Haus der Gesundheit in Parsberg eingeweiht – Betrieb der Praxen beginnt ab Ende Oktober

Das Haus der Gesundheit ist fertig – gleichzeitig gehen die Arbeiten am Gesamtkomplex Gesundheitscampus weiter. Warum der die medizinische Versorgung in Parsberg und dem südöstlichen Landkreis besser machen wird, als sie je war, erklärte Landrat Willibald Gailler bei der festlichen Einweihungsfeier für das neue Gebäude.
„Das Klinikum investiert in den kommenden Jahren 45 Millionen Euro in diesen Standort, davon die Hälfte für das Haus der Gesundheit. Umso mehr bin ich froh darüber, dass wir diesen ersten Meilenstein jetzt abschließen können“, sagte Gailler.
Hochwertige Versorgung
Gleichzeitig machte er deutlich, dass die Gesundheitsvorsorge neben der Bildung die wichtigste Aufgabe des Landkreises ist. Hierfür würden seit Jahren und auch in Zukunft die höchsten Investitionen getätigt, um den Bürgern im ambulanten und stationären Bereich eine qualitativ hochwertige Versorgung anzubieten.
„Wir ruhen uns dabei auf unsere Erfolgen nicht aus“, sagte der Landrat. Vielmehr werde stetig an Verbesserungen gearbeitet. Dazu gehörten aber auch Strukturentscheidungen wie die Schließung des alten Parsberger Krankenhauses im Januar 2020. Dafür sei es nun gelungen, mit dem Haus der Gesundheit einen Meilenstein auf dem Weg zum Gesundheitscampus abzuschließen.
Gailler: „Wir haben nicht nur versprochen, hier etwas zu tun, sondern wir haben es wirklich tatkräftig und auch in der gebotenen Geschwindigkeit umgesetzt.“ Am Ende werde statt des alten Krankenhauses in Parsberg ein „Leuchtturm der Gesundheit“ stehen.
Füracker lobt mutige Entscheidung
„Wir neigen ja oft dazu, das zu tun, was die Menschen scheinbar wollen. Hier ist getan worden, was gut war für die Menschen“, sagte dazu Bayerns Finanz- und Heimatminister Albert Füracker. Zudem lobte er Gailler und auch Bürgermeister Josef Bauer dafür, mit Mut die Krankenhausschließung als etwas vertreten zu haben, was richtig war. Zudem habe sie ein größeres Defizit verhindert.
Natürlich habe man damals mit der Akutgeriatrie eine gute Anlaufstelle für die ältere Bevölkerung verloren. Aber das, was jetzt fertiggestellt wurde und noch weiter entsteht, werde die ganze Bevölkerung abdecken. Füracker: „Ich bin heute schon als Staatsminister hier, das ist wahr, aber vielmehr als jemand, der die Ehre hat, das Volk zu vertreten. Und die Bevölkerung in der Umgebung bedankt sich für das, was hier geschehen ist und ich möchte das stellvertretend tun.“
Wichtiger Tag für Parsberg
Diesen Dankesworten schloss sich Parsbergs Bürgermeister an. „Es ist heute ein wirklich schöner, ein besonderer und ein wichtiger Tag für die Stadt Parsberg, aber auch für die Region“, sagte Bauer. Mit dem Haus der Gesundheit sei diese nachhaltig gut aufgestellt. Bauer dankte Landrat und Kreistag dafür, dass sie Wort gehalten und Parsberg nach der Krankenhausschließung nicht im Regen hätten stehen lassen.
Nach den Grußworten der Politikvertretern ließ Architekt Theo Nutz den Verlauf der Planung und die Bauarbeiten Revue passieren. Diese sei auch davon geprägt, dass quasi jede Praxis, die das Haus der Gesundheit bezieht, ein eigener Bauherr ist. Bei diesen wird nun, nachdem die Bauarbeiten am Gebäude fertig sind, der Innenausbau beginnen, so dass die Praxen ab Ende Oktober bis Ende des Jahres ihren Betrieb aufnehmen können.
Gesundheitscampus in Parsberg
Haus der Gesundheit: Auf 3000 Quadratmetern Nutzfläche ist Platz für bis zu 13 Praxen: Angeboten werden die Fachrichtungen Augenheilkunde, Gynäkologie, Zahnmedizin, Radiologie, Hausarzt, HNO, Innere Medizin und Physiotherapie. Dazu gibt es rund 1000 Quadratmeter flankierende Flächen für eine Apotheke, Gastronomie, Sanitätshaus und Hörgeräteakustik sowie sieben Mitarbeiter-Apartments. In der untersten Etage des fünfgeschossigen Neubaus befindet sich eine Tiefgarage mit 75 Stellplätzen, die über die Lupburger Straße erschlossen werden wird.
Haus für Pflege und Soziales: Im ehemaligen Klinikgebäude werden mehr als 100 Pflegeplätze untergebracht. Notwendig ist vorher eine Kernsanierung des Gebäudebestandes. Die ersten Aufträge werden in Kürze erteilt. Anfang 2024 sollen die Arbeiten beginnen, eine Fertigstellung ist Ende 2025 realistisch.
Psychosomatische Klinik: Die Medizinischen Einrichtungen des Bezirks Oberpfalz (medbo) bauen eine psychosomatische Klinik mit 25 Betten und zehn tagesklinischen Behandlungsplätzen. Aktuell wird der Rohbau errichtet. Geplante Fertigstellung ist 2025.
