Das Spital bleibt dabei: Die Pacht für das La Strada in Regensburg endet

Von Heike Haala · 22. September 2023 um 12:47

Im Konflikt um die auslaufende Pacht zwischen La Strada-Chefin Banu Tekkeci und der Spitalstiftung nennt Wolfgang Lindner den Grund für die Entscheidung, den Vertrag auslaufen zu lassen, und stichelt mit einer Andeutung in Richtung der Pächterin.

„Die unwiderrufliche Entscheidung der Stiftung, das betreffende Pachtverhältnis nach Ablauf der Befristung nicht fortzuführen, findet ihre Hauptgründe in unüberbrückbaren professionellen Gegensätzen“, schreibt der Spitalmeister. Wie sich die Gegensätze äußern, steht nicht in der Pressemitteilung, allerdings seien sie bereits seit Ende 2018 bekannt gewesen. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde das La Strada von Tekkeci als Gesellschaft des bürgerlichen Rechts (GbR) betrieben, seither schmeißt die Pächterin den beliebten Stadtamhofer Treffpunkt in Eigenregie, wie sie und Lindner übereinstimmend sagen.

Aber dann endet die Eintracht auch schon: Denn Lindner ermuntert die Menschen in seinem Schreiben dazu, Tekkeci und eine weitere Gesellschafterin doch nach den Umständen der Auflösung dieser GbR zu fragen. Darauf angesprochen, wollte sich Tekkeci am Freitag nicht äußern, kündigte aber ein weiteres Statement in der Sache an.

Lindner fährt in dem Schreiben noch ein anderes großes Geschütz als Begründung für die Entscheidung auf, die Pacht auslaufen zu lassen: den Stiftungszweck. Er müsse bei betriebswirtschaftlichen Entscheidungen immer die dem Stiftungszweck zuträglichere Lösung ergreifen und Schaden von der Stiftung abwenden. Zusammen mit dem Spitalrat habe er das Fortwirken des Stifterwillens zu gewährleisten. Und der Stiftungszweck der St. Katharinenspitalstiftung sei die Alten- und Krankenpflege. Lindner schreibt, dass es eine eindeutig wünschenswertere Option im Stiftungssinn gebe, die gegen eine Vertragsverlängerung mit Tekkeci spreche.

Wie konkret diese Option aussieht, sagt Lindner nicht. Allerdings stellt er in dem Schreiben klar, dass die Immobilie ab Januar 2024 unter neuer Leitung weiter als Kaffeebar betrieben werden soll. Der Spitalmeister schreibt zudem, dass die Stiftung dabei keinen Pächter in Betracht ziehen wolle, der mit einem Franchise-Konzept arbeitet. Ein Verkauf des Gebäudes im Eigentum der Stiftung sei zu keinem Zeitpunkt vorsehen gewesen.

Die Nachricht vom Ende der Pacht zwischen Tekkeci und der Spitalstiftung hatte Anfang September für großes Aufsehen gesorgt und eine Welle der Solidarität mit der Pächterin in der Regensburger Stadtgesellschaft ausgelöst – etwa in Form einer Online Petition zur Rettung des La Strada, mit der 30 Regensburger Gastronomen und inzwischen 2086 Unterzeichner (Stand: 22. September, 12.23 Uhr) Lindner auffordern, seine Entscheidung zu überdenken.

Tekkeci hatte sich damals enttäuscht gezeigt. Sie habe damit gerechnet, das Lokal noch einige Jahre betreiben zu können, sagte sie Anfang September. Lindner betont in seinem Schreiben vom Freitag, dass sich die Stiftung vertragsgemäß verhalte. Die Pacht laufe seit 1. Januar 2019 und sei auf fünf Jahre ausgelegt. Der Vertrag sehe vor, dass die Parteien mindestens drei Monate vor Ablauf mitteilen sollen, wenn sie keine Verlängerung wünschen. Und die Spitalstiftung habe die bisherige Pächterin rechtzeitig bereits im Mai 2023 informiert.

Dies aber zog Tekkeci nicht in Zweifel. Allerdings sei die lange Zeit der Ungewissheit zwischen der ersten Ankündigung durch die Stiftung im Mai und der Nachricht vom endgültigen Aus der Pacht, die sie Ende August erreichte, sehr belastend für sie gewesen. Sie fühle sich hingehalten, beschrieb sie ihre Situation vor einigen Wochen.