Schleuser-Razzia: So lief der Einsatz der Bundespolizei in Kelheim

Mutmaßlich hundert eingeschleuste Syrer haben Beamte der Bundespolizei am Dienstagmorgen, 26. September, bei einer Razzia in fünf Bundesländern entdeckt. Auch in Kelheim fand frühmorgens ein Einsatz statt.
Wie ein Sprecher der Bundespolizei der Deutschen Presse-Agentur sagte, seien fünf Haftbefehle vollstreckt worden – gegen drei Frauen und zwei Männer in Niedersachsen und NRW. „Alle fünf sind auch Syrer“, so der Sprecher. Die fünf Festgenommenen seien selbst Asylbewerber und alle familiär miteinander verbunden.
Die mutmaßlich Geschleusten hätten dem bisherigen Ermittlungsstand zufolge jeweils 3000 bis 7000 Euro für ihre illegale Einreise nach Deutschland bezahlt, hieß es von der Bundespolizei weiter.
Bei 26-jährigem Syrer wurden zwei Mobiltelefone sichergestellt
Insgesamt waren 350 Beamte in fünf Bundesländern im Einsatz. Kelheim war der einzige Einsatzort in Bayern. Hier waren sechs Beamte zu Gange, heißt es auf die Nachfrage der Mediengruppe Bayern von der zuständigen Bundespolizeidirektion Flughafen Frankfurt am Main.
Um sechs Uhr morgens rückten die Bundespolizisten in einer Kelheimer Asylbewerberunterkunft an und stellten bei einem 26-jährigen, syrischen Staatsbürger zwei Mobiltelefone sicher.
Bundespolizei: „In Kelheim wurde nicht aktiv geschleust“
Die Person, um die es in der Kreisstadt geht, sei „seit 2022 Bestandteil der Ermittlungen. In Kelheim wurde nicht aktiv geschleust und es wurde auch kein Unterschlupf gewährt“, konkretisiert ein Sprecher auf unsere Nachfrage. In Kelheim sei anders als im Norden der Republik auch niemand festgenommen oder verhaftet worden.
Der 26-Jährige, der in Kelheim untergebracht ist, sei für die Beamten aktuell „kein Beschuldigter“, betont ein Sprecher der Bundespolizei weiter. Allerdings versprechen sich die Ermittler von der Auswertung der beiden Mobiltelefone, weitere Daten, insbesondere solche, die Aufschluss über „das Handwerk der Bande“ geben.
Verhaftete Personen werden Haftrichter vorgeführt
Die in Niedersachsen und NRW verhafteten Personen wurden am Dienstag dem Haftrichter vorgeführt. Schwerpunkt der Razzia waren Stade und Gladbeck. „Die sichergestellten Gegenstände werden zur Auswertung weitergeleitet.“
Den fünf Beschuldigten wird unter anderem banden- und gewerbsmäßiges Einschleusen von Ausländern und auch Geldwäsche vorgeworfen. Laut Bundespolizei sollen sie mit ihren illegalen Einnahmen beispielsweise Goldschmuck gekauft haben.
Von Niedersachsen bis Kelheim in Bayern
Ingesamt waren laut der Bundespolizeidirektion Flughafen Frankfurt am Main mehr als 350 Beamte in sieben Kommunen im Auftrag der Staatsanwaltschaft Stade im Einsatz. Sie durchsuchten Wohnungen und Häusern in Stade (Niedersachsen), Gladbeck (Nordrhein-Westfalen), Fulda, Kassel (beides Hessen), Bremen, Balge (Niedersachsen) und Kelheim (Bayern).