Kinder-Secondhand-Laden Peacehändchen: Mit neuen Ideen raus aus den roten Zahlen

Als Laden für Secondhand-Kleidung für Kinder ist das Peacehändchen vor eineinhalb Jahren gestartet. Angekommen wähnt sich Inhaberin Claudia Rauscher mit ihrem Konzept bei Regensburger Eltern. Finanziell kommt sie mit dem Geschäft dennoch auf keinen grünen Zweig, am Monatsende stehen rote Zahlen. Das will sie mit Veranstaltungen und Mama-Mode ändern.
Mit einer Partnerin hat Rauscher das Peacehändchen eröffnet, mittlerweile steht sie alleine im Laden Unter den Schwibbögen. Die Mitstreiterin steigt aus, „weil es zum Leben nicht reicht.“ Rauscher hat das private Glück, nicht auf große Gewinne angewiesen zu sein. „Mein Idealismus zwingt mich, etwas zu tun, was ich für sinnvoll halte“, sagt sie und arbeitet weiter daran, dass das Peacehändchen einen kleinen Ertrag abwirft. Am Konzept lägen die fehlenden Einnahmen nicht, Secondhand sei die Zukunft: „Jeder hat so viel Zeug“, das Eltern nach Termin bei Rauscher abgeben können. Für Herbst und Winter herrscht schon Annahmestopp.
Fast Fashion als Fluch
Woran liegt dann der ausbleibende Gewinn? „Eine Krux ist die Fast Fashion“, sagt die zweifache Mutter. Wenn neue Baby-Bodys vier, fünf Euro kosten, könne sie für einen Strampler in bestem Zustand nicht mehr als drei Euro verlangen. Die ursprünglichen Besitzer sollen auch noch was davon haben. Für mehr als 50 Cent kann Rauscher einen Body aber nicht ankaufen. Größere Kleidungsstücke verkauft sie auf Kommission, es wird Hälfte Hälfte geteilt. Was Rauscher wütend macht beim Verkauf von Secondhand-Artikeln: „Wir zahlen 19 Prozent Steuer, obwohl die ja schon einmal gezahlt wurde.“
Und das bei geringeren Margen als bei neuer Kleidung. Um raus aus den roten Zahlen zu kommen, findet sich nun auch Ungetragenes im Peacehändchen, Spiele und Bücher, kleine Geschenke. Gab es für Frauen zuvor nur Umstandskleidung, finden jetzt auch Frauen ohne Babybauch etwas. „Damit Mamas auch für sich kucken können“, sagt Rauscher, „sonst kommen die gefühlt immer zu kurz“.
Veranstaltungen im Laden, Shop im Internet
Die Ladenbetreiberin fühlt sich mittlerweile etabliert, sie hat eine Stammkundschaft aufgebaut, die Mundpropaganda läuft. Dabei sei die Kauflaune angeknackst, Familien von außerhalb kämen gar nicht erst zum Bummeln in die Stadt fahren, argumentiert Rauscher. Sie schafft Anreize, um trotzdem zu kommen. Zum morgen anstehenden verkaufsoffenen Sonntag hat sie ab 14.30 Uhr eine Lesung von Verena Steiner aus ihrem Kinderbuch „Und was kannst du?“ mit Live-Musik organisiert. Außerdem finden in loser Folge Workshops im Peacehändchen statt. Unter second-hand-in-hand.de können sich alle, die sich für Gebrauchtes begeistern, vernetzen. Am 19. Oktober findet eine Online-Veranstaltung zum Auftakt statt. Ihre nächsten Pläne führen auch Claudia Rauscher aus ihrem Laden ins World Wide Web: „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, einen Online-Store aufzubauen.“ Um mit Kinder-Secondhand endlich schwarze Zahlen zu schreiben.