Parkhaus und Stadtbibliothek: Architekten stellen im Bad Kötztinger Stadtrat Pläne vor

Zufahrt zum Parkhaus, multifunktionale Bibliothek, ein Ort zum Verweilen: Im letzten halben Jahr haben die beauftragten Architekten zahlreiche Ideen für das Acht-Millionen-Projekt in Bad Kötzting entwickelt.
Am Dienstag haben Architekt Sebastian Hrycyk (Hrycyk Architekten, München) und Landschaftsarchitektin Uta Gehrhardt (Gerhardt Landschaft, München) den Stadträten ihre Pläne für den Neubau von Parkhaus und Stadtbibliothek vorgestellt – zum ersten Mal persönlich. Die sogenannte Vorentwurfsplanung ist wesentlich konkreter, als dies noch beim Wettbewerbsentwurf der Fall war. Eine wichtige Aufgabe für Sebastian Hrycyk war es, dass die Zufahrt zum neuen Parkhaus so ebenerdig wie möglich wird. Abgesehen von einem leichten Gefälle – „das brauchen wir aber auch, damit das Straßenwasser abfließen kann“ (Bauamtsleiter Christian Kopf) – ist ihm das in seinen Planungen gelungen.
Statt von „Parkhaus“ ist übrigens nun häufig von „Stadtgarage“ die Rede, weil sich die meisten der 105 Stellplätze in der Tief-„Garage“ befindet. Nachdem die Probebohrungen im Frühjahr bestätigt hatten, dass sich der Boden gut bearbeiten lässt, blieb man bei den Anfangs-Plänen, die Stadtgarage zum Großteil in die Tiefe zu bauen. Neben der Zufahrtsebene und dem ersten Untergeschoss gibt es ein zweites Untergeschoss – nur halb so groß wie die beiden anderen, dafür an der tiefsten Stelle sechs Meter unter der Erde.
Abstimmung mit den Nachbarn war notwendig
Es sei ein großer Aufwand, mitten in der Stadt eine solch große und tiefe Baugrube zu erstellen, sagt Architekt Hrycyk. Zum Teil wird sich die Baugrube auch auf die Nachbargrundstücke erstrecken, weshalb laut Christian Kopf „mit allen direkten Nachbarn Vereinbarungen getroffen wurden“. Man sei aber mit allen Nachbarn in guten Gesprächen. Bei der Planung für das Parkhaus selbst habe man sich mit allen Fachplanern abgestimmt.
Neu im Vergleich zum ersten Entwurf ist laut Hrycyk eine Abluftanlage, für die Zuluft seien die geplanten Zuluft-Öffnungen der Schächte ausreichend. Auch eine automatische Löschanlage wird es geben. Dass sich auf dem Gelände des Parkhauses eine Trafo-Station des Bayernwerks befindet (die während der Bauphase verlegt und dann deutlich kleiner wieder an alter Stelle errichtet wird), ist laut dem Bauamtsleiter von Vorteil: Für die zunächst fünf Ladesäulen für Elektrofahrzeuge – davon eine Schnellladesäule – habe das Bayernwerk eine Stromleistung von bis zu 400 kW zugesichert. Für eine spätere Nachrüstung von Ladestationen wird die Stadtgarage vorbereitet, laut gesetzlichen Vorgaben muss sie das auch für 30 Prozent der Stellplätze werden. Kopf: „Im Grunde könnten wir 100 Prozent nachrüsten.“
Für den Panoramagarten – „es ist aber kein Garten, sondern als ein Stück Landschaft konzipiert“ (Uta Gerhardt) – wird auf dem Dach der Stadtgarage eine dicke Schicht Spezialsubstrat aufgebracht, damit halbhohe Bäume und Sträucher dort wachsen können. Hier oben gibt es geschwungene Wege, Sitzgelegenheiten, nachts eine reduzierte Beleuchtung und auch öffentliche Toiletten.
Bibliothek soll ein Ort zum Verweilen werden
Das Raumkonzept für die Bibliothek wurde in enger Abstimmung mit der Landesfachstelle für das Bibliothekswesen (angegliedert an die Bayerische Staatsbibliothek) erarbeitet. Sebastian Hrycyk zitiert Doris Glonegger von der Fachstelle, die von der Bibliothek als „Wohnzimmer der Stadt“ gesprochen habe: „Es soll nicht nur ein Ort zum Buchausleihen, sondern ein Platz zum Verweilen werden!“
Die Bibliotheken mit der höchsten Verweildauer seien jene, die eine Rund-um-die-Uhr-Nutzung ermöglichten und ein gastronomisches Angebot hätten, erklärt Christian Kopf. Dementsprechend ist die Bad Kötztinger Bibliothek als „Open Library“ konzipiert, mit direktem Zugang von außen (per Chip auch nachts) sowie über ein Café. Das findet im Erdgeschoss Platz, die Raumnutzung soll durch mobile Trennwände aber möglichst flexibel sein – für kleinere Veranstaltungen wie Lesungen, Konzerte... „Multifunktionsgebäude“ nennt sich das. Eine Interessentin, die das Café betreiben will, gibt es schon.
Der Zeitplan
Abriss und Neubau Parkhaus: Im April 2024 sollen das Parkhaus und die Anwesen Gehringstraße 9 und 9a abgerissen werden. Die Tiefbau- und Baumeisterarbeiten für das neue Parkhaus („Stadtgarage“) sind zwischen Pfingsten 2024 und Pfingsten 2025 geplant. Die Pfingstritte 2024 und 2025 können wie gewohnt stattfinden, dazwischen ist die Gehringstraße zumindest auf Höhe der Baustelle ein Jahr lang vollgesperrt.


