Galeria: Um Punkt 10 Uhr öffneten sich die Pforten – Beifall für die ersten Kunden

Die ersten Kunden waren nicht nur Könige, sondern fast schon Popstars. Als sich am Freitag um 10 Uhr in der Galeria Kaufhof-Karstadt am Neupfarrplatz die Pforten öffneten, brandete ein riesiger Applaus auf.
Im Spalier jubelten die Mitarbeiter jedem einzelnen Kunden zu, und die wussten nicht so richtig, wie ihnen geschieht. Fröhliche Popmusik drang durch das Erdgeschoss und der Duft nach frisch geröstetem Popcorn machte sich breit. Die Eindrücke wurden begleitet von einem Dauerlächeln des Teams, das nach all den Querelen in den vergangenen Monaten zur Bestlaune zurückgefunden hat. „Wir sind so“, quittierte mit Ines Ruschin eine langjährige Beschäftigte diesen Eindruck.
Langjährige Beschäftigte bei Galeria: „Hier fühle ich mich einfach zu Hause“
Fest umarmte sie ihre Kollegin Elke Trevisan, die ebenfalls wie sie am 1. Oktober 1990 ihren ersten Arbeitstag im Haus hatte. „Super“ fühlten sich beide bei der Wiedereröffnung, der sie entgegengefiebert hatten. Kündigung, Filialschließung, Abverkauf – all das war für Ruschin wie weggeblasen. Auch, dass sie zwischenzeitlich anderswo eine Stelle im Einzelhandel angetreten hatte. „Hier fühle ich mich einfach zu Hause“, stellte sie mehr als einmal fest.
Filial-Geschäftsführer Roman Kasimir war ebenfalls bester Dringe. Mit einem „Hereinspaziert“ und einem „Herzlich Willkommen“ machte er fleißig beim Begrüßungsritual mit und führte Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer durch die einzelnen Stockwerke. Gemeinsam hatten sie zur Wiedereröffnung das symbolische Band durchschnitten – verbunden mit der Hoffnung, dass es möglichst lange mit dem Traditions-Standort weitergeht.
Optisch ist es im Hause jugendlicher geworden. „Wir haben die jungen Marken nach vorne gerückt“, erklärte Kasimir, der nun verstärkt auf das entsprechende Publikum setzen will. Insgesamt präsentiere sich das Sortiment luftiger und farbenfroher, die Eigenmarken eingeschlossen.
Am ersten Wochenende: Studio Silver Tattoo sticht Tattoos in der Galeria
Popcorn- und Zuckerwattestand sollen keine Eintagsfliege bleiben. „Wir sind immer für Aktionen offen, auch in Kooperation mit den Geschäften in der Altstadt“, betonte er. So lange „beiderseits die Interessen abgedeckt“ seien, sei man völlig flexibel.
Und so kam es , dass auch die Stadtmaus und das Studio „Silver Tattoo“ im Haus zu Gast sind. Wird sonst in der Wahlenstraße tätowiert, ist das am Eröffnungs-Wochenende auch in der Galeria der Fall. Zumindest bis zum verkaufsoffenen Sonntag bleiben alle vor Ort.
Noch ein wenig gedulden muss sich der Besucher mit einem Restaurant-Nachfolger im Dachgeschoss: „Das Restaurant bleibt vorerst geschlossen. Aktuell führen wir Verhandlungen mit externen Partnern“, sagt Kasimir.

