Neuer Asphalt auf Kreuzung in Nittenau reicht nicht allen

Spurrillen und Löcher in der Teerdecke sind an der Einmündung der Walderbacher Straße in die Brucker Straße Geschichte. Die Stadt hat die Stelle großflächig saniert – doch sollte sie so bleiben? Über diese Frage haben sich kürzlich die Stadträte Gedanken gemacht.
Die Einmündung ist eine viel befahrene Stelle in Bergham. Hier hat die Stadt kürzlich auf rund 570 Quadratmetern die Asphaltdeckschicht erneuert. Auf Nachfrage der Mittelbayerischen erläuterte Bauamtsleiter Josef Lingauer den Hintergrund der Baumaßnahme. Die vorhandene Asphaltdeckschicht sei nicht mehr eben und griffig gewesen und habe viele Risse aufgewiesen. Im Zuge des Deckenbauprogramms der Stadt habe man den Bereich deshalb abgefräst und neu geteert. Vorhandene Einbauten wie Schieberkappen oder Schächte habe man in diesem Zuge auch höhenmäßig angepasst. Die Baukosten liegen laut Lingauer bei rund 15000 Euro netto.
Die Sanierung kam aber offenbar nicht bei allen gut an. „Das ist ein Irrsinn, der hier passiert ist“, kritisierte Grünen-Stadtrat Christoph König kürzlich im Gremium. Er meldete sich beim Tagesordnungspunkt „Anfragen“ zu Wort, beantragte „einen verkehrsberuhigten Bereich für den Marktplatz Bergham“ und spielte mit dieser Formulierung damit auf die Tatsache an, dass es sich bei dieser Stelle Nahe der Eisdiele um einen äußerst stark frequentierten Verkehrsknotenpunkt handelt.
Querungshilfen als Option
Anstelle den Einmündungsbereich lediglich neu zu teeren, wäre es aus seiner Sicht besser gewesen, hier gleich weitergehende Maßnahmen zu ergreifen und ihn umzugestalten, um die Situation für alle Verkehrsteilnehmer zu verbessern.
Dass Fußgängern im Bereich der Einmündung Querungshilfen das Leben erleichtern würden, stellte bei der Sitzung niemand infrage. Doch klar wurde auch, dass für eine Umgestaltung der Stelle eine etwas langwierigere Gesamtplanung nötig gewesen wäre, die auch die Versorgungsleitungen betroffen hätte. Man habe aber durch die schnelle Sanierung des Belags die Verkehrssicherheit zum Beispiel für Radfahrer erhöhen wollen, die nun nicht mehr mit den Spurrillen konfrontiert seien.
CSU-Fraktionssprecher Thomas Hochmuth schlug im Rahmen der Sitzung vor, dass für eine zeitnahe Verbesserung der Situation für die Fußgänger vielleicht eine mobile Verkehrsinsel installiert werden könnte. „Dann wären keine großen Umbauarbeiten erforderlich“, sagte er. Da im Oktober ohnehin eine Verkehrsschau geplant ist, soll die Einmündung in diesem Rahmen nun auch unter die Lupe genommen werden, so der Tenor in der Sitzung. Dabei werde man die Brucker Straße auch im Bereich des Seniorenheims betrachten, denn hier gebe es ebenfalls keine Querungshilfe, so Lingauer.
Brückenfreigabe hat Einfluss
Bei der Polizeistation Nittenau weiß man um die Problematik an der Einmündung. Unter anderem komme es vor, dass der Verkehr aus der Walderbacher Straße durch Autos, die zur Eisdiele abbiegen, blockiert werde, sagt Patrick Dengler, stellvertretender Leiter der Polizeistation. Er gehe aber davon aus, dass sich die Situation an der Einmündung demnächst entzerren werde, wenn die Regenbrücke ab Dezember mit der vollständigen Verkehrsfreigabe wieder in beide Richtungen befahrbar sei.