„Pizzawogn“ von Manuel Höcherl fährt fast laufend Einsätze – gegen den Hunger

Zwölf Einsätze hat der neue feuerrote Unimog von Manuel Höcherl aus Heindelmühle bei Stamsried schon absolviert – und ist damit häufiger gefordert als manches Feuerwehr-Fahrzeug. Allerdings hat Höcherl nur angenehme Einsätze mit seinem „Pizzawogn“: Er muss nur den Hunger bei Festen bekämpfen.
„Dass es so gut läuft, hätte ich mir nicht gedacht“, freut sich der 29-Jährige, dass auch sein zweiter Oldtimer-Umbau (mit dem „Feierwogn“ sorgt er schon seit einiger Zeit für Getränke bei Feiern) so gut ankommt. Vor allem auch, weil die Stimmung bei den „Einsätzen“ stets bestens sei, wie er betont, „lauter nette, interessante Leute, gute Gespräche, da macht es dann auch mir richtig Spaß.“
Umfangreicher Umbau
Er habe schon immer einen Unimog haben wollen, erzählt Höcherl von den Anfängen, wie es zum „Pizzawogn“ kam. Schließlich wurde er im Holzwerk Gmach im Nachbarort Pösing fündig. Der Mercedes mit Baujahr 1960 wurde dort ausgemustert, „der Zustand war aber nicht schlecht“, berichtet der Tüftler. Also holte er das Fahrzeug – und dann stand es erst einmal einige Monate in der Heindelmühle.
„Ich wusste erst nicht so recht, was ich damit will“, gibt Höcherl zu. Ein zweiter „Feierwogn“ sollte es nicht werden. Die zündende Idee hatte er dann als Gast auf einer Feier, wo Pizzen aus einem Anhänger verkauft wurden. „Das fand ich super“, sagt der 29-Jährige, jedoch wollte er nicht mit dem Unternehmen, das dort tätig war, in einen Konkurrenzkampf treten. „Doch die haben dann aufgehört. Dann habe ich nachgefragt, ob sie ein Problem damit hätten, wenn ich so ein ähnliches Konzept machen würde“, erzählt Höcherl – nachdem das „Okay“ erteilt war, wusste er, was aus seinem „neuen“ Oldtimer werden sollte.
Ein halbes Jahr lang dauerten dann die umfangreichen Umbauarbeiten, die er gemeinsam mit Freunden durchführte. Das Innenleben des Fahrzeugs mit Pumpe, Schlauchrolle und Löschwassertank musste ausgebaut werden.
Pizzaofen aus Portugal
Beim mitentscheidenden neuen Teil, dem Pizzaofen, wurde er im Allgäu fündig, wo er ein in Portugal handgefertigtes, etwa 800 Kilogramm schweres Exemplar erwarb. Den Pizzaofen selbst zu bauen, sei für ihn keine Option gewesen: „Das ist gar nicht meine Baustelle. Und wenn es dann nicht funktioniert hätte, wäre der ganze Pizzawogn nichts gewesen“, erläutert Höcherl.
Im 86 PS starken Fahrzeug finden sich auch drei kleine Kühlschränke für die unterschiedlichen Beläge der Pizzen. Diese sind etwa Teeblatt groß und werden aus einer Mischung aus Pizza- und Flammkuchenteil hergestellt. Nur etwa 90 Sekunden dauert es, bis ein Exemplar fertig gebacken ist – ideal für Feiern, bei denen schnell viele Hungrige versorgt werden müssen.
Ganz einfach zu bedienen ist der Pizzaofen, der im Inneren bis zu 500 Grad heiß wird, nicht, sagt Höcherl. Durch seinen Vater, Bäckermeister Michael Höcherl, der auch Steinofenbrot backt, hatte er den Dreh aber relativ schnell heraus. „Am Anfang habe ich den Leuten immer gesagt, sie sollen sagen, wenn etwas nicht passt, damit wir es verbessern können. Wir waren uns am Anfang ja auch noch unsicher. Aber die Kunden waren eigentlich immer begeistert vom Geschmack“, freut sich der „Pizzawogn“-Bauer.
Bald erster Doppeleinsatz
Bisher wurden „Feier-“ und „Pizzawogn“ immer getrennt gebucht, im Kürze steht bei einer Hochzeit aber der erste Doppeleinsatz für die Oldtimer von Höcherl an. „Auch künftig sind die Modelle einzeln oder auch zusammen buchbar, dann braucht es aber etwas Vorlauf“, erläutert er.
Seine speziellen Wägen sieht er weiterhin als Hobby an: „Es geht nicht darum, maximal zu verdienen. Es soll nicht draufgezahlt werden, aber ich werde das weiter erst einmal im Nebenerwerb machen.“
Infos und Buchung
Einzeln und getrennt buchbar: „Feierwogn“ und „Pizzawong“ können einzeln oder zusammen für Firmenfeiern, Hochzeiten, Eröffnungen oder andere Ereignisse gebucht werden.
Mehr Informationen: Weitere Informationen gibt im Internet unter www.feierwogn.de und bei Manuel Höcherl, Tel. (0151) 42328003; E-Mail: info@feierwong.de
