Hort-Neubau in Nittenau soll neun Millionen Euro kosten

Der Neubau des Horts für die Grund- und Mittelschule in Nittenau muss größer ausfallen als geplant – und wird deshalb auch deutlich teurer. Aktuell steht eine Summe von neun Millionen Euro im Raum – ein Betrag, der im Stadtrat für Irritationen sorgte.
Im Oktober 2022 hatte Architekt Norbert Raith die Stadträte zuletzt über den Planungsstand informiert. Damals ging man noch von einem Neubau für drei Gruppen aus. Ob man eine vierte Gruppe benötige, hänge von der anstehenden Bedarfsumfrage bei den Nittenauer Eltern ab, hieß es.
Nittenauer Eltern wurden befragt
Nun, knapp ein Jahr später, sei klar, dass in Sachen Schülerhort eine Hausnummer größer geplant werden muss, erklärte Bürgermeister Benjamin Boml (FW) den Räten. Dies habe sich aus der Befragung der Eltern und aus Gesprächen mit dem Landratsamt ergeben. Deshalb präsentierte Architekt Raith dem Stadtrat nun drei neue Varianten, die jeweils Hauptnutzflächen um die 850 Quadratmeter aufweisen.
Am Ende empfahl er dem Gremium als vernünftigste und wirtschaftlichste Lösung ein zweigeschossiges Gebäude ohne Keller, um Probleme mit Grund- und Hochwasser auszuschließen. Im Vergleich zu einer eingeschossigen Bauweise sei diese Variante auch platzsparender und lasse den Kindern mehr Freiflächen. Mit dieser Argumentation konnten sich die Räte anfreunden und votierten dafür, dass das Architekturbüro auf dieser Grundlage weiterplanen solle.
Hoffnung auf Förderung
Die Tatsache, dass die aktuelle grobe Kostenschätzung auf eine Summe von neun Millionen Euro hindeutet und die Stadt mit einem Eigenanteil von rund 5,25 Millionen Euro rechnen muss, sorgte im Sitzungssaal allerdings für einigen Unmut. „Die Zahlen erschlagen einen immer wieder. Ich hoffe, dass die Förderungen noch nach oben gehen“, sagte Bürgermeister Boml.
Auch FW-Fraktionssprecher Michael Prasch war besorgt und fragte, wo die Stadt beim Hortneubau denn noch sparen könne, schließlich müsse sie ihren Haushalt dringend konsolidieren. SPD-Sprecher Jürgen Kuprat wunderte sich ebenfalls über die Kostenschätzung. „Wir kämen billiger weg, wenn wir jeder Hortgruppe ein Einfamilienhaus hinstellen würden“, sagte er. Das wollte Raith nicht so stehen lassen. Man könne den Bau eines privaten Wohnhauses nicht mit dem eines öffentlichen Schülerhorts vergleichen, denn an letzteren würden ganz andere Anforderungen gestellt. Der neue Hort werde darüber hinaus kein Luxusbau, sondern sei geprägt von „gehobener Einfachheit“.
Sparen angemahnt
CSU-Fraktionssprecher Thomas Hochmuth, der ebenfalls die Notwendigkeit des Sparens betonte, wollte wissen, ob man im Fall eines weiteren Anstiegs der Schülerzahlen den sechsgruppigen Hort auch noch erweitern könne. Auf Verdacht bereits jetzt den Platz und die Technik für eine siebte oder achte Hortgruppe vorzuhalten, könne er nicht empfehlen, entgegnete Raith. Schließlich gebe es neben dem Hort dann auch noch die offene Ganztagsschule als Betreuungsmöglichkeit.