Auto fängt während der Fahrt zu brennen an: Wie passiert so etwas und was soll man tun?

Von Christoph Eberle · 19. September 2023 um 16:20

In den letzten Wochen gab es in der Region öfter Fälle, in denen Autos während der Fahrt Probleme machten – und kurz darauf lichterloh brannten. Wie entsteht ein Fahrzeugbrand? Und wie verhält man sich dann am besten? Nachgefragt beim ADAC Südbayern.

Ein 47-Jähriger hat am 17. September auf der A92 im Landkreis Deggendorf geistesgegenwärtig reagiert und sich, seine Beifahrerin und einen Hund vor einer Katastrophe bewahrt. Denn nur nach 30 Sekunden stand sein BMW lichterloh in Flammen.

Am 1. September haben im Auto einer Seniorin während der Fahrt auf der A3 bei Wörth an der Donau (Landkreis Regensburg) Kontrolllampen aufgeleuchtet. Zwei Minuten später begann ihr BMW auf dem Standstreifen zu brennen. Es staute sich zeitweise zehn Kilometer.

Mitte August ist das Auto eines 45-Jährigen aus dem Landkreis Eichstätt auf der A3 bei Iggensbach (Landkreis Deggendorf) in Flammen aufgegangen. Auch hier hatte der Wagen während der Fahrt zu rauchen begonnen.

Häufige Brandursache laut ADAC: Oft tropft Öl oder Kraftstoff wegen Beschädigungen auf heiße Teile und entzündet sich

Laut Alexander Kreipl, verkehrs- und umweltpolitischer Sprecher beim ADAC Südbayern gibt es mehrere mögliche Gründe für Fahrzeugbrände, die unterwegs passieren. Ursache können etwa ein Kurzschluss im Bordnetz, heißgelaufene Bremsen oder Beschädigungen am Tank oder an Kraftstoffleitungen sein.

„Bei letzteren tritt Öl aus und tropft auf heiße Teile – dadurch entzündet sich dann der Kraftstoff, beziehungsweise das Öl“, sagt Kreipl. Ein solcher Brand breitet sich normalerweise sehr langsam aus. Durch die Zugluft während der Fahrt könne es sogar passieren, dass das Feuer wieder ausgeht – dann aber neu entflammt, wenn das Auto steht.

Hinweise auf einen entstehenden Fahrzeugbrand können laut Kreipl der Gestank von verschmorten Leitungen oder der Geruch nach verbranntem Öl sein.

Keine eigenen Löschversuche unternehmen

Im Falle eines solchen Falles gelte laut dem ADAC-Sprecher: Auto abstellen, Warnblinker einschalten, Wagen verlassen und 112 wählen! Zudem sei Vorsicht geboten, weil der entstehende Rauch sehr giftig sein kann – unabhängig davon, ob ein Verbrenner-Fahrzeug oder ein E-Auto in Flammen steht. Auch deshalb solle man möglichst keine eigenen Löschversuche unternehmen, so der Experte. Ein weiterer Grund: Beim Öffnen der Motorhaube könne es zum Beispiel passieren, dass man das Feuer durch die zusätzliche Luftzufuhr nur weiter entfache.

Welche Versicherung zahlt den Schaden?

Laut Alexander Kreipl vom ADAC Südbayern zahlen bei Fahrzeugbränden durch einen technische Defekt sowohl Teil- als auch Vollkaskoversicherung. Letztere würde auch zahlen, wenn der Brand nicht während der Fahrt, sondern etwa durch Vandalismus entsteht. „Wer lediglich eine Haftpflichtversicherung hat, bleibt in beiden Fällen auf dem Schaden sitzen“, sagt der Experte.