Manfred Macht aus Furth im Wald hat einen Sechsjährigen vor dem Ertrinken gerettet

Manfred Macht ist ein Lebensretter, dafür wird er mit einer Anerkennungsurkunde sowie einer Medaille ausgezeichnet. Für uns hat er noch einmal auf den Sommersonntag im Juli zurückgeblickt, als er einen Sechsjährigen vor dem Ertrinken gerettet hat.
„Ich war an diesem Tag mit meiner Familie im Freibad“, erinnert sich der Further Manfred Macht. Sein Sohn ist ebenfalls sechs Jahr alt, kann aber schon sehr gut schwimmen, trainiert auch bei der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG).
Leblos auf dem Beckenboden
„Trotzdem habe ich ein Auge auf ihn. Schließlich kann in dem Alter immer etwas passieren.“ Machts Sohn ist von den Startblocks ins Wasser gesprungen. Dem aufmerksamen Vater ist aufgefallen, dass davor ein kleiner Junge mit seiner Taucherbrille geschwommen ist. „Der hatte den Kopf schon ziemlich lange unter Wasser. Da bin ich hingegangen um nachzusehen.“ Keine einfache Situation an diesem Tag, weil das Freibad in seiner Erinnerung sehr voll war. Macht entdeckt aber den bewegungslosen Buben am Boden des Beckens und handelt sofort. „Da denkt man nicht groß nach, schließlich war er schon mindestens eine halbe Minute unter Wasser“, erinnert sich Macht.
Er springt beherzt ins Wasser und bringt den Sechsjährigen im wahrsten Sinne des Wortes ans rettende Ufer. „Er war ganz blau im Gesicht. Ich hab richtig Panik bekommen.“ Doch Macht tut wohl das einzig Richtige und beginnt mit einer Herzmassage. Dann sind auch schon die Leute zusammengelaufen. Einer von ihnen war Allgemeinmediziner Matthias Vogl aus Arnschwang, der sich an diesem Tag ebenfalls im Freibad aufgehalten hat. „Er hat zu mir gesagt, dass ich nicht so fest drücken soll und hat dann die weitere Behandlung übernommen. Ich war echt froh, dass er da war.“ Für seinen Einsatz wird Vogl ebenfalls ausgezeichnet. Wenig später kam auch schon der Rettungshubschrauber und hat den Jungen zur Beobachtung ins Klinikum nach Regensburg geflogen.
Zwei Schutzengel
Warum der Bub untergegangen ist, kann Macht auch nicht sagen. „Vielleicht“, überlegt er, „hat er Wasser geschluckt.“ Für ausgeschlossen hält er, dass ein anderer auf ihn gesprungen ist. „Das hätte ich gesehen.“ Klar ist, dass der gerettete Bub an diesem Tag zwei Schutzengel gehabt hat, denen er sein Leben verdankt. Macht möchte das Ganze aber nicht so hoch hängen. Klar freut er sich über die anstehende Ehrung, aber er sagt auch: „Ich war einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort.“ Und natürlich würde er es immer wieder tun. „Das Wichtigste ist doch, dass er überlebt hat.“ Der Familienvater kann sich nicht vorstellen, dass irgendjemand in einer solchen Situation anders reagiert. Die Eltern waren später bei ihm zu Besuch, haben sich überschwänglich bedankt und Geschenke gebracht. Übrigens, die beiden Jungs gehen seit diesem Jahr in Furth in die 1. Klasse. Hat er als Vater nach diesen Erlebnissen jetzt mehr Angst um seinen Sohn? „Das nicht, aber ich werde auf jeden Fall auch in Zukunft aufpassen.“

