Pumptrack-Anlage in Furth im Wald: Sofort bauen oder warten, bis Förderung möglich ist?

Im Februar diesen Jahres war die Hoffnung groß, dass noch in diesem Jahr im Sportpark Mühllehen eine Pumptrack-Anlage entsteht. Daraus wird aber nichts. Vielmehr präsentierte die Verwaltung dem Stadtrat zwei Möglichkeiten, wie es weitergehen soll.
Bau der Anlage ohne Rücksicht auf Verluste oder abwarten, bis möglicherweise Fördergelder fließen, das war die Frage, die im großen Rathaussaal geklärt werden musste. Hintergrund: Im Zuge der Erweiterung des Sportparks Mühllehen mit Pavillon, Calistenicspark-Umbau und Seniorenbewegungspark soll auch die Pumptrack-Anlage gebaut werden.
Förderchance ist da
Im Sachstandsbericht heißt es: „Für die gesamte Maßnahme wurden in den Haushaltsjahren 2023 und 2024 jeweils 250000 Euro veranschlagt. Der Kostenanteil des Pumptracks beträgt nach den aktuell vorliegenden Berechnungen 395000 Euro. Diese Summe orientiert sich annähernd an der vorliegenden Kostenschätzung (393000 Euro).“ Zunächst waren der Stadt Furth im Wald für die Gewährung einer 50-Prozent-Förderung der Förderstelle LEADER (Förderung für innovative Projekte im ländlichen Raum) durchaus gute Chancen eingeräumt worden. Eine Förderzusage gab es aber nicht, auch ein „vorzeitiger Maßnahmenbeginn“ wurde ausgeschlossen, da das Programm derzeit neu aufgelegt werde, deshalb Anträge nicht gestellt werden können. Somit kann sich das Projekt bis weit in das Jahr 2024 verzögern.
Zwei Beschlussvorschläge wurden dem Gremium zur Auswahl seitens der Verwaltung vorgelegt: Entweder zeitnah bauen und auf die Förderung verzichten oder abwarten und beizeiten einen Förderantrag stellen. Auch auf die Gefahr hin, dass der Zuwendungsantrag abgelehnt wird. Bürgermeister Sandro Bauer fand, dass aufgrund er zahlreichen Ausgaben, die auf Furth im Wald zukommen, die Chance auf Förderung gewahrt bleiben sollte. So sah das auch Jugendbeauftragte Andrea Pohmer, die sich seit Jahren für die Anlage stark macht. „Wir sollten die Chance auf Förderung wahren.“ Stadtratskollegin Jennifer Dietl ergänzte: „Es ist ein tolles Projekt, aber wir wären dumm, wenn wir es nicht probieren würden.“ Bauer und Pohmer führten auch aus, dass das zunächst geplante Soccer-Feld wegfällt, dafür die Anlage größer wird und zusätzlich eine kleinere Anlage entsteht, auf der Anfänger erste Sprünge üben können. Der Beschlussvorschlag, die Chance auf eine Förderung zu wahren, wurde einstimmig angenommen.
Straßenbelag kritisiert
Erklärungsbedarf gab es aufgrund einer Anfrage von Stadtrat Günter Stelzer. Er wollte wissen, ob der erneuerte Straßenbelag in der Bräuhausstraße ein Provisorium oder die finale Lösung sei . „Von der Ausführung her ist das nicht ganz optimal“, stimmte 2. Bürgermeister Michael Mühlbauer zu.
Beides ist wohl richtig, wie Sandro Bauer erläuterte: Die neue Decke ist der finale Stand,im Moment. „Das wird erst geändert, wenn die Mauern darunter saniert werden.“ Das, so Bauer, könne in der Zeit nach dem Drachenstich gemacht werden. Dazu muss der Brückendeckel, der den Bachverlauf (Pastritzkanal) in den Untergrund verbannt, abgehoben und die gesamte tragende Mauerkonstruktion darunter begutachtet und saniert werden. Im Moment ist in dem dunkel gekennzeichneten Bereich zwischen Zippererweg und Bayplatz, der auch den Bachlauf unter der Straße nachbildet, gearbeitet worden. Höher geteert werden durfte nicht, eben auch, weil die Mauern darunter nicht saniert sind. Für den Moment ist der schadhafte Untergrund entfernt, Busse und Schwerlastverkehr können wieder fahren.
Weitere Themen im Stadtrat: Das Landratsamt Cham hat die Haushaltssatzung und den Haushaltsplan für das Jahr 2023 geprüft und mitgeteilt, dass vorhergesehene Kreditaufnahmen für Investitionen und Investitionsfördermaßnahmen im Vermögenshaushalt in Höhe von 4100000 rechtsaufsichtlich genehmigt werden. Stelzer erkundigte sich, wann die Arbeiten in der Lorenz-Zierl-Straße beginnen. Dazu gebe es kurzfristig Infos, antwortete Bauer. Nur so viel: Die Sanierung beginnt noch im September. Stadtrat Heinz Winklmüller regte an, den Drachen im Landestormuseum, der zum Teil arg zerfleddert aussehe, zu flicken. Die Verwaltung nahm den Vorschlag auf.
