Doppelpatenbitten: Feuerwehren Gögglbach und Neukirchen erneuern Versprechen

Schon seit 100 Jahren stehen die Feuerwehren aus Gögglbach und Neukirchen einander Pate. Diese Tradition soll auch 2024, wenn beide ihr 150-jähriges Bestehen feiern, fortgesetzt werden. Am Freitag trafen sich beide Wehren in Hartenricht, um bei einem Doppelpatenbitten dieses gegenseitige Versprechen zu erneuern.
Im besten Feuerwehrzwirn marschierten die beiden Vereine zusammen mit ihren Festmüttern und -damen und angeführt vom Musikverein Dachelhofen sowie der Neukircher Blasmusik zur Ortschaft Hartenricht, um auf neutralem Boden das Doppelpatenbitten abzuhalten.
Traditionelle Verserl aufgesagt
Dort trafen sich die beiden Jubelwehren auf dem Dorfplatz und hielten gegenseitig um die Hand an. „Als Nachbarn ham mia stets zsamm ghoit’n, jetz die Junga und früher die Oidn. Nach oidm Brauch und oidn Sitt’n, wolln ma euch als Patenverein erbitt’n“, so Thomas Rester, Vorsitzender der Göggelbacher Wehr.
Daraufhin sein Pendant Daniel Schwab aus Neukirchen: „A mir san kemma von Neukirchen her, uns zu treffen mit der Gögglbacher Feuerwehr. So wia euch fehlt uns zu unserem Feste der Patenverein für unsere Gäste.“
Nach den Bittgesuchen der jeweiligen Feuerwehrerantwortlichen meldeten sich auch die Festmütter zu Wort. Monika Duschinger aus Gögglbach: „Als Festmuatta bitt’ i euch a recht schee, deats unsera Fahna als Patenverein zur Seit’n steh.“ Und Christine Mayer aus Neukirchen: „Auch von meiner Seit’n is ganz gwiss, a solch a doppelte Patenschaft niemals mehr wer vergisst.“
Einen alten Stempel mitgebracht
Sie hatte auch noch ein ganz besonderes Geschenk für die Gögglbacher mitgebracht, ein Fundstück, das ebenso alt war, wie die beiden Jubelwehren, nämlich einen alten Siegelstempel mit dem Aufdruck der ehemaligen Landgemeinde Gögglbach.
So war die Angelegenheit recht bald beschlossen. Es musste nur noch ein Baumstamm beiseite geschafft werden, der beide Feuerwehren voneinander trennte. Die beiden Festleiter Markus Zitzler (Gögglbach) und Markus Viehauser (Neukirchen) hatten mit einer Handsäge das Hindernis schnell beseitigt.
Noch auf dem Dorfplatz wurde ein Fass angezapft, um auf die eben besiegelte gegenseitige Patenschaft anzustoßen. Danach wurde in einem Dorfstadl, der zur Festhalle auffrisiert worden war, bis in die Morgenstunden weitergefeiert.
Schwandorfs Oberbürgermeister und Schirmherr, Andreas Feller, dankte den beiden Feuerwehren, die an 365 Tagen im Jahr der Bevölkerung zur Seite stünden und spendete ihnen jeweils 50 Liter Bier.
Beide Jubelwehren waren 1873 gegründet worden. Am Sonntagnachmittag des 10. März sollen sich damals einige Männer der ehemaligen Gemeinde Gögglbach im damaligen Dorfwirtshaus Richthammer getroffen haben, um zum besseren Schutz von Mensch, Tier, Hab und Gut eine freiwillige Feuerwehr zu gründen.
Als erste Feuerbekämpfungsmittel wurden zu dieser Zeit noch Wasser und Sand in Eimern gereicht. Doch schon ein gutes Jahr später wurde die Gögglbacher Wehr mit einer Löschmaschine ausgestattet. Die Spritzweite soll 21 Meter betragen haben. 1951 wurde schließlich eine Tragkraftspritze angeschafft und ein kleines Feuerwehrhäuschen gebaut. 1966 wurde die Wehr mit einer neuen Tragkraftspritze (mit VW-Motor) ausgestattet. Seit 1976 hat die FF Gögglbach ein Feuerwehrauto.
In Neukirchen sollen sich am 26. Januar 1873 zwölf wehrfähige, beherzte Männer in einem der beiden Gasthäuser Oberer oder Unterer Wirt getroffen haben, um eine Feuerwehr zu gründen. Allerdings schon zwei Jahre vorher soll die Gemeinde Neukirchen mit einer zweirädrigen Saug- und Druckspritze ausgestattet worden sein. Im Sommer 1910 wurde auf Gemeindebeschluss ein neues Requisitenhaus errichtet. 1931 wurde die Neukirchener Wehr mit einer Motorspritze ausgestattet, 1952 mit einer Tragkraftspritze. 1987 wurde ein Feuerwehrauto (VW-LT) angeschafft. 2001 wurde ein Feuerwehrhaus gebaut.

