US-Armee investiert über 90 Millionen Dollar in Hohenfels – Weitere Millionenprojekte geplant

Von Paul Böhm · 16. Oktober 2023 um 05:00

Die US-Armee in Hohenfels investiert kräftig in die Verbesserung der Infrastruktur des Truppenübungsplatzes. Sie plant in den nächsten Jahren bis 2026, über 90 Millionen Dollar in die Verbesserung der Infrastruktur des Truppenübungsplatzes Hohenfels zu investieren.

Das Geld wird verwendet für die Sanierung von Unterkünften, Werkstätten, Abwasser, Kläranlage, Sozialräume und dem Bau von über achtzig weiteren Unterkünften für Soldaten. Im Jahr 2026/27 ist zusätzlich der Bau von 87 Wohneinheiten, einem neuen Army-On-Post-Housing, mit einem Kostenvolumen von etwa 100Millionen US-Dollar im Truppenübungsplatz geplant.

„Vorgesehen ist in den Jahren nach 2026 auch die Errichtung eines neuen Simulationszentrums für das multinationale Übungszentrum JMRC mit einem Kosten-Volumen von etwa 88 Millionen US-Dollar“, so Bernhard Weber, stellvertretender Leiter der Bauabteilung in Hohenfels. Er informierte auch darüber, dass nach wie vor Mitarbeiter mit verschiedenen Berufsausbildungen gesucht werden.

Der Markt Schmidmühlen war in den vergangenen Tagen der Gastgeber des 39. Community-Connector im Schloss-Stadl in Schmidmühlen gewesen. Dieses jährliche Treffen der Bürgermeister der Truppenübungsplatzrandgemeinden rund um Hohenfels ist die jährliche Informationsplattform der US- Militärs für die Bürgermeister und Behördenvertreter zum Informationsaustausch und der der Vorstellung der Übungsplanung.

Community-Connector ist eine wertvolle Veranstaltung zur Kontaktpflege

Von Seiten des Marktes Schmidmühlen hatte 2. Bürgermeister Martin Bauer die Teilnehmer im Schloss-Stadl begrüßt. Er sprach von einer guten Einrichtung, um den Dialog zwischen den US-Militärs und den Bürgermeistern zu pflegen.

Neben dem Ehrfahrungsaustausch mit den US-Militärs stand auch die Verabschiedung des Leiters des Bundesforstbetriebes Hohenfels, Markus Perpeet, im Mittelpunkt der Tagung. Er wird im Frühjahr 2024 in Ruhestand gehen. Zum Abschied überreichte ihm der Kommandeur des Joint Multinational Rediness Center Hohenfels (JMRC), Oberst Justin Y Reese, eine amerikanische Flagge aus dem Hohenfelser Hauptquartier samt Besitzurkunde. Perpeet übergab sowohl dem US Kommandeur Oberst Justin Reese als auch Bürgermeister Peter Braun Erinnerungsgeschenke aus den Ruinen von Enslwang.

Diese Übungen stehen an

Oberst Justin Y. Reese, Commander Operations-Group, informierte über das Übungsgeschehen im Truppenübungsplatz Hohenfels. Ab 10. Oktober läuft die Großübung Combined Resolve 2023 an, die bis zum 9. November dauern wird. Kleinere Übungen werden folgen. Im Januar 2024 findet eine KFOR-Ausbildung statt und gegen Ende Februar 2024 ist die Übung Allied Spirit eingeplant.

Über den Flugbetrieb berichteten Hohenfels Air Traffic und Airspace Officer Robert Elam und Airfield Manager Dietmar Meier den Konferenzteilnehmern. Wie sie sagten, sei es ihre vorrangige Aufgabe, die US-Armee in Europa dabei zu unterstützen, einsatzbereite und kampftaugliche Streitkräfte für das US-Kommando und der NATO bereitzustellen.

Zum Thema Drohnenflüge sagten sie, dass die Drohnenführer angewiesen seien, innerhalb des Trainingsgeländes mit einem Abstand von 100 Metern zur Übungsplatzgrenze zu fliegen.

Robert Graf vom US-Wohnungsamt informierte, dass die US-Armee weiterhin auf der Suche nach Wohnungen ist. „Der Belegungsgrad aller uns zur Verfügung stehenden Wohnungen liegt derzeit bei über 90Prozent“, sagte er. Privat angemietet sind derzeit 654 Wohneinheiten. „Dies ist eine deutliche Steigerung von 187 Projekten innerhalb eines Jahres.“

Cristina Wilson vom Öffentlichkeitsbüro informierte darüber, dass es in diesem Jahr lediglich sieben Anrufe wegen Fluglärmbelastung gegeben habe. Die Bürgermeister sind am 22. November wieder zum Thanksgiving-Meal eingeladen. Das Holiday-Tree-Lighting findet am 30. November statt und der Neujahrsempfang ist für den 10. Januar geplant. Das Deutsch-Amerikanische Volksfest wird von 1. bis 5.Mai 2024 gefeiert.

Windkraftausbau ist wegen der Flugrouten schwierig

Thema waren auch die Flugrouten rund um den Truppenübungsplatz Hohenfels. Der Lupburger Bürgermeister Manfred Hauser berichtete, dass es für seine Gemeinde fast unmöglich sei, Standorte für Windkrafträder wegen der Flugrouten zu benennen. „Wir haben schon mehrmals Flächen benannt und sind jedes Mal abgelehnt worden“.

Allerdings erfolge die Genehmigung der Windkraftorte durch die zuständigen Behörden der Bundesländer. Beteiligt sei auch das Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr (BAIUDBw).

Wie die Bürgermeister erfuhren, könne bereits vor der Antragstellung eine formlose Voranfrage an das BAIUDBw gerichtet werden. Die Bundeswehr prüfe die Vereinbarkeit mit allen militärischen Belangen und gebe abschließend eine offizielle Antwort.