger Architekturkreis der städtischen Baukultur und war damals einer der ersten Baukulturvereine in Deutschland, wie Bernd Rohloff, Beirat des Vereins, in seinem Grußwort betonte. Der Verein setzte sich von Beginn an dafür ein, dass der Dialog über baukulturelle und stadtentwicklungsrelevante Themen in Politik und Stadtgesellschaft angeregt wurde.
Verfechter der Stadtbahn
Rohloff betonte, dass sich der Architekturkreis immer wieder in relevante Projekte einbringe und pro oder kontra argumentiere. Der Verein ist ein Verfechter einer gut funktionierenden Stadtbahn als eine für jedermann einfach und kostengünstig nutzbare Mobilitätsgarantie für die Region in der Zukunft. Die Umnutzung des Stadtlagerhauses als Kreativareal wolle man ebenso vorantreiben wie die Entwicklung des Stadtteils Reinhausen. Über allem stehe das Ziel, Alltagsbausubstanz zu erhalten, neu zu nutzen und dabei Ressourcen zu schonen und CO2 zu sparen.
Eng verbunden mit dem Verein ist die Fakultät Architektur an der OTH Regensburg. Daher war es naheliegend, dass der Architekturkreis sein Jubiläum an der Fakultät feiert. Prof. Ralph Schneider, Präsident der OTH Regensburg, betonte in seinem Grußwort: „Wir leben in einer Zeit, in der wir unser Denken und Handeln den Herausforderungen des Klimawandels und der Ressourcenknappheit anpassen müssen. Die ressourcenschonende und qualitätvolle Um- und Weiternutzung bestehender Gebäude, wie sie in der Fachcommunity diskutiert wird, ist ein Schritt in die richtige Richtung.“
Auf solche Herausforderungen ging auch Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer ein – von Solarpanels auf historischen Dächern des Welterbes bis zum Wärmenetz für den historischen Altstadtkern gebe es viel Diskussionsbedarf. Um diese Debatten fachlich fundiert zu führen, werde der Architekturkreis auch in den nächsten 30 Jahren dringend gebraucht.
Die Intention der Tagung sei es, den Status quo der Baukultur in Regensburg zu reflektieren, Meinungen und Erfahrungen auszutauschen, sich zu vernetzen und gemeinsam über Zukunftsperspektiven zu diskutieren, sagte Sabina Sommerer, 2. Vorsitzende des Architekturkreises.
Erfahrungen und Visionen
Am Freitag ging es weiter mit spannenden Vorträgen zu Umbaukreisläufen, kreativen Impulsen, Studien, Landschaftsbau, gesellschaftlicher Bedeutung von Umbauarchitektur und vielen weiteren Themen, die von hochrangigen Vertretern der Bau- und Architekturszene Deutschlands wie Christine Lemaitre, geschäftsführende Vorständin der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen e. V., Alexis Angelis, Architekt BDA und Projektentwickler aus Oldenburg, Wohnwendeökonom Daniel Fuhrhop oder Prof. Daniel Baur aus Basel beleuchtet wurden. Zudem berichteten Vertreter gesellschaftlicher Initiativen wie dem Mietshäuser Syndikat von ihren Erfahrungen. Studierende stellten ihre Visionen zur Zukunft des Bauens vor und diskutierten mit den Experten am Podium.