Schüler und Jugendliche gaben bei der landkreisweiten U18-Wahl ihre Stimmen ab

Von Heike Regnet, Vera Gabler · 30. September 2023 um 19:00

Reges Treiben herrschte am Freitagvormittag in der Mensa des Ostendorfer Gymnasiums, denn bei der U18-Wahl gaben hunderte Gymnasiasten ihre Stimmen ab. Wie kam die Aktion bei den Jugendlichen in Neumarkt und in Parsberg an?

„Willkommen, schön dass ihr bei der U18-Wahl dabei seid“, begrüßte Markus Ott, Geschäftsführer des Kreisjugendrings (KJR) Neumarkt die Jugendlichen ein ums andere Mal und versäumte es nicht, auf die große Bedeutung der Wahl hinzuweisen.

„Die Politiker interessiert die Meinung junger Menschen,“ versicherte Ott. Dies zeige sich schon alleine daran, dass nahezu alle Landtagskandidaten vorab der Einladung des KJR zum Interview gefolgt waren. Über Social Media Kanäle konnten sich die Jugendlichen hierüber und natürlich auch über die Wahl im allgemeinen informieren.

„Wir haben uns auch im Sozialkundeunterricht vorbereitet“, erzählen Johanna, Ronja, Marlies und Mia aus der zehnten Jahrgangsstufe. Die vier Schülerinnen gaben am Freitag nicht nur ihre eigenen Stimmzettel ab, sondern übernahmen zudem noch für zwei Stunden die Ausgabe der Stimmzettel an ihre Mitschüler. „Als Hausaufgabe haben wir den Wahlomat gemacht“, sagt Marlies. „Aber da kamen bei vielen die kleinen Parteien als Ergebnis. Wenn die aber dann die fünf Prozent Hürde nicht schaffen, sind die ja gar nicht im Landtag vertreten.“

Widersprüche der AfD entdeckt

Daher sei es wichtig, sich mit den Wahlprogrammen der großen Parteien zu befassen, um zu sehen, wer die Themen, die einem wichtig sind, vertritt. „Auch die AfD haben wir angeschaut, aber da sind ja schon im Programm widersprüchliche Aussagen“, so die Feststellung der 15-Jährigen. Was sie nun bei der U18-Wahl angekreuzt haben, verrieten sie natürlich nicht. Bei der Europawahl 2024 wird es dann ernst, denn hier darf bereits mit 16 Jahren gewählt werden. „Da freuen wir uns schon drauf“, sagt Johanna.

Gewählt wurde bei der U18-Wahl in Neumarkt aber nicht nur Land- und Bezirkstag. Alle Schüler aus der Stadt erhielten einen weiteren Stimmzettel und zwar den zur Wahl des Oberbürgermeisters. „Ich find das gut, dass wir heute durch die Wahl unsere Meinung ausdrücken können“, sagt Marco Pauli aus der elften Klasse. Auch er hat den Wahlomat getestet. „Das Ergebnis war für mich nicht überraschend. Ich bin doch schon länger an Politik interessiert.“

Insgesamt konnten die Jugendlichen in 13 Wahllokalen im gesamten Landkreis in den vergangenen Tagen ihre Stimmen abgeben. So auch in Parsberg: Hier begrüßte Pfarrer Wolfgang Döring die Aktion, die auf neutralem Boden im evangelischen Gemeindehaus stattfand.

Als Wahlhelfer unterwegs

Federführend war die Jugendgruppe JUZE, die sich auch als Wahlhelfer engagierte. Gewählt hatten hier die Schüler der 10. Klasse der Edith Stein Realschule.

Seit Monaten liefen die Vorbereitung im Arbeitskreis des Kreisjugendrings, bei dem auch die Evangelische Jugend Neumarkt, der Bund der katholischen Jugend und die Kommunale Jugendarbeit vertreten waren. „Ohne die vielen Ehrenamtlichen, die mitgeholfen haben, wäre es eh nicht gegangen“, sagt Ott. Bereits seit zehn Jahren werden U18-Wahlen vom KJR Neumarkt durchgeführt. „Und es hat sich gezeigt, dass die Tendenzen der U18-Wahl immer nah dran am endgültigen Ergebnis waren“, sagt Markus Ott.

Am Freitagabend heißt es nun auszählen, dann werden die Ergebnisse veröffentlicht.

„Es ist eine gute Sache, ab 16 Jahren dabei sein zu dürfen. Die U18-Wähler verhalten sich vorbildlich.“Sarah Bergler, 20 JahreWahlhelferin JUZE-Gruppe Foto: Vera Gabler
„Im Unterricht haben wir viel über die Parteien erfahren. Cool, wählen zu dürfen.“Bastian Schmaußer, 15 Jahre, U18-Wähler Foto: Vera Gabler
„Ich bin stolz darauf, wählen gehen zu dürfen. Da fühle ich mich ernst genommen.“Antonia Böhle, 15 Jahre, U18-Wählerin Foto: Vera Gabler