In Roding entsteht ein Gesundheitscampus – Projektmanager gibt Überblick

Von Mittelbayerische Zeitung · 29. September 2023 um 05:00

Die Zeit ist stets im Wandel. Und dennoch ist bei vielen Bürger das Rodinger Krankenhaus und dessen Schließung noch sehr im Herzen verankert. „Für uns war nach der Schließung immens wichtig, dass der Ort nach wie vor ein ,Ort der Gesundheit‘ bleibt – für verschiedenste Einrichtungen. Das geht nicht von heute auf morgen, aber Stück für Stück“, sagt Klaus Fischer, der seit den Sommermonaten den Wandel und den Prozess als Projektmanager Gesundheitscampus Roding begleitet.

Einen Leerstand hat es laut den Sana Kliniken im Landkreis Cham nie gegeben. Wer den Gesundheitscampus Roding heute aufsucht, durch den Haupteingang des ehemaligen Krankenhauses geht, werde überrascht sein, was man bereits alles vorfindet. Von einem ambulanten OP-Zentrum hin zu einem Sanitätshaus, einer Filialpraxis für Neurologie und Psychiatrie oder eines MVZ – und noch viel mehr.

Ein Blick zurück: In einer Sitzung vom 10. Januar 2020 hat der Kreistag des Landkreises Cham den grundsätzlichen Beschluss zur Transformation des Krankenhauses Roding beschlossen. Anstelle des weiteren Betriebs eines Krankenhauses sollte ein innovatives Konzept, in dem ambulante Medizin mit modernen Formen der Pflege und gesundheitsnahen Dienstleistungen verknüpft wird, entstehen. In den vergangen drei Jahren wurde das damals beschlossene 4-Säulen-Modell zwischenzeitlich konkretisiert und teilweise auch schon realisiert.

Ein Vier-Säulen-Modell

Die erste Säule: ambulante fachärztliche Gesundheitsversorgung

Neben einer Erweiterung der fachärztlich-ambulanten Versorgung durch externe Praxisbetriebe, die sich auf dem Campus ansiedeln, betreiben die Sana Kliniken des Landkreises Cham auch ihr eigenes Medizinisches Versorgungszentrum, das Sana MediCenter Regental, am Standort Roding. Dieses bietet ambulante Leistungen aus dem gesamten orthopädischen und chirurgischen sowie aus dem internistischen Behandlungsspektrum. Schwerpunkte sind: ambulante und stationäre Operationen; Hüft- und Kniegelenkersatz, Schulterchirurgie, Traumatologie, Sportmedizin, Ultraschalluntersuchungen von Schilddrüse, Bauch, Herz und Gefäßen sowie Röntgenuntersuchungen der Lunge.

Ambulantes OP-Zentrum

Darüber hinaus ist mit der Schließung des stationären Krankenhausbetriebs zum 31. März 2022 auch die weitgehende Auslagerung des ambulanten Betriebs des Krankenhauses Cham an den Standort Roding beschlossen worden. Als Nukleus der fachärztlich-ambulanten Säule wird in den ehemaligen OP-Bereichen des Krankenhauses Roding ein ambulantes OP-Zentrum betrieben. Dieses steht einerseits dem klinikeigenen MVZ zur Verfügung, andererseits aber auch externen Partnern.

Die zweite Säule: lokale Pflegeangebote

Der Bereich Pflege wird aktuell durch ein Pflegeheim des BRK, das zwei Ebenen des ehemaligen Bettenhauses in Anspruch nimmt, realisiert. Eine weitere Ebene mit circa 800 Quadratmetern wurde bereits durch die Intensivpflegeeinrichtung für Kinder (Amicus) angemietet.

Die dritte Säule: Bildung

Die bestehende Berufsfachschule für Krankenpflege hat seit September ihren Betrieb erweitert. Ein einjähriger Ausbildungsgang zum Krankenpflegehelfer bzw. zur Krankenpflegehelferin hat das bestehende Angebot ergänzt. Darüber hinaus ist eine weitere derzeit leerstehende Ebene des ehemaligen Bettentraktes in Nutzung, um zusätzliche Wohnangebote für die Krankenpflegeschüler anbieten zu können.

Die vierte Säule: gesundheitsnahe Dienstleistungen

Als vierte Säule entstehen gesundheitsnahe Dienstleistungsbetriebe, die vor allem in Ergänzung zu den Säulen der fachärztlichen-ambulanten Versorgung und der Pflege notwendige und wichtige ergänzende Dienstleistungen (Apotheke, Sanitätshaus, Physiotherapie) anbieten werden. Seit einigen Monaten betreibt das Sanitätshaus reha team Nordbayern eine Filiale im Eingangsbereich des ehemaligen Krankenhauses. Bereits noch aus Klinikzeiten hat auch eine Physiotherapeutische Praxis ihren Sitz am Campus.

„Das ehemalige Krankenhaus im Sinne eines akut stationären Versorgers ist zwar Geschichte, jedoch wird es immer ein Ort der Gesundheit bleiben. Wir sind davon überzeugt, dass noch eine Vielzahl von weiteren Gesundheitsdienstleistungen ihren Platz auf dem Campus finden werden. Gespräche mit weiteren Ärzten, aber auch mit Betreibern von weiteren Gesundheitsdienstleistungen finden bereits statt. Stück für Stück wird der Gesundheitscampus Roding weiterwachsen“, erklärt Projektmanager Fischer.

Auch nach der Schließung herrscht laut Sana noch Leben am Gesundheitsstandort Roding.