Umsatzeinbußen in der Lorenz-Zierl-Straße in Furth im Wald, weil Laufkundschaft fehlt

Von Alexander Frimberger · 12. Oktober 2023 um 11:00

Seit rund zwei Wochen ist die Lorenz-Zierl-Straße wegen Bauarbeiten dicht. Es entsteht der Eindruck, dass der Verkehr trotz Umleitung normal läuft. Wie sieht das die Stadtverwaltung und wie lautet ein erstes Urteil des von den Einschränkungen betroffenen Handels?

Furths Hauptamtsleiter Stefan Schmidberger hält die entspannte Verkehrssituation für eine Momentaufnahme: „Wir hoffen natürlich sehr, dass der Verkehr trotz der Umleitungssituation weiterhin ohne größere Beeinträchtigungen fließen kann und wird. Gleichwohl muss trotz aller Vorkehrungen und Anpassungen davon ausgegangen werden, dass sich Baustelle und geänderte Verkehrsführung für die betroffenen Gewerbetreibenden durchaus negativ bemerkbar machen. Aus dieser Warte dürfte das erste Feedback verständlicherweise weniger positiv ausfallen.“

Licht und Schatten

Das kann Matthias Altmann, Inhaber der gleichnamigen Metzgerei in der Lorenz-Zierl-Straße in Teilen bestätigen.Es gebe bei diesem Thema Licht und Schatten. Ihm ist zunächst einmal wichtig zu sagen: „Ein ganz großes Lob an unsere Stammkunden, die einen großen Umweg in Kauf nehmen.“ Sie können die Parkmöglichkeiten bei der Raiffeisenbank und auf dem Gelände der ehemaligen Späth-Brauerei nutzen. „Das klappt ganz gut“, sagt Altmann und ergänzt, dass es auch mit der Zulieferung zu seinem Haus bisher keinerlei Probleme gab. Ein Lob hat er in diesem Zusammenhang für die Baufirma Rädlinger: „Die Verantwortlichen, Christian Spindler (Polier) und Günther Metzger (Oberbauleiter), sind jederzeit ansprechbar und richten sich bei ihren Arbeiten - soweit es geht - nach unseren Lieferterminen.“ Trotzdem geht es natürlich nicht ohne Schwierigkeiten ab: Nachdem der Durchgangsverkehr weg ist, fehlt auch die Laufkundschaft. „Das merken wir deutlich, unter der Woche ist wenig los, teilweise stehen wir hier nur rum.“ Das und die lange Bauzeit bis Ende 2024 sowie die daraus resultierende Sperrung der Straße, bereiten ihm schon Sorge. „Das ist eine sehr lange Durststrecke.“ Die Frage wird für ihn auch sein, wie es weitergeht, wenn der Bürgersteig entfernt und erneuert wird. Da gibt es noch gar keine Auskünfte. Teilweise mangelhafte Informationspolitik seitens der verantwortlichen Stellen kritisiert er dabei ebenso, wie augenscheinlich mangelndes Interesse der Stadträte: „Mit einer Ausnahme hat sich bisher kein einziger blicken lassen.“

Schmidberger: „Wir sind weiterhin bemüht, den Bauablauf mit allen Betroffenen abzustimmen. Meldungen aus der Bürgerschaft mit etwaigen Vorschlägen einer Verbesserung der Gesamtverkehrssituation nehmen wir jederzeit gerne auf.“ Diese würden geprüft und – sofern zweckdienlich und umsetzbar – umgehend veranlasst. Auch Mitarbeiter des Bauamtes überprüfen demnach die Situation vor Ort und veranlassen notwendige Anpassungen.

Johann Kachelmeier, Inhaber eine Orthopädie-Schuhtechnik-Fachgeschäfts, befürchtet auch, dass Laufkundschaft ausbleibt. Und für Menschen, mit eingeschränktem Bewegungsapparat oder für Senioren könnte es schwierig werden, die Baustelle zu überqueren. Auch er fragt sich, was wird, wenn der Bürgersteig in Angriff genommen wird. Doch ihn treibt noch etwas anderes um. Seitens der Stadt sei vor einiger Zeit die Aussage getroffen worden, es würde im Zuge der Landesgartenschau 2025 eine Förderung geben, wenn man seine Immobilie neu streicht. „Stimmt“, sagt Schmidberger. „Derzeit arbeiten wir an so einer Maßnahme, sie trägt den Arbeitstitel: Kleines Fassadenprogramm.“

Keine Probleme mit den Bauarbeiten hat man im Friseur-Salon Hair Deluxe. Inhaberin Steffi Binner sagt: „Für uns ist das nicht so schlimm. Unsere Kunden haben sowieso alle einen Termin. Parken können sie bei der Raiffeisenbank oder dem Späthgelände.“ Laufkundschaft ist bei Binner eher die ganz seltene Ausnahme.

Wird Furth derzeit gemieden?

Bleiben zwei Fragen: Kann es sein, dass derzeit viele, die nicht unbedingt nach Furth müssen, den Innenstadtbereich meiden? Und ist zu erwarten, dass durch steigenden Baustellenverkehr am Hofergelände und im Bereich Festwiese es doch noch zu größeren Behinderungen und Verzögerungen kommen kann. Zur ersten Frage meint Schmidberger: „Bis dato wäre unseres Erachtens nicht zu beobachten, dass der Stadtbereich gemieden würde; infolge des seinerzeit durchgeführten Probebetriebs ist die aktuelle Verkehrssituation jedoch für viele Verkehrsteilnehmer nicht gänzlich neu.“

Das Lkw-Aufkommen sieht er ebenfalls nicht als Problem: „Auch bisher war im Zuge der Abbrucharbeiten auf dem Hofer- und Späth-Bräu-Areal permanenter LKW-Verkehr zu verzeichnen, der sich jedoch ohne signifikante Auswirkungen integrierte. Wir gehen nicht davon aus, dass mit dauerhaften Beeinträchtigungen zu rechnen sein wird.“

Kurzparken soll während der Bauzeit auf dem Späth-Gelände möglich bleiben. Fotos: Frimberger