Die meisten sind sechsstellig: Das verdienen die Regensburger Stadt-Manager

Von Christian Eckl · 18. September 2023 um 18:30

Wer glaubt, die Hierarchie einer Kommune wie Regensburg habe die Form einer Pyramide, der irrt sich: Während im Alten Rathaus die drei gewählten Spitzen sitzen, sind es die Manager und Verwaltungsratsvorsitzenden, denen ein erheblicher Anteil an der Macht zukommt.

Und nicht nur das: Auch in Sachen Gehalt übertrumpft so manch einer die einzige von den Regensburgern direkt gewählte Amtsinhaberin: Gertrud Maltz-Schwarzfischer kommt auf ein Monats-Brutto von derzeit knapp 11.000 Euro. Hinzu kommen Nebentätigkeiten in Gremien wie dem Sparkassen-Verwaltungsrat, dem die OB vorsteht. Insgesamt beläuft sich das monatliche Brutto auf etwa 14.890 Euro brutto. Das entspricht einem Jahres-Brutto von 178.680 Euro.

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Damit liegt die OB weit hinter einem Manager der Stadt, der an der Spitze der wohl wichtigsten GmbH steht: dem Stadtwerk-Chef Manfred Koller. Der bezieht nämlich 234.000 Euro Jahres-Brutto. Über die Stadtwerke werden neben den Regensburger Bussen auch die Bäder und die Arenen gesteuert und gemanagt. Eng verwoben mit dem Stadtwerk ist der Energieversorger Rewag. Diese hat zwei Vorstände. Laut Beteiligungsbericht der Stadt belief sich das Gehalt des Ex-Rewag-Chefs Torsten Briegel 262.000 Euro, das seines früheren Vorstandskollegen Bernhard Büllmann auf 250.000 Euro. Wie hoch die Gehälter der beiden neuen Rewag-Spitzen liegen, wird von der Stadt erst im Spätherbst veröffentlicht.

Neben der Rewag als Energieversorger gibt es aber noch eine GmbH, die mit dem Stromnetz in Regensburg in Verbindung steht: die Regensburg Netz GmbH. Geschäftsführer Wolfgang Haas kommt mit 103.000 Euro Jahresgehalt auf den vorletzten Platz im Gehaltsranking der Stadt-Manager. Wiebke Buchinger, die Geschäftsführerin der Regensburg Senioren-Stift (Bürgerheim Kumpfmühl, im Volksmund Saurer Gockel) verdient mit 91000 Euro als einzige GmbH-Geschäftsführerin eines städtischen Unternehmens nur fünfstellig.

Manager im Mittelfeld

Die Top-Manager des Mittelfelds befassen sich mit Verkehr, Tourismus, aber auch mit Spitzentechnologie und Telekommunikation. Der Geschäftsführer der R-Tech GmbH, Alexander Rupprecht, geht mit einem Jahressalär von 124.000 Euro vor Steuern und Abgaben nach Hause. Die R-Tech betreibt mit dem Innovations- und Gründerzentrum TechBase einen Inkubator in Uni-Nähe, der Silicon-Valley-Feeling nach Regensburg bringen soll. In einer ähnlichen Gehaltsliga spielt Thomas Diefenthal, der den älteren Biopark vermarktet. Unter der Ägide Hans Schaidingers wurde der Biopark errichtet, um im Zuge des Booms der Biotech-Unternehmen und in der Nähe zur Universität Firmen-Ausgründungen eine Heimat zu geben – ein Erfolgsmodell bis heute. Doch das Gehalt des Managers dieser Einrichtung rangiert eher am unteren Ende der Gehaltsskala in den städtischen Unternehmen.

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Im unteren Gehalts-Mittelfeld bewegt sich RTG-Managerin Sabine Thiele. Die Touristikerin verdiente 2020 noch 155.000 Euro und damit 10.000 Euro mehr als der Geschäftsführer des Regensburger Verkehrsverbunds, Kai Müller-Eberstein mit 145.000 Euro. Doch 2021 sank Thieles Gehalt auf 139.000 Euro.

Damit lag es unter dem Gehalt des letzten Theater-Intendantens: Jens Neundorff von Enzberg kam auf 147.000 Euro, Finanz-Vorständin Waltraud Parisot auf 108.000 Euro. Wie viel der aktuelle Intendant verdient, wolle man erst beim nächsten Beteiligungsbericht offenlegen, hieß es von der Stadt. Mehr als die Oberbürgermeisterin verdienen andere Stadt-Manager. Der Geschäftsführer der Stadtbau, Götz Keßler, kommt auf 185.000 Euro. Ein weiterer Spitzenverdiener eines Kommunalunternehmens ist mit Alfred Rauscher der Geschäftsführer der R-KOM, Regensburgs eigenes Telekommunikationsunternehmen. Mit 203.000 Euro gehört er zu den Top-Gehaltsklassen.

Sparkassler an der Spitze

Regensburgs Top-Kommunalmanager bilden deutschlandweit aber keine Ausnahme. Im Gegenteil. Der Durchschnitt aller Manager kommunaler Unternehmer liegt in Deutschland bei 167.000 Euro – allerdings nur, wenn man eine Spitzengruppe herausrechnet, die auch deutschlandweit zu den am besten verdienenden Spitzenkräften von öffentlichen Unternehmen zählen: die Sparkassen-Chefs. Diese kommen durchschnittlich auf ein Gehalt von 379.000 Euro deutschlandweit. In Regensburg dürfte dieser Schnitt sogar noch etwas höher liegen. Laut Beteiligungsbericht kommt die gesamte Vorstandschaft auf 1,227 Millionen Euro im Jahr.

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Im Schnitt sind das 409.000 Euro pro Vorstand – wie sich dies auf die drei Vorstände mit Irene Dullinger an der Spitze verteilt, stellt der Bericht nicht dar. Die Sparkasse legt auch von allen Kommunalunternehmen die höchsten Rückstellungen für frühere Führungskräfte zurück: 16,78 Millionen Euro sind es, die von der Sparkasse für Pensionen zurückgestellt werden.

Touristikerin Sabine Thiele verdient eher im unteren Bereich der kommunalen Unternehmen. Foto: Peter Ferstl/RTG
Wie viel der Intendant des Stadttheaters, verdient, will die Stadt nicht sagen. Foto: Neumeier/Theater
Zu den Spitzenverdienern gehört Manfred Koller (vorne), Kai Müller-Eberstein eher nicht. Foto: Hanno Meier
Eher im Mittelfeld, verglichen mit den Managern, deren Chefin sie in gewisser Weise ist: die OB. Foto: altrofoto.de