Max Schierer in Cham – eine Firma denkt in Generationen und nicht in Quartalen

Von Johannes Schiedermeier · 28. September 2023 um 19:00

Martina Schierer, kurz zuvor beim heimischen Beseitigen von Spinnweben von einem instabilen Hocker gestürzt, führte mit dem Arm in der Schlinge gekonnt und lässig durch den Feiertag. „125 Jahre Familien-Unternehmen – das schaffen nicht viele“, so die Geschäftsführerin. Die Mannschaft sei heute der Star, weil jeder zum Erfolg des Unternehmens seinen Teil beigetragen habe.

Das Denken in Generationen

In diese Kerbe hieb auch gleich der bayerische Finanzminister Füracker, der die mittelständischen Familienunternehmen mit ihrer Standorttreue, ihrer Innovationskraft und nicht zuletzt mit ihren Gewerbesteuern als Stütze des Freistaates rühmte. In Unternehmen wie dem von Max Schierer gehe es nicht um Quartale, sondern um Generationen. Im Falle Schierer werde bereits in der 5. Generation gedacht. Der Landkreis verdanke seine rasante Aufwärtsentwicklung Unternehmern wie Max Schierer, der seit mehr als 70 Jahren mit ander Spitze der Firmengruppe stehe.

Die aktuellen Herausforderungen seien groß, so der Minister. Er forderte die Bundesregierung auf, nicht die Probleme auf dem Wohnungsmarkt auszusitzen, die man selbst geschaffen habe und sondern der Bauwirtschaft zu helfen.

Landrat Franz Löffler stellte fest, dass der Rückhalt einer Familie für ein Unternehmen durch nichts zu kompensieren sei. 125 Jahre Aufwärtstrend der Firma Schierer spiegelten auch die Entwicklung des Landkreises wider. Das Erfolgsrezept Schierers stelle den Menschen in den Mittelpunkt.

Alles gründe auf einem familiengeführten Unternehmen, das es geschafft habe auch nach dem Tod von Max Schierer jun. die Journalistin und Weinexpertin Martina Schierer schnell und nahtlos in die Geschäftsführung einzugliedern. „Damals haben viele gebangt“, so Löffler. Zu den Erfolgsgaranten gehörten auch noch Innovationskraft und ein hoher Qualitätsanspruch.

Wie schwierig die Situation für die Bauwirtschaft sei, das zeige der Rückgang von Bauanträgen um 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bei Einfamilienhäusern seien es sogar 50 Prozent. Es brauche wieder Förderung und Sicherheit durch den Bund.

Bürgermeister Martin Stoiber erklärte, auch in der Stadt dauere eine Bauausschusssitzung derzeit nur 30 Minuten, weil es nur wenig zu beschließen gebe. Firma und Familie Schierer hätten in schweren Zeiten zusammengehalten und auf ihre Mitarbeiter gebaut. „Diese Leistung ist bewundernswert und Sie werden auch diese Krise überstehen“, sagte Stoiber voraus.

Katharina Metzger, Präsidentin des Bundesverbandes deutscher Baustoffhandel, schilderte die großen Fußstapfen, in die sie getreten sei, als Max Schierer nach 19 Jahren die Präsidentschaft aufgegeben habe: „So lange hat noch niemand durchgehalten.“ Schierer sei es neben vielen anderen Dingen zu verdanken, dass die Landesverbände geeint seien.

Jan Buck-Emden ist Geschäftsführer von Hagebau, wo Schierer seit 15 Jahren Gesellschafter ist. Hagebau beliefert 350 Unternehmen bei einem Einkaufsvolumen von 7,7 Milliarden Euro. Auch er beklagte den Baustau, der nur durch weniger Bürokratie und mehr Sicherheit für Investoren und Häuslebauer zu beseitigen sei.

Nach dem Schlusswort von Max Schierer wünschte Martina Schierer den Ehrengästen spannende Gespräche beim reichhaltigen Buffet.

Landrat Franz Löffler schenkt Max Schierer den bayerischen Löwen. Fotos: Johannes Schiedermeier
Das Stadtwappen überreichte Bürgermeister Martin Stoiber an Max und Martina Schierer.
Zu den Klängen des Bayerischen Defiliermarsches zog Max Schierer mit Minister Für-acker und Landrat Löffler ein.
Hagebau-Geschäftsführer Jan Buck-Emden gratulierte den Schierers und Geschäftsführer Josef Schmidtberger.