Friedhofsführung gibt auch Einblick in die Burglengenfelder Stadtgeschichte

Von Mittelbayerische Zeitung · 22. Oktober 2023 um 17:00

Am Sonntag, 5. November, findet um 15 Uhr eine Führung über den Burglengenfelder Friedhof mit der ehemaligen Museumsleiterin Margit Berwing-Wittl statt. Auf einem rund anderthalbstündigen Rundgang gibt es viel über historische Bräuche und Rituale rund um Sterben und Grabgestaltung zu erfahren.

„Ein Friedhof ist nicht nur ein Ort der Trauer und des Gedenkens, sondern auch ein Spiegel der städtischen Geschichte und der Familien, die hier gelebt haben“, heißt es in der Ankündigung. Besonders gut lassen sich die speziellen Burglengenfelder Eigenarten an den denkmalgeschützten Grabmonumenten der Bildhauer Karl und Franz Bornschlegel aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts oder von Fritz König (Landshut) und Christine Sabel (Burglengenfeld) nachvollziehen.

Reichtum auch nach dem Tod demonstriert

Viele Grabsteine erzählen darüber hinaus Geschichten von Burglengenfelder Persönlichkeiten, die ihren Reichtum nicht nur im Leben, sondern auch nach dem Tod demonstrierten.

Eindrucksvolle Grabtafeln und eine ganze Reihe figürlich gestalteter Grabstätten sind in Burglengenfeld vor allem aus den letzten beiden Jahrhunderten zu finden. Die Grabstätte von Henri Goffard – Begründer des Eisenwerks Maximilianshütte 1852 – ist ebenso zu bestaunen wie prunkvolle Familiengräber.

Gedenktafel für Widerstandskämpfer Josef Schmidt

Auch die Gedenkstätte für die drei Opfer des „Blutigen Palmsonntag“, die im April 1919 die Räterevolution nach Kallmünz bringen wollten, wird aufgesucht. Dort befindet sich auch die Gedenktafel für Josef Schmidt, den wichtigsten kommunistischen Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus, der wenige Tage nach Kriegsende im Mai 1945 noch im KZ Dachau umgebracht wurde.

Anmeldung über www.burglengenfeld.de (Link zur vhs) oder unter der Telefonnummer (09471)/3022333. Treffpunkt ist vor dem Haupteingang des Friedhofs. Die Führung kostet vier Euro.