Regensburger entdecken Objekt neben dem Mond: Sternwarte löst das Rätsel

Seit Tagen beobachtet eine Familie aus Burgweinting vom Balkon aus etwas am nächtlichen Himmel: Wenn der Mond im Osten aufgeht, erscheine ein Objekt in seiner Nähe, das eine regelmäßige Bahn in Richtung Westen zieht, beschreibt die Familie ihre Beobachtung.
Begleitet werde das Objekt von Lichtpunkten. Bereits mit bloßem Auge sei es zu entdecken. Durch das Fernglas betrachtet, wirke es rund. Was kann das sein, fragen sie in einer Mail an unsere Zeitung und die Sternwarte.
Mehr Information braucht ein wahrer Sterndlgucker nicht: „Das ist ziemlich sicher der Jupiter und die Lichtpunkte sind die galileischen Monde“, sagt Torsten Bendl aus dem Vorstand des Vereins der Freunde der Sternwarte Regensburg. Um diese Zeit im Jahr bis in den Winter hinein sei der Jupiter nun generell gut zu sehen, erklärt auch Vereinsmitglied Thomas Linthaler.
Die Bewegung von Ost nach West, die die Burgweintinger weiterhin beschreiben, ist für Bendl ebenfalls schnell erklärt. Das sei die Bewegung, die alle Himmelskörper am Nachthimmel vollziehen.
In der vergangenen Woche seien sich der Mond und der Jupiter zudem ziemlich nahe gestanden, beschreibt er den Bezug zu dem Erdtrabanten, den die Burgweintinger Familie beobachtete. „Wenn man also den Mond gesehen hat, hatte man ziemlich schnell auch den Jupiter im Blick“, sagt Bendl. Ein paar Stunden lang sei die Konstellation nach Sonnenuntergang gut zu beobachten gewesen.
Besondere Konstellation zum perfekten Zeitpunkt
Der perfekte Zeitpunkt für den Verein: „Sie taucht dann auf, wenn unsere Vorträge zu Ende sind“, sagt er. Und so widmeten sich die Freunde der Sternwarte dem Motiv in den vergangenen Tagen ausgiebig. Zwischen den beiden Domtürmen hindurch sei sie von der Sternwarte aus zu beobachten gewesen.
Linthaler gelang es dann am 26. September sogar, ein Foto von dem riesigen Planeten und seinen Monden zu schießen. Der berühmte rote Fleck, den viele mit dem Jupiter in Verbindung bringen, ist auf dieser Aufnahme nicht zu sehen. „Er befand sich zu diesem Zeitpunkt auf der anderen Seite des Jupiter“, erklärt er. Der Planet selbst sei mit bloßem Auge sichtbar, seine Trabenten etwa mit einem Feldstecher.