Ohne zu zögern, rettete der Neumarkter Roland Kuß einen Mann aus einer brennenden Wohnung

Roland Kuß wird von Ministerpräsident Markus Söder mit der Bayerischen Rettungsmedaille ausgezeichnet. Im August letzten Jahres hatte der Feuerwehrmann und CSU-Stadtrat aus Neumarkt einen Mann aus einem völlig verrauchten Wohnhaus gerettet. Auf dem Balkon war eine Gasflasche explodiert.
Er habe damals Bereitschaft gehabt, erinnert sich Kuß, der auch Brandinspektor ist. Als nachts der Alarm wegen eines Zimmerbrands losging, war Kuss als Erster in die Weinberger Straße gefahren, weil er in der Nähe wohnt.
Wie sich vor Ort herausstellte, hatte es eine Explosion gegeben und ein Mann befand sich noch in der Wohnung. Die Nachbarn standen in Rufkontakt mit ihm, wagten sich aber nicht hinein. Roland Kuß schon – und das ohne Atemschutzgerät. „Es hätte meiner Ansicht nach zu lange gedauert, es im Auto zu holen“, erzählt Kuß rückblickend.
„Ich dachte mir, ich probier‘s einfach. Und es hat funktioniert.“ Da für den Mann akute Lebensgefahr bestanden habe und sich die Flammen ausbreiteten, habe er keine Zeit verlieren wollen.
Es war ihm dann auch gelungen, den Bewohner zu retten, jedoch war der damals 58-Jährige später im Krankenhaus an seinen Verletzungen verstorben. Auch Kuß wurde kurz im Klinikum behandelt. Obwohl er seit 1995 Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr in Neumarkt angehört, war das auch für ihn eine nicht alltägliche Begebenheit. Dass ein Mensch bei einem Brand ums Leben kommt, habe er zum Glück noch nicht oft erlebt.
Dennoch hat er damals keine Sekunde gezögert. „Ich glaube, ich würde es wieder so machen“, sagt Kuß. Die Feuerwehr trainiere solche Situationen. Deshalb habe er sich in den verrauchten Flur getraut. Dass die Nachbarn vor der Tür stehen geblieben sind, war zum Zeitpunkt, als er am Ort eingetroffen sei, genau richtig. Sie hätten versucht, mit dem Mann in Kontakt zu bleiben. „Die haben das super gemacht. Im Rauch kann man schnell die Orientierung verlieren.“
Über die Bayerische Rettungsmedaille freut sich Roland Kuß. „Auf der einen Seite ist es schön, dass so was anerkannt wird. Wobei – genau deshalb bin ich ja bei der Feuerwehr.“